• SV Babelsberg 03: Brisantes Finale

SV Babelsberg 03 : Brisantes Finale

Der Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 gab sich keine Blöße. Er gewann sein Landespokalhalbfinale beim Brandenburgliga-Vertreter MSV Neuruppin und trifft nun im Endspiel auf Titelverteidiger Energie Cottbus. Doch wo steigt das Endspiel?

Er war Vorbereiter und Vollstrecker. Manuel Hoffmann (l.) war an beiden Toren für den SVB beteiligt. Der erst 18-jährige Tim Schultka (r.) machte für den MSV Neuruppin eine starke Partie.
Er war Vorbereiter und Vollstrecker. Manuel Hoffmann (l.) war an beiden Toren für den SVB beteiligt. Der erst 18-jährige Tim...Foto: Marcus Keiper

Der Lohn war schwer erarbeitet. „Wir mussten uns ganz schön strecken“, sagte Trainer Almedin Civa nach dem Einzug seines SV Babelsberg 03 ins Finale des AOK-Fußballlandespokals. Mit 2:0 (1:0) setzte sich der Regionalligist am Samstagnachmittag beim Brandenburgliga-Vertreter MSV Neuruppin durch. Tore von Mike Eglseder (47.) und Manuel Hoffmann (62.) ebneten den Weg ins Endspiel, wo der FC Energie Cottbus wartet. Die Lausitzer gewannen im zweiten Halbfinale 3:2 beim FSV Union Fürstenwalde.

Der SVB war gut beraten gewesen, den zwei Klassen tiefer spielenden Gegner nicht zu unterschätzen. Einen selbstbewussten und konzentrierten Auftritt hatte Nulldrei-Kapitän Philip Saalbach verlangt und angekündigt, denn der Underdog wehrte sich tapfer gegen den Favoriten aus der Regionalliga. Und der SVB übernahm im Volksparkstadion von Beginn an die Initiative, erspielte sich sofort durch viel Ballbesitz die Hoheit auf dem Platz und hatte durch Sven Reimann die ersten Abschlüsse. Neuruppin reagierte defensiv mit viel Aufwand und Leidenschaft. „So viele Chancen haben wir nicht zugelassen“, konstatierte MSV-Coach Harry Bloch für die ersten 45 Minuten.

Tore durch Eglseder und Hoffmann

Vielleicht war es genau das, was den SVB etwas nervös werden ließ. Denn nach druckvollen Babelsberger Minuten „hatten wir eine Phase, in der wir viele leichte Fehler und den Gegner stark gemacht haben“, analysierte Lukas Knechtel später. Sein Trainer sah es genauso, schon Mitte der ersten Halbzeit monierte er an der Seitenlinie das ungeduldige Spiel seiner Mannschaft. „Da haben wir zu früh die Bälle geschlagen als gespielt“, so Civa. Doch kündigte die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff an, was sich im zweiten Durchgang bessern sollte: Ein schöner Spielzug über Farid Abderrahmane und Tino Schmidt endete erst am starken MSV-Schlussmann Johannes Wilke.

Das Neuruppiner Vorhaben, lange die Null zu halten, endete zwei Minuten nach dem Seitenwechsel: Einen von Manuel Hoffmann in den Strafraum getretenen Freistoß verlängerte Egelseder per Kopf ins lange Toreck. Fortan spielte der SVB gelöster und kam zu weiteren Chancen. Nach gut einer Stunde erhöhte Hoffmann auf 2:0, als die MSV-Hintermannschaft einen lang geschlagenen Ball von Nulldrei-Keeper Marvin Gladrow nicht konsequent klären konnte.

Auslosung des Heimrechts am Donnerstag

Besiegelt war der Finaleinzug damit aber nicht. Es wurde zwar auch keine wirklich hitzige Pokalschlacht, dazu spielte der SVB letztlich zu abgeklärt. Aber leichtfertige Ballverluste ermöglichten den sich tapfer wehrenden Fontanestädtern immer wieder offensive Aktionen. Und die können gefährlich werden, denn mit Marcel Weckwerth hat der MSV einen wahren Knipser in seinen Reihen. Der agile Torjäger versetzte die Babelsberger Abwehr auch immer wieder in Alarm- und Handlungsbereitschaft. Und wenn der 27-Jährige eine an sich für ihn 100-prozentige Chance genutzt und sich sieben Minuten vor Schluss den Ball von Gladrow nicht von den Füßen hätte fischen lassen – es wäre eine heiße Schlussphase geworden. „In einem Punktspiel wäre ich richtig sauer gewesen“, meinte Civa nach dem Schlusspfiff, so aber zeigte er sich gnädig: „Das ist eben Pokal.“

Der Einzug ins Finale soll nur ein Teilerfolg sein, jetzt wollen die Spieler auch die Trophäe. „Ich bin richtig heiß auf Cottbus“, freute sich Lukas Knechtel auf das Endspiel. Ob das Endspiel in Cottbus oder in Potsdam stattfindet, wird am kommenden Donnerstag (11 Uhr/AOK-Zentrale in Teltow) ausgelost. Der Fußball-Landesverband habe in den vergangenen Jahren immer gute Erfahrungen damit gemacht, dass das Finale bei einem der beiden Endspiel-Konkurrenten ausgetragen wird, weil die Zuschauerzahl größer ist. Offizieller Termin ist der 21. Mai: Am Pfingstmontag werden am „Tag der Amateure“ in einer Live-Konferenz alle Landespokal-Endspiele gezeigt. Jedoch hat Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz gebeten, das märkische Finale vorzuziehen, um ausreichend Regenerationszeit für die anschließenden Drittliga-Aufstiegsspiele zu haben. Entscheiden muss das der Landesverband. 

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