Wissenschaft : Glaubwürdige Klimaszenarien

Virtuelle Atmosphären- und Klimaforschung

Virtuelle Atmosphären- und Klimaforschung Das Institut für Physik, das Institut für Mathematik der Universität Potsdam und die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) können gemeinsam in dem im September 2004 gegründeten Virtuellen Institute Pole-Equator-Pole (PEP) drei Jahre lang auf dem Gebiet der Atmosphären- und Klimaforschung arbeiten. Möglich macht das nach Informationen der Universität eine Finanzierung der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF). Hintergrund des Forschungsprojekts ist die Tatsache, dass die Ursachen beobachteter atmosphärischer Trends noch immer nicht völlig klar sind. Deshalb soll nun untersucht werden, welche natürlichen und vom Menschen beeinflussten Prozesse durch atmosphärische Spurenstoffeinträge an den Änderungen im Klimasystem der Erde beteiligt sind. Als klimarelevante Spurenstoffe gelten etwa Ozon, Wasserdampf und auch Aerosol, also luftgetragene feste oder flüssige Partikel. Über deren künftige Entwicklung weiß man heute noch wenig. Einig sind sich die Forscher, dass eine Bestimmung verlässlicher Klimaänderungsmerkmale aber unabdingbar scheint, damit die Gesellschaft noch rechtzeitig in geeigneter Weise auf sie reagieren kann. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, reichen die in die wissenschaftliche Analyse einbezogenen Regionen vom Nordpol über den Äquator bis zum Südpol. Von Seiten der Universität Potsdam haben Prof. Dr. Jürgen Kurths vom Institut für Physik und Dr. Christine Böckmann vom Institut für Mathematik die Projektleitung wichtiger Arbeitspakete übernommen. Diese betreffen die Ursachen dekadischer Veränderungen in Klimamodellen und die Strahlungs- und Klimawirkung von Aerosolen. Aerosole beeinflussen direkt und über Wolkenprozesse den Strahlungshaushalt der Atmosphäre. Und sie haben unterschiedliche Effekte, die die Experten immer wieder vor neue Fragen stellen. Die Unsicherheiten durch Aerosoleffekte sollen nun in entsprechenden Klimamodellen verringert werden. Damit wäre man einen Schritt weiter in Richtung glaubwürdigerer Klimaszenarien. PNN

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