• Rettungsaktion des SVB: Mit virtuellen Flitzern durch die Coronakrise

Rettungsaktion des SVB : Mit virtuellen Flitzern durch die Coronakrise

Mit Retro-Spielberichten hatte der SV Babelsberg 03 den Anfang bei seinem Kampf gegen wirtschaftliche Probleme aufgrund der Virus-Pandemie gemacht. Nun erweitert der Fußball-Regionalligist sein Bestreben - und das in Erinnerung an acht legendäre Tage. 

Die Nulldreier laden zum imaginären Spiel in Zeiten des Coronavirus.
Die Nulldreier laden zum imaginären Spiel in Zeiten des Coronavirus.Foto: promo

Potsdam - Der SV Babelsberg 03 hat weitere Aktionen gestartet, um gegen seine wirtschaftlichen Probleme aufgrund der Coronakrise anzukämpfen. Mit einem virtuellen Saisonfinale und einem Rabattverkauf des Fanshops möchte der Fußball-Regionalligist ausbleibende Einnahmen während der Spielpause ausgleichen – das Ganze läuft unter dem Slogan „Alles raus – alle rein! Für Nulldrei!“ Zuvor hatte der SVB bereits Retro-Matchdays initiiert. Dabei können Fans per Spende Videos von besonderen Babelsberger Spielen der Vergangenheit freischalten.

Im Mai 2011 halfen Fans, den SVB vor dem Kollaps zu retten

Laut Vereinspräsident Archibald Horlitz drohen dem Kiezklub in Folge der Covid-19-Pandemie finanzielle Verluste im sechsstelligen Bereich, was „existenzbedrohend“ werden könne, so Horlitz. Der SVB hat für Spieler, Trainer und weitere Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt und möchte dieses Ersatzgeld für die Geringverdiener selber aufstocken.

Beim Aufruf zur neuen Hilfsaktion weckt Babelsberg 03 Erinnerungen an die legendären acht Tage im Mai 2011. Damals stand der Verein vor der Insolvenz, sodass auf die Lizenz für die 3. Liga hätte verzichtet werden müssen. Fans sammelten daraufhin – zum Beispiel durch Flaschenpfand und Blutspenden – rund 80.000 Euro. Unter anderem diese Summe half, den Kollaps zu verhindern. Neun Jahre später gelte es nun in der Coronakrise erneut, die Herausforderung gemeinsam zu schaffen, wird auf der Internetseite des Vereins betont.

Ein Soli-Schal, der nicht im virtuellen Bereich bleiben soll

Für den 31. Mai hat der SVB ein imaginäres Heimspiel im Karl-Liebknecht-Stadion angesetzt. „Das Karli bietet Platz für 10.787 Zuschauer – zur Not bauen wir aber auch für euch aus“, heißt es. „Mit euch möchten wir einmal mehr beweisen, wofür Nulldrei steht – und die 80.000 Euro aus dem Mai 2011 knacken!“ Über die Internetseite können sich Anhänger für die Partie eine symbolische Eintrittskarte (1 Euro), virtuelle Getränke (Wasser 2 Euro, Bier 3 Euro) und Speisen für 3,50 Euro (auch vegan!) kaufen. Außerdem kann sich der Moment als Rasen-Flitzer während des Spiels (50 Euro) gesichert werden und es ist möglich, für 100 Euro Wunderkerzen (keine Pyrotechnik!) abzubrennen. Ganz solidarisch kann auch lautstark „Nazis raus“ gerufen werden, was 25 Euro kostet. Letzteres ist auch eine Anspielung darauf, dass der Nordostdeutsche Fußballverband mal den SVB für eine solche Bekundung eines Fans bestrafen wollte. Daraus entstand die Kampagne „Nazis raus aus den Stadien“, die deutschlandweit viel Anerkennung bekam.

Für 19,03 Euro - gemäß dem Gründungsjahr – wird auch ein exklusiver Soli-Schal angeboten, der aber nicht nur im virtuellen Bereich bleiben soll. Wer das SVB-Accessoire mit der Aufschrift „Mit dir durch jede Krise!“ kauft, soll es auch erhalten. Alle Bestellungen bis zum 31. Mai 2020 werden gesammelt, woraufhin dann die entsprechend limitierte Auflage ausgegeben wird. Und obendrein leeren die Nulldreier jetzt ihr Fanartikellager zu „Schnäppchenpreisen“.

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