• SV Babelsberg 03 weiter ungeschlagen im Jahr 2019: Flugshow mit Flügel

SV Babelsberg 03 weiter ungeschlagen im Jahr 2019 : Flugshow mit Flügel

Beim 1:1 gegen den Berliner AK verließ Marco Flügel, der Torwart des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03, seine Ruhezone. Dazu bewies Almedin Civa ein glückliches Händchen und Pieter Wolff handelte rasant mit Köpfchen. Nun geht's gegen die Hertha-Bubis weiter.  

Richtig zugepackt. Seit fünf Spielen ist Marco Flügel die Nummer eins im Babelsberger Tor. 
Richtig zugepackt. Seit fünf Spielen ist Marco Flügel die Nummer eins im Babelsberger Tor. Foto: Jan Kuppert

Potsdam - Marco Flügel ist ein ruhiger Zeitgenosse. Scheinbar nichts kann den 24 Jahre alten Fußballtorhüter des SV Babelsberg 03 aus der Fassung bringen. Mit seinem Talent als Feldspieler lässt er so manchen Zuschauer schon mal den Atem anhalten, wenn der Torwart den Ball seelenruhig mit dem Fuß aus dem Strafraum spielt – meist genau auf einen Mitspieler. 

"Taktische Finessen auf beiden Seiten"

Als er vor einigen Monaten das Sporttreiben etwas zu gemächlich praktizierte und ein paar Pfund zu viel auf den Rippen hatte, musste ihn SVB-Trainer Almedin Civa eine deutliche Ansage machen. Die hat gewirkt. Seit fünf Spielen steht das Nulldrei-Eigengewächs im Babelsberger Tor. Flügel hat die bisherige Nummer eins, Marvin Gladrow, auf die Bank verdrängt. Vier Partien liefen auch so ganz nach Flügels Geschmack. Er hatte wenig zu tun, seine Vorderleute entschärften fast alles, was hätte für den Keeper gefährlich werden können. Doch am vergangenen Mittwoch sollte sich das ändern: Beim 1:1 (0:0) gegen den Berliner AK konnte Flügel im Karl-Liebknecht-Stadion vor 1532 Zuschauern zeigen, was er kann.

Es war eine sehenswerte Regionalliga-Partie bei stürmischem Regen, in der BAK-Trainer Ersan Parlatan „taktische Finessen auf beiden Seiten“ gesehen hatte. Und je länger das Spiel ging, desto mehr verstärkte sich der Eindruck, dass derjenige verlieren würde, der einen Fehler macht. Marco Flügel machte keinen. Beim Führungstreffer des Tabellenzweiten aus dem Berliner Wedding war er machtlos: Zu frei stand BAK-Spielmacher Tolcay Cigerci bei der Hereingabe von Seref Özcan vor dem SVB-Tor, als dass Flügel den Treffer hätte verhindern können. Aber sonst! Als der BAK Ende der ersten Halbzeit zahlreiche Belege dafür lieferte, weshalb er auf Rang zwei der Nordoststaffel steht und drei, vier richtig gute Chancen herausgespielt hatte, war Flügel da. Unaufgeregt pflückte er hohe Bälle herunter, bei einem vielversprechenden Versuch des schussstarken Oliver Hofmann setzte der SVB-Schlussmann zur Flugshow an, keine 60 Sekunden später entschärfte er einen Kopfball mit tollem Reflex. Auch nach dem Seitenwechsel bewahrte Flügel seine Mannschaft mit guten Paraden vor einem Rückstand, als das Räumkommando vor ihm außer Gefecht gesetzt worden war. „Heute konnte ich mich mal auszeichnen“, meinte Flügel nach Spielschluss, ergänzte aber mit einem Schmunzeln: „Lieber ist mir, dass wir gar nichts an Chancen zulassen.“ Gleichwohl: „Der Spaßfaktor war riesig“, gestand der Keeper. 

Pieter Wolff trifft mit seiner ersten Ballberührung

Durch die zuvor guten Spiele gegen Leipzig, Rathenow und Nordhausen haben die SVB-Spieler den Bewertungsmaßstab für ihren Trainer hochgelegt. Daher war Civa „mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden, denn da war der BAK klar besser und wir sind ohne Ball zu viel gelaufen“. Und eigentlich sei in einem Spiel, in dem ein Fehler entscheidend sein kann, alles gelaufen, „wenn man in der 75. Minute ein Tor bekommt“, so Civa. Doch hatte er ein glückliches Händchen, als er unmittelbar nach dem 0:1 Pieter Wolf einwechselte und dieser mit seiner ersten Ballberührung nach einem langen Einwurf von Lionel Salla ins Tor köpfte. „Da haben wir einen Fehler gemacht, waren nicht wachsam“, ärgerte sich BAK-Trainer Parlatan. 

Am Sonntag (Beginn: 13.30 Uhr) gastiert der sechstplatzierte SVB bei Hertha BSC II - die Hertha-Bubis rangieren zwei Positionen vor dem Kiezklub. 1:4 verloren die Babelsberger in der Hinrunde. Es wird für Marco Flügel womöglich kein ruhiger Nachmittag im Amateurstadion des Olympiaparks.