HINTERGRUND : Extremkälte durch Erwärmung

Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) kam zu dem Ergebnis, dass extreme Winterkälte mit einem schwächer werdenden Polarwirbel zusammenhängen kann. „Wenn die starken, um die Arktis kreisenden Winde nachlassen, kann kalte Polarluft entweichen und extreme Winter auf Teilen der Nordhalbkugel auslösen“, so das PIK. Eine ähnliche Situation ist aktuell in Nordamerika zu beobachten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass solche Schwächephasen über die letzten vier Jahrzehnte an Dauer zugenommen haben. Zum ersten Mal zeigen hier Wissenschaftler in der Untersuchung, dass die Veränderung der Winde hoch oben in der Stratosphäre maßgeblich zu den beobachteten Winterkältetrends im Norden Europas und Asiens beigetragen hat. Während der Einfluss der sich im Klimawandel erwärmenden Arktis auf die übrige Welt noch Gegenstand intensiver Forschung ist, bietet die neue Studie nach Worten der Forscher weitere Belege dafür, dass Veränderungen der Arktis das Wetter in weiten Teilen der Nordhalbkugel beeinflussen. „Im Winter ist die eiskalte arktische Luft normalerweise von starken, den Nordpol umkreisenden Winden mehrere zehntausend Meter hoch in der Atmosphäre eingeschlossen“, erklärte Marlene Kretschmer vom PIK, die leitende Autorin der im Bulletin of the American Meteorological Society veröffentlichten Studie. "Wir fanden heraus, dass es bei diesem Polarwirbel in der Stratosphäre einen Wandel zu länger anhaltenden Schwächezuständen gibt.“ Das erlaube kalter Luft, aus dem Bereich der Arktis auszubrechen und Russland, Europa und die nordöstlichen USA mit Kälte-Extremen zu bedrohen. Kix

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