• Unentschieden gegen Viktoria Berlin: Nulldrei-Trainer Marco Vorbeck zufrieden mit "Männerfußball"

Unentschieden gegen Viktoria Berlin : Nulldrei-Trainer Marco Vorbeck zufrieden mit "Männerfußball"

Zum ersten Saisonsieg hat es für den SV Babelsberg 03 gegen Viktoria Berlin wieder nicht gereicht. Nulldrei-Trainer Marco Vorbeck war von dem "richtigen Männerfußball" seiner Truppe jedoch angetan.

1813 Zuschauern haben am Freitagabend "richtigen Männerfußball" im Karl-Liebknecht-Stadion gesehen.
1813 Zuschauern haben am Freitagabend "richtigen Männerfußball" im Karl-Liebknecht-Stadion gesehen.Foto: Hajo von Cölln

Potsdam - Auch wenn es nicht zum ersten Saisonsieg gereicht hat – die Leistungssteigerung des SV Babelsberg 03 beim 0:0 gegen den FC Viktoria 1899 Berlin war deutlich. Eine Verbesserung „um 100 Prozent“ attestierte Trainer Marco Vorbeck seiner Mannschaft, „richtigen Männerfußball“ hätten seine jungen Spieler gezeigt. Vorbeck hatte seine Spieler auf eine „super Atmosphäre“ unter Flutlicht und vor 1813 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion eingestimmt und sie animiert. „Das müssen wir den Fans zurückgeben“.

Es wäre allzu filmreif gewesen, hätte die letzte Szene des Spiels zu vollkommenen „Happy end“ geführt: Doch kratzte Viktoria-Verteidiger Cimo Patric Röcker den Schuss von Ahmet Sagat noch von der Torlinie. Somit blieb die Überlegenheit, mit der die Babelsberger in der zweiten Halbzeit die Partie geführt hatten, ungekrönt. Anders formuliert: Der SVB verpasste die Chance, mit einem Mann auf dem Platz drei Punkte zu holen. Nach harten Einsatz gegen Valentin Rode sah Berlins Rudolf Dovny Ndualu kurz vor dem Halbzeitpfiff die Rote Karte. Rode musste mit Verdacht auf Jochbeinbruch ins Krankenhaus, am Tag danach gab es jedoch Entwarnung für den SVB-Innenverteidiger, der eine heftige Prellung und eine Gehirnerschütterung erlitt.

Ein weiterer längerer Ausfall eines Abwehrspielers hätte Vorbeck vor ein neues Problem gestellt, nachdem er ein anderes gerade gelöst hatte, indem er für die linke Abwehrposition Ugurtan Cepni zum SVB zurückholte. Der 36-Jährige stand auch sogleich in der Startelf und gab bis zum seiner Auswechslung in der 70. Minute ein starkes und leidenschaftliches Comeback im „Karli“. „Ich war sehr nervös vor dem Spiel“, gestand Cepni später, wovon auf dem Platz nichts zu merken war. Er war ständiger Antreiber und Kommunikator – und beinahe Torschütze, doch landete in der 38. Minute sein strammer Schuss aus 18 Metern am Pfosten.

"Vieles richtig gut gemacht"

Für beide Trainer waren die 90 Minuten ein wertvoller Erkenntnisgewinn, wohin sich ihre Mannschaften in den kommenden Wochen entwickeln können. Viktorias Coach Benedetto Muzzicato befand, dass die Ansprüche seiner Spieler und des Vereins höher seien als die Realität. „Es wird länger dauern als gedacht“, meinte er angesichts seiner kritischen Analyse des Spiels seiner Mannschaft, „die nicht mutig nach vorn gespielt und Räume nicht erkannt hat“. Dass es für den SVB eine schwierige Saison wird, hat Marco Vorbeck indes nie verhehlt. Insofern war er „glücklich“, dass „vieles schon deutlich besser aussah als in den letzten Spielen“. Dabei deutete Yasin Kaya an, welch prägende Rolle er im Spiel des SVB künftig spielen kann. Mit klugen Pässen initiierte 19-Jährige immer wieder gefährliche Situationen. Leonard Koch war in nahezu allen Momenten verlässlicher Abräumer im defensiven Mittelfeld und David Danko offensiver Gestalter und Antreiber. „Wir haben Vieles richtig gut gemacht. Im Spiel nach vorn müssen wir aber noch mehr Geduld haben“, resümierte Vorbeck.