• Göring-Eckardt und Özdemir verteidigen ihre Chefin: Grüne sehen Baerbocks Glaubwürdigkeit als ihre „absolute Stärke“
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Göring-Eckardt und Özdemir verteidigen ihre Chefin : Grüne sehen Baerbocks Glaubwürdigkeit als ihre „absolute Stärke“

Fraktionschefin Göring-Eckhardt bescheinigt Baerbock einen „klaren Wertekompass“ – weil die Fehler einräumt. Sie selbst nennt ihren Lebenslauf „komprimiert“.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die GrünenFoto: dpa/Kay Nietfeld

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wegen ihrer Falschangaben im Lebenslauf verteidigt. „Fehler, die sind menschlich und alle haben wir wahrscheinlich schon welche gemacht“, sagte sie am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. „Aber es geht um den Umgang mit Fehlern.“

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet etwa habe „Klausuren verdattelt und hat dann Zensuren erfunden“. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz stehe im Wirecard-Untersuchungsausschuss unter Beschuss.

Baerbock habe dagegen einen „klaren Wertekompass“. „Ihre Glaubwürdigkeit ist hergestellt dadurch, dass sie zu dem steht, was sie falsch gemacht hat und Tag und Nacht um das kämpft, was jetzt zentral und was jetzt wichtig ist“, sagte Göring Eckhart. „Das ist ihre absolute Stärke, dass sie sich in den Wind stellt und dass sie sagt, ja, ich nehme es auch auf meine Haut und trotzdem mache ich weiter, trotzdem kämpfe ich weiter um das, worum es jetzt geht.“

Ex-Parteichef Cem Özdemir wählt auf Baerbock angesprochen ähnliche Worte. Er sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“: „Besser, wir machen jetzt die Fehler, die man korrigieren kann, als kurz vor der Wahl.“ Der Blick gehe nun nach vorne, so Özdemir.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock wird Details ihren Lebenslauf nach eigenen Angaben nicht noch einmal richtigstellen müssen. Die Frage, ob das die Korrekturen damit abgeschlossen seien bejahte sie am Donnerstagabend in der ARD-Sendung „Farbe bekennen“.

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Die Frage „Warum machen Sie sich toller als Sie eigentlich sind?“ wehrte die designierte Kanzlerkandidatin der Grünen ab. „Das hab' ich so nicht gemacht.“ Sie habe wichtige beruflichen Etappen und ihre Verbindungen zu Vereinen und Organisationen im Lebenslauf auf ihrer Website „sehr komprimiert“ dargestellt.

Baerbock hatte auf ihrer Website unter Mitgliedschaften zunächst unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt „Mitgliedschaften“ nun „Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung“. „Das war offensichtlich sehr schlampig“, sagte Baerbock. „Ich habe da offensichtlich einen Fehler gemacht, und das tut mir sehr, sehr leid, weil es ja eigentlich in diesen Momenten um große andere Fragen gerade in unserem Land geht.“

Baerbock machte deutlich, dass sie die Kanzlerkandidatur der Grünen nicht an Co-Parteichef Robert Habeck abgeben will. Sie finde es wichtig, zu Fehlern zu stehen und sich zu korrigieren. „Jeder Mensch macht Fehler im Leben.“ Sich nun zu verstecken oder zurückzuziehen, „das bin ich ganz und gar nicht“. Am Samstag soll der Parteitag die Nominierung Baerbocks bestätigen und in der gleichen Abstimmung auch über das Spitzenduo Baerbock und Habeck abstimmen.

Nach Baerbocks Nominierung im April lagen die Grünen in Umfragen zeitweise vor der Union bei 28 Prozent. Im aktuellen ARD-Deutschlandtrend von infratest dimap steht die Partei nun hingegen bei 20 Prozent, die CDU/CSU bei 28 Prozent.

Auch im Direktvergleich der drei Kanzlerkandidaten lag Baerbock zeitweise vorn. 28 Prozent der Befragten hätten sich im Mai für sie entschieden, wenn die Kanzlerin direkt wählbar wäre - aktuell landet Baerbock mit deutlichen Verlusten mit 16 Prozent auf Platz drei hinter CDU-Kandidat Armin Laschet und SPD-Kandidat Olaf Scholz. Mit Blick auf die einstigen 28 Prozent persönliche Zustimmung sagte Baerbock: „So heilig war ich nie, sondern alle machen Fehler.“ Dafür habe sie schmerzlich bezahlt, was man auch in den Umfragen sehe. (Tsp, dpa)

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