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Stromkabel-Brand nahe Tesla-Werk : Bekennerschreiben von linksextremistischer Gruppe aufgetaucht

Die Autofabrik von Tesla ist noch nicht fertig, dicke Stromkabel führen aber bereits dorthin. Nun brannten dort Stromkabel. Der Staatsschutz ermittelt.  

Ermittler sicherten in der Nähe der Tesla-Baustelle Spuren.
Ermittler sicherten in der Nähe der Tesla-Baustelle Spuren.Foto: dpa

Grünheide - Nach dem Brand von Stromkabeln in der Nähe des künftigen Tesla-Werks in Grünheide ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin reklamiert die linksextremistische "Vulkangruppe" für sich, sechs überirdisch verlegte Hochspannungskabel in Brand gesetzt zu haben. "Tesla ist weder grün, ökologisch noch sozial. Tesla ist ein Konzern, der weltweit Raubbau betreibt, Lebensgrundlagen zerstört sowie koloniale Ausbeutungsverhältnisse nutzt und herstellt", heißt es in dem Schreiben. 

Ziel der Gruppe sei die Sabotage der Tesla-Baustelle gewesen. "Gegen den Fortschritt der Zerstörung – setzen wir die Sabotage. Klimastreik für eine andere Welt!" Die Polizei überprüft das Schreiben. Der Name Vulkangruppe tauchte in den vergangenen Jahren mehrfach im Zusammenhang mit Brandanschlägen auf. Die Gruppe beanspruchte unter anderem für sich, im April 2020 einen Brand in einer Baugrube im Berliner Ortsteil Charlottenburg gelegt zu haben. Dabei wurden freiliegende Versorgungskabel schwer beschädigt. 

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Die Stromkabel in einem Wald etwa 500 Meter von dem Werk des Autobauers entfernt hatten in der Nacht zu Mittwoch gebrannt. Die armdicken Kabel versorgen unter anderem auch die Baustelle der Autofabrik. Die Polizei wurde gegen 2.40 Uhr über den Brand informiert.

Der Staatsschutz der Polizei hatte schon vor der Veröffentlichung des Bekennerschreibens Brandstiftung und ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen. „Die Ermittlungsgruppe des LKA ist gerade vor Ort und untersucht den Tatort“, hieß es am Mittwochmorgen. 

In Grünheide sollen demnächst E-Autos hergestellt werden.
In Grünheide sollen demnächst E-Autos hergestellt werden.Foto: dpa

Trotz des Feuers seien die Kabel aber noch funktionsfähig. Nicht nur Stromkabel, sondern auch rund drei Quadratmeter Waldboden seien von den Flammen erfasst worden. 

"Haben das befürchtet"

Die Bürgerinitiative Grünheide, die den Bau der Tesla-Fabrik kritisch begleitet, hat sich gegen gewalttätige Aktionen an der Baustelle des US-Elektroautobauer gewandt - solche aber für möglich gehalten. „Wir haben das befürchtet, weil sich viele Menschen nicht mitgenommen fühlen im demokratischen Prozess der Ansiedlung von Tesla“, sagte Streffen Schorcht von der Bürgerinitiative am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Ursprünglich wollte der Autobauer im Juli mit der Produktion beginnen, es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. In einer ersten Produktionsphase sind 12.000 Beschäftigte und bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr geplant. (mit dpa)


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