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  • 20.12.2017
  • von David Joram

DFB-Pokal: Bayern München zittert nur am Schluss

von David Joram

Hatte das Nachsehen: Borussias Weigel konnte Bayerns Lewandowski nur noch hinterherrennen. Die Bayern waren am Mittwochabend die agilere Mannschaft. / Foto: AFP

Es war ein 2:1-Pflichtsieg: Bayern München wirft Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal. Die Dortmunder leisteten erst spät Gegenwehr.

Direkt vor dem Pokalspiel seiner Münchner Bayern gegen Borussia Dortmund bekam Sportdirektor Hasan Salihamdizic eine Frage gestellt, die den Schmerz betraf. Ein Mann vom Fernsehen wollte wissen, welcher Ausfall den jeweiligen Verein denn mehr schmerze: Der, den die Dortmunder wegen Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang verkraften mussten. Oder würde Bayern stärker am Fehlen des Abwehrspielers Mats Hummels leiden? Blöde Frage, dachte Salihamidzic wahrscheinlich, nur sagen konnte er das natürlich nicht. Beide seien brutal wichtige Spieler und in einem Pokalspiel wäre ja eh alles möglich.

Bis zur 77. Minute im Achtelfinale zwischen den beiden deutschen Branchenführern durfte man Salihamdzic bedenkenlos der Flunkerei bezichtigen. Hummels fehlte den Bayern so sehr wie ein Osterhase an Weihnachten. Und nein, in diesem Pokalspiel schien für Dortmund überhaupt nichts möglich.

Es war für alle Anhänger der Gastmannschaft schon sehr traurig mit anzuschauen, wie chancenlos der BVB in München über weite Strecken des Spiels auftrat. Schon nach drei Minuten war eigentlich vorhersehbar, dass dieser Abend ein sportlich desaströser werden würde. Arturo Vidal segelte da ziemlich unbehelligt durch den Strafraum der Gäste; Dortmunder Abwehrspieler kreuzten nicht wirklich seine Flugkurve, dafür Müllers Flankenball, den Vidal wuchtig an die Latte beförderte.

Boateng nickte den Ball in die Maschen

Während die Dortmunder verteidigten wie es sonst nur bayrische Fanclubs in Freundschaftsspielen gegen den FC Bayern zu tun pflegen, führte das Team von Trainer Jupp Heynckes rasch die fällige Bestrafung aus. Süle, der noch mehr Platz genoss als Freiflieger Vidal, setzte den nächsten Kopfballversuch an die Latte, den Abpraller nickte Boateng locker in die Maschen. Da war noch nicht mal eine Viertelstunde um.

Die Bayern blieben nach stürmischer Anfangsphase dominant, Dortmund weiter harmlos. Nach 34 Minuten stellte der Dortmunder Trainer Peter Stöger schließlich fest, dass er ja mit dem amtierenden Pokalsieger nach München gereist war – und nicht mit seinem alten Klub aus Köln. Stöger nahm also Abwehrspieler Marc Bartra vom Platz und schickte stattdessen Mohamed Dahoud ins Mittelfeld. Mehr Präsenz im Zentrum erhoffte sich der Coach durch diese Maßnahme. Am Übergewicht der Bayern änderte das nur kurzzeitig etwas. Andrij Yarmolenko hätte direkt nach den taktischen Umstellungen für den BVB verkürzen können, Alaba rettete aber auf der Linie.

Müller machte es besser

Für Bayern machte es Müller fünf Minuten später besser. Nach einem Doppelpass mit Lewandowski tauchte er frei vor Torwart Roman Bürki auf und überwand diesen mit einem feinen Lupfer zum 2:0. Es war der lockere Abschluss einer lässigen ersten Hälfte für die Bayern. Einzig positive Nachricht für den BVB: Es konnte nur noch besser werden.

Nach dem Wechsel hätten allerdings James Rodriguez und Müller direkt erhöhen können. Beide scheiterten jeweils an Bürki, Dortmunds bestem Mann. Auch eine scharfe Hereingabe von Müller führte nach etwas mehr als einer Stunde nicht zur Vorentscheidung. Es blieb damit spannend; allerdings lag dies weniger an großartigen Dortmunder Spielideen, als vielmehr am knappen Spielstand. Alle Beteiligten warteten auf eine furiose Dortmunder Schlussphase. Und tatsächlich: Nach 77 Minuten flankte Kagawa präzise auf Yarmolenko, der per Kopf auf 1:2 stellte. Die mitgereisten BVB-Fans unter den 75 000 Zuschauern hätten vier Minuten vor Schluss fast lauthals jubeln dürfen, als Schürrle aus 18 Metern knapp links vorbeischoss. Noch knapper wurde es, als Isaks abgefälschter Versuch  in der Nachspielzeit hauchdünn am Pfosten vorbei rollte. Dann war Schluss und der Titelverteidiger ausgeschieden.

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