• Die Corona-Lage in der Region: 4000er-Inzidenz unter Potsdamer Fünf- bis Neunjährigen
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Die Corona-Lage in der Region : 4000er-Inzidenz unter Potsdamer Fünf- bis Neunjährigen

Potsdam und auch der Landkreis Potsdam-Mittelmark verzeichnen weiter Rekord-Infektionszahlen - es wurden jeweils mehr als 500 neue Ansteckungen vermeldet.

Die Inzidenzwerte für Kinder und Jugendliche steigen derzeit massiv an (Symbolbild).
Die Inzidenzwerte für Kinder und Jugendliche steigen derzeit massiv an (Symbolbild).Foto: picture alliance/dpa

Potsdam/ Bad Belzig - Die Omikron-Welle sorgt für stark steigende Infektionszahlen in Potsdam: Am Donnerstag wurden 507 Neuinfektionen gemeldet, am Mittwoch waren es 529.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner sprang im Vergleich zum Vortag um rund 120 Punkte nach oben und erreichte 1233,9. Das ist erneut ein Höchstwert seit Pandemiebeginn. Potsdams Inzidenz schnellt seit einer Woche in die Höhe. Mittlerweile weist die Landeshauptstadt den bundesweit siebthöchsten Wert auf. An der Spitze liegt Berlin-Mitte (2286).

Virus grassiert in Kitas und Schulen

Mit Abstand am stärksten betroffen sind Kinder im Kita- und Grundschulalter. Nach Daten des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) hat in Potsdam am Donnerstag die Sieben-Tage-Inzidenz unter Fünf- bis Neunjährigen mit 4140 landesweit den höchsten Wert erreicht.

Ob die hohe Sieben-Tage-Inzidenz in Potsdam bei Kita-und Schulkindern mit konsequenten Testungen zusammenhänge, konnte die Stadtverwaltung zunächst nicht sagen. Seit einer Woche würden die beschlossenen neuen Quarantäne-Regeln weitestgehend umgesetzt. Zwischen Schul- und Kitakindern werde dabei unterschieden. Schulkinder müssten eine Maske im Raum tragen und bei fünf Tagen kontrollierter Testung nicht in Quarantäne. „Bei Kita-Kinder sagen wir für Kontaktpersonen grundsätzlich sieben Tage Quarantäne, ohne Möglichkeit der Verkürzung. Dort sind wir aufgrund der höheren Infektionsgefahr, weil die Kinder keine Maske tragen, strenger“, erklärte Pressesprecher Jan Brunzlow.

Was die Kitas betreffe, sei die Stadt regelmäßig im Gespräch mit den Trägern. In einzelnen Einrichtungen gebe es mittlerweile aufgrund der Ausfälle von Personal Schwierigkeiten bei der Betreuung der Kinder. Manche hätten bereits Betreuungszeiten reduziert.

Trendwende in den Kliniken?

Bei den Covid-Patienten in den Krankenhäusern kündigt sich nach mehreren Wochen mit fallenden Zahlen möglicherweise eine Trendwende an. Am Donnerstag wurden 29 Personen mit einer Covid-19-Erkrankung in Potsdams Krankenhäusern behandelt, davon sieben auf den Intensivstationen. Am Mittwoch hatte es im Vergleich zum Vortag erstmals wieder merklich mehr Covid-Patient:innen – laut Stadtangaben waren es 26, sieben mehr als am Dienstag.

Experten rechnen bei Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus mit tendenziell milderen Verläufen. Wegen der deutlich schnelleren Verbreitung von Omikron könnte aber die schiere Masse an gleichzeitigen Infektionen zum Problem für die Normalstationen der Krankenhäuser, aber auch andere Bereiche der kritischen Infrastruktur werden.

Das Potsdamer Bergmann-Klinikum
Das Potsdamer Bergmann-KlinikumFoto: dpa

Bergmann-Klinikum stellt nur noch Geimpfte ein

Das städtische Bergmann-Klinikum stellt derweil seit 1. Januar nur noch genesenes oder geimpftes Personal ein, wie ein Klinikumssprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Der einrichtungsbezogenen Impfpflicht, die ab 15. März gilt, sieht man gelassen entgegen. Dass Mitarbeitende wegen der geplanten Impfpflicht gekündigt hätten, sei nicht bekannt, so der Klinikumssprecher. Für ungeimpfte Mitarbeitende, die bereits in der Einrichtung arbeiten, würden weiter wöchentlich Impftermine angeboten. Gekündigt würde niemandem, der ungeimpft sei, hieß es. Ab dem 16. März sei das Klinikum aber dazu verpflichtet, Mitarbeitende ohne Immunitätsnachweis dem Gesundheitsamt zu melden.

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Schwierige Lage im mittelmärkischen Gesundheitsamt

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat unterdessen die Pflichten von Corona-Infizierten und Kontaktpersonen mit einer neuen Allgemeinverfügung geregelt. In der am Mittwoch in Kraft getretenen Verfügung sind unter anderem die Regeln für häusliche Isolierung, Quarantäne und Tests festgehalten. Die Kreisverwaltung hatte bereits am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass es nach einem Corona-Fall im Gesundheitsamt in Bad Belzig zu Einschränkungen kommt und die Ermittlung von Kontaktpersonen vorerst ausgesetzt wird. 

Auch die Corona-Hotline sei „nur sehr eingeschränkt erreichbar“, der Landkreis verwies auf die Email-Adresse [email protected] für Anfragen oder Nachrichten. Die im Gesundheitsamt eingesetzten Bundeswehr-Soldaten waren komplett abgezogen worden und in Quarantäne gegangen. Zwar wurden am Montag und am gestrigen Mittwoch neue Soldaten erwartet, diese müssten aber auch eingearbeitet werden, hieß es.

Am Donnerstag wurden im Landkreis 650 Neuinfektionen gemeldet – der bisherige Tagesrekord seit Beginn der Pandemie. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 852,5 – auch das ein neuer Rekordwert. (mit cmü/dpa)

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