• Nach Schwimmhallen-Einsturz in Schwedt: Kriminalpolizei erstattet Anzeige wegen Baugefährdung
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Nach Schwimmhallen-Einsturz in Schwedt : Kriminalpolizei erstattet Anzeige wegen Baugefährdung

In Schwedt in der Uckermark ist am Sonntag das Dach einer Schwimmhalle eingestürzt. „Die ganze Stadt ist im Schockzustand“, sagt Bürgermeister Jürgen Polzehl.

Ein Polizeiauto steht vor der Schwimmhalle in Schwedt. 
Ein Polizeiauto steht vor der Schwimmhalle in Schwedt. Foto: dpa

Im Fall der am Sonntagnachmittag durch einen Dacheinsturz schwer beschädigten Schwimmhalle im uckermärkischen Schwedt hat die Kriminalpolizei am Montag Anzeige von Amts wegen Baugefährdung erstattet. Das sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Frankfurt (Oder) auf Anfrage des Tagesspiegels. 

„Die Strafanzeige richtet sich gegen Unbekannt und liegt der zuständigen Staatsanwaltschaft in Neuruppin vor. Die muss nun entscheiden, inwiefern tatsächlich Ermittlungen stattfinden.“ Zur Spurensicherung habe man den Unglücksort gegen das Betreten von Unbefugten gesichert.

Betreiber der Schwimmhalle sind die Technischen Werke Schwedt, eine hundertprozentige Tochter der Stadt. Deren Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) ist wie viele andere ratlos und tief betroffen. „Die ganze Stadt ist im Schockzustand“, sagte er am Montag dem Tagesspiegel. „Das große Glück im Unglück war, dass am Sonntagnachmittag weder Besucher noch Bauarbeiter im Gebäude waren.“

Das Dach der Schwimmhalle in Schwedt war am Sonntag nach Angaben der Polizei „komplett eingestürzt“ - wenige Tage vor der geplanten Wiedereröffnung der sanierten Halle. Betroffen sei eine Fläche von circa 50 mal 70 Meter, es sei ein Millionenschaden entstanden, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Verletzt wurde niemand.

Das Dach der Schwimmhalle in Schwedt ist am Sonntag komplett eingestürzt.
Das Dach der Schwimmhalle in Schwedt ist am Sonntag komplett eingestürzt.Foto: Fred Müller/TNN/dpa

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Wegen Sanierungsarbeiten ist das „Aquarium“ in der Stadt in Brandenburg derzeit geschlossen. Für kommenden Donnerstag war die Wiederöffnung geplant. „Wir haben noch Glück gehabt, wäre das Donnerstag passiert, hätte es Tote gegeben“, sagte der Sprecher weiter.

Zum Zeitpunkt des Einsturzes seien glücklicherweise keine Bauarbeiten im Gange gewesen, sagte der Sprecher weiter. Lediglich zwei Menschen, die in der Gastronomie des Schwimmbads arbeiten und einen Außer-Haus-Verkauf anbieten, waren demnach vor Ort - sie blieben unverletzt.

Die Renovierung betraf nach Angaben des Polizeisprechers das Schwimmbecken, nicht das Dach. Nach dem Einsturz sei nun keine Schwimmfläche mehr zu sehen, die Sanierungsarbeiten seien wohl komplett hinfällig. Die Ursache sei noch völlig unklar, hieß es weiter. (mit dpa)