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  • 14.09.2017
  • von Claus Vetter

Borussia Dortmund und das Unrecht: Treffer für den Videobeweis

von Claus Vetter

Drin. Zählte aber nicht, Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang erzielt gegen Torhüter Hugo Lloris von Tottenham einen Treffer, den der Schiedsrichter wegen einer umstrittenen Abseits-Entscheidung nicht anerkannte. Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Dortmunder Reaktionen nach einem zu Unrecht verweigerten Tor bei Tottenham Hotspur zeigen, wie sehr der Videobeweis inzwischen in der Bundesliga angekommen ist. Ein Kommentar.

Die Dortmunder fühlten sich in London verschaukelt. Das Tor zum 2:2 durch Pierre-Emerick Aubameyang im Spiel bei Tottenham Hotspur hätte der Schiedsrichter anerkennen müssen, hat er aber nicht – letztlich auch, weil es in der Champions League (noch) keinen Videobeweis gibt. Die Spielbilder von Wembley belegen, dass keine Dortmunder Abseitsstellung vorlag, als der Treffer fiel. So viel ist sicher, der Abend hätte bei einer richtigen Entscheidung nicht mit einem 1:3 aus Dortmunder Sicht enden müssen.
Kein Wunder, dass sie sich beim BVB mächtig über das nicht gegebene Tor aufregen. Sportdirektor Michael Zorc sagte, der Schiedsrichter habe nicht das Niveau dieser Spielpaarung gehabt. Hätte es den Videobeweis gegeben, wäre das wohl mit dem nicht anerkannten Tor nicht passiert, glaubt BVB-Abwehrspieler Ömer Toprak. Dortmunds Spiel vom Mittwochabend ist ein Beleg dafür, wie gut und schnell der Videobeweis im deutschen Profifußball angekommen ist.
Bis vor dieser Saison ließ sich das ja immer schnell mit Fernsehbildern belegen, dass ein Schiedsrichter mit einer Fehlentscheidung den Verlauf eines Spiels beeinflusst hat. Seit die Bilder benutzt werden, um strittige Szenen aufzuschlüsseln, ist das Amt des Schiedsrichter einfacher geworden. Ein Videobeweis hilft ihm und untergräbt eben nicht seine Autorität. Der bildliche Beleg beendet (fast immer) alle Diskussionen auf dem Spielfeld und nach dem Spiel.
Es kostet zwar ein wenig Fußballromantik, wenn sich nicht mehr so schön über Fehlentscheidungen beschweren lässt, aber es steigert das Gefühl, dass es im Millionengeschäft Fußball auf dem Spielfeld gerechter zugeht. Und schön ist auch, dass die Bundesliga Vorreiter ist. Wer hätte das vor ein paar Wochen gedacht, als der Videobeweis von vielen Menschen rund um den deutschen Fußball eher kritisch betrachtet worden ist.

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