• Potsdamer Kindermusiktheater: "Buntspechte" verfilmen Mary Poppins

Potsdamer Kindermusiktheater : "Buntspechte" verfilmen Mary Poppins

Weil die "Buntspechte" die Geschichte des berühmten Kindermädchens wegen Corona nicht live zeigen können, geht das Theater nun neue Wege - und nutzt den Neuen Garten als Kulisse.

Für das Projekt konnte eine professionelle Filmproduktionsfirma gewonnen werden.
Für das Projekt konnte eine professionelle Filmproduktionsfirma gewonnen werden.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Seit 30 Jahren bringt das Potsdamer Kindermusiktheater "Buntspecht" klassische Stoffe auf die Bühne. Im vergangenen Jahr übten die Kinder im Treffpunkt Freizeit die Geschichte des Kindermädchens Mary Poppins ein. Doch wegen der Corona-Pandemie konnte das Stück weder in der Weihnachtszeit noch im April aufgeführt werden.

Aber die Mühen waren nicht vergebens: Am Montag begannen im Neuen Garten die Dreharbeiten für einen "Open Air"-Film. Für das Projekt konnte die professionelle Filmproduktionsfirma 900Seconds Production gewonnen werden. "Die Kinder sind ganz begeistert", sagte Margitta Burghardt, die Gründerin der "Buntspechte", den PNN. Nach den Absagen der Bühnenauftritte habe zunächst große Traurigkeit geherrscht. "Viele Kinder haben geweint", sagte Burghart.

Rund 100 Kinder machen mit

Sie erzählte, dass rund 100 Kinder bei dem Film mitwirken - das jüngste ist vier Jahre alt, das älteste 17. Natürlich kann der Dreh nur dank einer Drehgenehmigung und eines Hygienekonzepts umgesetzt werden. "Die Kinder werden jeden Tag getestet", sagte Burghardt. Die Arbeiten starten erst, wenn alle Tests negativ sind. Alle Szenen sollen in den kommenden Tagen abgedreht sein. Die Kinder stehen immer in kleinen Gruppen vor der Kamera. Als Hintergrundkulisse dient unter anderem das Marmorpalais, ein PNN-Leser hatte die Dreharbeiten am Montag bemerkt und darauf aufmerksam gemacht. Im Juni könnten noch Nachdrehs stattfinden.

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Film wird an Schulen verschenkt

Im Herbst soll der Film fertig gestellt sein. Dann wird dieser an interessierte Schulen, Horte und Kitas verschenkt. "Der Film wird nicht kommerziell vermarktet", betonte Burghardt. Den "Buntspechten" geht es nicht darum, mit dem Projekt Geld zu verdienen.

Zwar erlässt die Produktionsfirma dem Kindertheater einen Teil der Kosten, Geld benötigen die "Buntspechte" aber dennoch. Deswegen wurde auf der Crowdfunding-Seite der Potsdamer Stadtwerke eine Spendenaktion initiiert, die noch bis zum 31. Mai läuft. "Da wir die Zielsumme von 10.000 Euro fast erreicht haben, konnten wir schon mit den Dreharbeiten beginnen", so Burghardt.

Auch das Marmorpalais dient als Kulisse.
Auch das Marmorpalais dient als Kulisse.Foto: Sebastian Gabsch

"Die Kinder denken sich ihre eigene Geschichte aus" 

Sollte die Summe erreicht werden, darf weiter fleißig gespendet werden. Das überschüssige Geld wird in das nächste Projekt investiert: Oliver Twist. Wie immer dient das berühmte Vorbild - im Fall von Oliver Twist der Roman von Charles Dickens aus dem 19. Jahrhundert - nur als Vorlage für das Stück der "Buntspechte". 

"Die Kinder denken sich ihre eigene Geschichte aus", sagte Burghardt. Darauf verweist auch der Titel des aktuellen Projekts "Mary Poppins - unser Film". Das Publikum darf sich auf Charaktere freuen, die in der Kinderbuchreihe der australischen Schriftstellerin P. L. Travers nicht auftauchen.

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