• SC Potsdam kämpft sich zurück in die Erfolgsspur: Neues Personal, frischer Mut

SC Potsdam kämpft sich zurück in die Erfolgsspur : Neues Personal, frischer Mut

Mit zwei Heimsiegen richet sich der Bundesligist für das Pokalfinale mental auf. Ende das Monat steht das Saison-Highlight bevor.

Neuverpflichtung Jennifer Nogueras hilft dem SC Potsdam aus der Krise. Bei den zuletzt zwei Heimsiegen in der Bundesliga gab die Zuspielerin einen überzeugenden Einstand. 
Neuverpflichtung Jennifer Nogueras hilft dem SC Potsdam aus der Krise. Bei den zuletzt zwei Heimsiegen in der Bundesliga gab die...Foto: Gerhard Pohl / SC Potsdam

Potsdam - Mit zwei Heimsiegen in Folge haben sich die Volleyballerinnen des SC Potsdam in der Bundesliga zurück in die Erfolgsspur gekämpft. Am Mittwochabend siegten die Potsdamerinnen gegen die Ladies in Black aus Aachen mit 3:1, am vergangenen Wochenende verbuchten sie einen 3:0-Erfolg gegen den VC Wiesbaden. Nach zuvor vier Niederlagen sendete die Mannschaft von Trainer Guillermo Hernandez somit ein Lebenszeichen an die Liga-Konkurrenz. Das Spitzenduo aus Dresden und Stuttgart hat sich mit 36 Punkten bereits deutlich abgesetzt, dahinter bewegen sich mit elf beziehungsweise zehn Punkten Rückstand Schwerin, Vilsbiburg und Potsdam als aktuell Tabellenfünfter auf Augenhöhe.

Die Potsdamerinnen waren nach einem furiosen Saisonstart mit vier Siegen aus fünf Spielen und dem sensationellen Erfolg im Pokalhalbfinale gegen den MTV Allianz Stuttgart sowie dem Erstrunden-Erfolg im CEV-Europapokal gehörig aus dem Rhythmus geraten. Ende November noch lobte Sportdirektor Toni Rieger, dass die Mannschaft besser und weiter sei als im Jahr zuvor, dann zeigten die enge Belastungsfolge mit Liga- und Pokalspielen Wirkung und es begann die Durststrecke. Zunächst die Verschiebung und dann der endgültige Verzicht auf das Achtelfinal-Turnier im Europapokal in der Türkei sowie personelle Umbrüche im Laufe der Saison gingen nicht spurlos am Team vorbei. 

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Kapitänin Antonia Stautz und Annahmespielerin Lindsey Ruddins fallen seit einiger Zeit verletzt aus, zudem bat Zuspielerin Ana Tiemi Takagui um eine vorzeitige Auflösung ihres Vertrages. Die Verpflichtung der brasilianischen Zuspielerin galt zu Saisonbeginn als wahrer Coup, mit ihrer großen internationalen Erfahrung sollte die 33-Jährige dem jungen SC-Team Rückhalt und Sicherheit geben. Doch nach langer Abstinenz von der Heimat wurde das Heimweh zu groß, sodass sie darum bat, dass der Verein sie Ende Februar aus dem Vertrag entlässt. Ihr letztes Spiel in den Farben der Potsdamer wird am 28. Februar das Pokalfinale gegen Schwerin sein.

Jennifer Nogueras kam aus Ungarn

Ersatz für die wichtige Zuspiel-Position wurde schnell gefunden. Kurz nach dem Jahreswechsel verpflichtete der SC die 29-jährige Jennifer Nogueras. Die gebürtige Puertoricanerin stand bis dahin beim ungarischen Spitzenteam Vasas Obuda unter Vertrag. Nach den ersten drei Spielen für ihren neuen Verein nennt Trainer Hernandez den Einstand seiner neuen Zuspielerin beachtlich. Sie habe sich erstaunlich schnell eingefügt und zurechtgefunden. Bereits einige Wochen zuvor hatte Hernandez die 17-jährige Sarah Stiriz aus der zweiten Mannschaft in den Bundesligakader geholt. 

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Da der Spielbetrieb für die zweite Mannschaft ruht, soll das Nachwuchstalent Einsätze in der Bundesliga bekommen, gleichzeitig hat Hernandez mit ihr auf der Libera-Position eine Wechseloption. Ebenfalls erst 17 Jahre jung ist Anastasia Cekulaev, die vom Ausbildungsverein VCO Berlin kommt und nun ein Zweitspielrecht für den SC Potsdam erhalten hat. Die deutsche Nachwuchs-Auswahlspielerin soll durch Erstliga-Einsätze ihre nächsten Entwicklungsschritte machen, Cheftrainer Hernandez sieht in der Mittelblockerin einen Volleyball-Diamanten.

Nach der knappen 2:3-Niederlage gegen Suhl zum Jahresauftakt geht die Leistungskurve des SC Potsdam nunmehr wieder leicht nach oben. „Es war heute wieder ein Schritt nach vorn, denn jeder Sieg bringt uns im Selbstbewusstsein weiter, was in der gegenwärtigen Phase gerade wichtig ist“, sagte Sportdirektor Toni Rieger nach dem Erfolg am Mittwoch gegen Aachen. 

Es waren vor allem mentale Schwächen, die in den zurückliegenden Wochen zu der Niederlagenserie geführte hatten. Viele Sätze gingen erst in finalen Phasen verloren, was zunehmend zu einer Kopfsache wurde. Der Sieg gegen Wiesbaden vor Wochenfrist indes könnte genau eine Umkehrreaktion bewirken, denn ausgerechnet der Angstgegner, gegen den der SC Potsdam seit 2017 nicht mehr in eigener Halle gewinnen konnte, wurde klar dominiert. Bereits am kommenden Sonntag kann sich der SC Potsdam beim Gastspiel gegen den USC Münster tiefer in die Erfolgsspur spielen.

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