16.08.2018, 28°C
  • 20.06.2018

Die wichtigsten Infos zur WM am Mittwoch: Ronaldo findet Messi besser als Ronaldo

Er hat seinen eigenen Flughafen: Portugals Star mit Büste auf dem Cristiano Ronaldo Airport in Funchal, Madeira, im März 2017. Foto: Armando Franca/AP/dpa

Portugals Stürmerstar hat am Mittwoch seinen zweiten Auftritt. Luis Suarez darf ungestraft zupacken. Und Guardiolas Liebling könnte für Spanien starten. Unser Beipackzettel für WM-Tag 7.

Mittwoch ist der Tag, an dem Welten aufeinander treffen. Portugal, Uruguay und Spanien auf der einen Seite, Marokko, Saudi-Arabien und Iran auf der anderen. Große Namen des internationalen Fußballs spielen gegen aufstrebende Mannschaften, die sich längst nicht mehr verstecken müssen. Spanien sieht sich dem Tabellenführer der Gruppe B gegenüber: Iran.

PORTUGAL – MAROKKO, Gruppe B, Moskau, 14 Uhr, live in der ARD

Portugal

Klatsch und Tratsch: Ein Ronaldo adelt den anderen: „Ihm gelingen Dinge, die eigentlich undenkbar waren“, sagt O Fenomeno über CR7. Ganz uneingeschränkt abfeiern wollte er ihn aber nicht. „Ich gebe zu: Lionel Messi verleiht dem Fußball noch mehr Zauber.“ Aber Zauber allein gewinnt eben auch nicht gegen Island.

Historisches: Das letzte Mal, dass Portugal im ersten WM-Spiel drei Mal traf, war 1966. Es folgten zwei weitere Drei-Tore-Siege in der Gruppe, am Ende wurde die Seleção das Quinas WM-Dritter. Die Glückszahl für Russland wäre damit geklärt.

In der Heimat: Vier Spieler aus dem Kader lösten vor der WM ihre Verträge auf. Nachdem mit Stöcken bewaffnete Hooligans die Kabine von Sporting Lissabon stürmten, reichten William Carvalho, Bruno Fernandes, Gelson Martins und Rui Patricio ihre Kündigung ein.

Aufstellung: Patricio - Cedric, Pepe, Fonte, Guerreiro - Carvalho, Moutinho, B. Silva, Mario - A. Silva, Ronaldo

Marokko

Historisches: 14 Spiele hat Marokko bei Weltmeisterschaften bisher absolviert, zwei davon konnten sie siegreich gestalten. Das erste 1986 in Mexiko. Ausgerechnet gegen Portugal. Die Erinnerung daran wird das Team aber nicht anspornen können. Nur vier Spieler von Marokko waren im Juni '86 überhaupt schon auf der Welt.

Stammtischwissen: Gegen den Iran schrieb Sofyan Amrabat Geschichte. In der 76. Spielminute wurde er als erster Spieler der WM-Historie für seinen eigenen Bruder, Nordin Amrabat, eingewechselt. Fußball ist in Marokko eben immer noch Familiensache.

Wechsel: Gegen Portugal wird Trainer Renard die Defensive stärken, Nabil Dirar ist fit und dürfte in der Viererkette eine der Außenpositionen einnehmen. Im ersten WM-Spiel gleich mal Cristiano Ronaldo verteidigen - undankbarer geht nicht.

Aufstellung: Munir - Hakimi, Saiss, Benatia, Dirar - El Ahmadi - Ziyech, Boussoufa, Belhanda, Harit - Boutaib

URUGUAY - SAUDI-ARABIEN, Gruppe A, Rostow am Don, 17 Uhr, live in der ARD

Uruguay

Krankenstand: Oscar Tabarez, mit 71 Jahren ältester Coach der WM, stand zum Auftakt mit Krücke an der Linie. Grund ist das Guillain-Barre-Syndrom, eine Nervenkrankheit, die zu Lähmungen führt. Seit 2006 im Amt, könnte die WM jetzt sein letztes Turnier sein. Legendenstatus hat er aber sowieso schon.

Stammtischwissen: Luis Suarez wird sein 100. Länderspiel machen. Damit wäre er der sechste Uru, der diese Marke erreicht. 99 Spielen stehen bislang 51 Tore gegenüber. Zum Auftakt war er allerdings glücklos. Trainer Tabarez dazu: „Ich habe Messi, Pelé und Maradona gesehen - sie hatten auch mal einen schlechten Tag.“ Kaum zu glauben.

