„Wir brauchen Cash“ : Bund reagiert zurückhaltend auf BER-Forderung nach mehr Geld

Die Liquidität reicht nur noch bis Anfang 2022. „Wir brauchen schnell Geld“, sagt BER-Chefin Aletta von Massenbach. Der Bund erwartet bis Freitag einen Bericht.

Nicht, dass hier jemand absperrt: Blick auf die Besucherterrasse des Hauptstadtflughafens BER.
Nicht, dass hier jemand absperrt: Blick auf die Besucherterrasse des Hauptstadtflughafens BER.Foto: Christoph Soeder/dpa

Die geschäftsführende Bundesregierung hat zurückhaltend auf die Forderung des Hauptstadtflughafens BER nach neuen Finanzhilfen reagiert.

Ein Sprecher des geschäftsführenden Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) sagte am Montag in Berlin, es sei ein Bericht der Flughafengesellschaft angefordert worden, der bis diesen Freitag vorliegen soll. Dabei werde es um die Verbesserung von Betriebsabläufen sowie die finanzielle Lage gehen.

Der Sprecher wollte sich ebenso wie eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums nicht zur Frage äußern, ob der Bund bereit ist für neue Finanzhilfen.

Die Chefin der Flughafengesellschaft FBB, Aletta von Massenbach, hatte dem Tagesspiegel gesagt: „Wir brauchen schnell Geld, wir brauchen Cash.“ Die Liquidität reiche nur noch bis zum ersten Quartal 2022. Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

[Lesen Sie mehr: Das große Interview mit der neuen BER-Chefin Aletta von Massenbach bei Tagesspiegel Plus]

Im vergangenen Jahr machte die FBB gut eine Milliarde Euro Verlust. Auch für die kommenden Jahre wird mit hohen Fehlbeträgen gerechnet. „Wir können den Kapitaldienst für eine lange Zeit nicht selbst stemmen“, betonte von Massenbach. Bis 2026 werden demnach von den Eignern weitere 2,4 Milliarden Euro gebraucht.

Der neue Flughafen war am 31. Oktober vor einem Jahr eröffnet worden. Acht Millionen Fluggäste haben ihn in der Coranakrise genutzt. In Tegel und am alten Schönefelder Flughafen hatte es 2019 noch 36 Millionen Passagiere gegeben. Zwei der drei BER-Terminals sowie eine der beiden Start- und Landebahnen werden derzeit nicht genutzt. (dpa)