14.12.2017, 4°C
  • 14.07.2017

Fußball: VW löst Mercedes als DFB-Sponsor ab

VW ist bereits Sponsor des DFB-Pokals. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Deutsche Fußball-Bund hat nach 45-jähriger Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz ab 2019 einen neuen Generalsponsor: den Autokonzern Volkswagen.

Europas größter Autobauer VW hat das Rennen gegen Mercedes um die Sponsorenrechte an der deutschen Nationalmannschaft gewonnen. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag bekanntgab, wird Volkswagen neuer „Mobilitätspartner“. Das DFB-Präsidium entschied sich einstimmig für die Zusammenarbeit mit dem Autohersteller.

Der Vertrag, der am 1. Januar 2019 beginnt, hat eine Laufzeit von fünfeinhalb Jahren und endet am 31. Juli 2024. In den Zeitraum mit VW fällt die Europameisterschaft 2020 und die WM 2022 in Katar. Das Sponsoringpaket umfasst auch das bereits bestehende Engagement von Volkswagen im DFB-Pokal. Der Vertrag mit Mercedes-Benz, seit 1972 Autosponsor des DFB, läuft noch bis Ende des WM-Jahres 2018.

Der Wolfsburger Konzern dürfte sich angesichts des immer noch nicht ausgestandenen Abgasskandals durch die VW-Logos auf der Brust der Nationalspieler oder dem Firmenschriftzug auf dem Mannschaftsbus einen Imagegewinn erhoffen.

„Auch wenn die Vorgänge nicht vergleichbar sind, eint den DFB und VW die Notwendigkeit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und die richtigen Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten“, sagte DFB-Chef Reinhard Grindel, dessen Verband durch die Affäre um die Vergabe der WM 2006 in eine Vertrauenskrise geraten war. Es passe zum DFB, dass VW mit seinem Engagement „den gesamten Fußball von der Spitze bis zur Basis im Blick“ habe, sagte Grindel.

Die „signifikante Steigerung der Einnahmen“ durch den neuen Vertrag gebe dem DFB mehr Spielraum, den vielfältigen Aufgaben des Verbandes nachzukommen, verriet Grindel, ohne aber konkrete Summen zu nennen.

„Der DFB beweist mit den deutschen Nationalmannschaften Mut, Innovationskraft und den unbedingten Willen zum Erfolg“, sagte Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen. Diese Werte würden auch für Volkswagen gültig sein.

Der DFB hatte Mitte März die Sponsorenrechte in der Kategorie Automobil neu ausgeschrieben. Der wichtigste DFB-Sponsor dürfte trotz des lukrativen Zuschlags für VW der Ausrüster Adidas bleiben: Der Sportartikelhersteller zahlt dem Verband dafür künftig doppelt so viel wie bisher, wie Mitte 2016 bekanntgegeben wurde. Es geht um 50 Millionen Euro jährlich, vereinbart wurde ein Vier-Jahres-Kontrakt bis 2022. Im Bieter-Duell zwischen Adidas und Nike entschied sich der DFB wie schon 2007 für die Treue zum deutschen Partner. (dpa)

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!