Konflikt: Apropos Suarez: 2010 ein absichtliches Handspiel auf der Linie, 2014 der Biss in Chiellinis Schulter. Und gegen Ägypten? Griff er Ahmed Hegazy in den Unterleib, ohne Konsequenzen.

Aufstellung: Muslera - Varela, Gimenez, Godin, Caceres - Nandez, Vecino, Bentancur, C. Rodriguez - Suarez, Cavani.

Saudi-Arabien

Abreise: Kurzer Schockmoment im Flieger: Beim Landeanflug fing die rechte Tragfläche des Team-Flugzeugs von Saudi-Arabien Feuer. Konsequenzen hatte der Brand keine. Nach dem 0:5 zum Auftakt gegen Russland wäre eine weitere Bruchlandung auch wirklich zu viel des Guten.

Historisches: Die Saudis haben nun ihre zweite Chance, den ersten WM-Sieg seit 1994 einzufahren. Damals schlugen „Die Grünen Falken“ Belgien mit 1:0. Der Direktvergleich spricht für sie: Von bisher zwei Begegnungen mit Uruguay hat Saudi-Arabien keines verloren.

Taktik: Gegen Russland belohnten sie sich trotz aggressiven Spiels nicht, jetzt soll es besser laufen. Dafür setzt Trainer Pizzi auf eine verstärkte Defensive. Konter sollen Tore bringen. Damit das klappt, braucht es allerdings überhaupt erst mal Ballgewinne.

Aufstellung: Al-Owais - Al-Schahrani, Os. Hausawi, Al-Boleahi, Al-Buraik - Atif - Al-Schehri, Al-Dschassim, Al-Faradsch, Al-Dausari - Al-Muwallad

IRAN - SPANIEN, Gruppe B, Kasan, 20 Uhr, live in der ARD

Iran

Krankenstand: Hiobsbotschaft: Roozbeh Cheshmi wird für den Rest der WM ausfallen, Muskelfaserriss in der Wade. Carlos Queiroz muss seine Viererkette umbauen. Cheshmi spielt übrigens bei Esteghlal Teheran. Und den trainiert? Natürlich: Winnie Schäfer.

Achtung! Public Viewings gibt es aus Gründen der Geschlechtertrennung im Iran keine. Nach dem Sieg gegen Marokko kam es trotzdem zu spontanen Straßenfesten, wo Männer und Frauen ohne Kopftuch gemeinsam tanzten. Man stelle sich vor, was ein Sieg gegen Spanien auslösen würde! Vielleicht würden die sich sogar anfassen!

Stammtischwissen: Der Sieg im Auftaktspiel brachte nicht nur überbordende Freude im Heimatland, sondern auch das Ende zweier Serien: der erste iranische WM-Sieg seit Frankreich 1998 und die ersten drei WM-Punkte für ein asiatisches Team seit zwölf Spielen.

Aufstellung: Beiranvand - Rezaeian, Pouraliganji, Montazeri, Hajsafi - Ebrahimi, Amiri - Jahanbakhsh, Shojaei, Ansarifard - Azmoun

Spanien

Wechsel: Im zweiten Gruppenspiel ist Bayern-Profi Thiago Alcantara ein Kandidat für die Startelf. Fernando Hierro dürfte gegen den Iran noch offensiver aufstellen, der Gegner tief hinten drin stehen. Weltmeisterschaften gewinnen kann Familie Alcantara: Vater Mazinho holte 1994 mit Brasilien den Pokal.

Konflikt: Der Trainerwechsel kurz vor WM-Start verlief bei La Roja scheinbar heftiger ab als gedacht: TV-Sender „La Sexta“ berichtete, dass nur Gerard Pique Sergio Ramos daran hinderte, Verbandschef Rubiales seine Meinung zur Entlassung mit der Faust kundzutun.

Taktik: Auf dem Platz sorgt Ramos hingegen für Bestwerte. Gegen Portugal spielte keiner mehr Pässe als das Ein-Mann-Bollwerk: 112 Zuspiele brachte er zu den Kollegen. Der dauerhafte Balanceakt zwischen Feinfuß und Fight Club.

Aufstellung: de Gea - Alba, Ramos, Pique, Nacho - Busquets, Thiago, Iniesta, Isco, D. Silva - D. Costa

Der Tagesspiegel kooperiert mit dem Umfrageinstitut Civey. Wenn Sie sich registrieren, tragen Sie zu besseren Ergebnissen bei. Mehr Informationen hier.

Social Media

Umfrage

Die Einengung der Zeppelinstraße in Potsdam hat im Zuge der Dieseldebatte bundesweit Interesse geweckt. Ist die Maßnahme nötig, um ein Dieselfahrverbot in Potsdam zu verhindern? Stimmen Sie ab!