• Baby fast zu Tode geschüttelt: Landgericht verhängt lange Haftstrafe gegen Potsdamer

Baby fast zu Tode geschüttelt : Landgericht verhängt lange Haftstrafe gegen Potsdamer

In dem Prozess gegen einen Potsdamer, der ein Baby schwer verletzt haben soll. ist am Freitag ein Urteil gesprochen worden

Der Prozess wird seit Montag zum Teil neu aufgerollt.
Der Prozess wird seit Montag zum Teil neu aufgerollt.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Der Potsdamer, der einen erst fünf Monate alten Säugling fast zu Tode geschüttelt haben soll, muss mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Erste Strafkammer am Landgericht verurteilte ihn am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von siebeneinhalb Jahren. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Mit dem Urteil blieb das Gericht eineinhalb Jahre unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Dem Mann war versuchter Totschlag vorgeworfen worden. Nach Auffassung des Gerichts hatte er demnach Ende Oktober 2020, als er für seine langjährig beste Freundin und neue Mitbewohnerin auf das Kind aufpassen sollte, die Beherrschung verloren und es so stark geschüttelt, dass der heute zwei Jahre alte Junge schwerstbehindert ist.

Der 1987 geborene Mann selbst hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger forderte aus Mangel an Beweisen einen Freispruch. Ob er in Revision gehen wird, blieb zunächst offen.

"Schwere Schuld"

Richter Bodo Wermelskirchen begründete das Urteil unter anderem mit dem „auffälligen Nachtat-Verhalten“ des Mannes. Anstatt, als er den kritischen Zustand des Kindes bemerkte, direkt den Krankenwagen zu rufen oder es zu der gleich in der Nähe in Drewitz lebenden Großmutter des Jungen zu bringen, habe der Angeklagte zunächst mit seiner früheren Ehefrau telefoniert. Die eigentliche Mutter war zur mutmaßlichen Tatzeit noch bei einem Bekannten am Stern, hatte eine lange Nacht hinter sich – zwischendurch hatte die Polizei auch gegen sie ermittelt, ihre Täterschaft dann aber ausgeschlossen. Aus Sicht des Richters habe der Angeklagte aus Überforderung gehandelt und damit „schwere Schuld“ auf sich geladen. Eigentlich hatte das Gericht bis in den Juli verhandeln wollen - allerdings war die Beweislage aus Sicht des Richters offensichtlich eindeutig genug.

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