• Potsdamer Talente: Arbeiten an der Fallhöhe

Potsdamer Talente : Arbeiten an der Fallhöhe

Beim 16. Internationalen Stabhochsprung-Meeting im Stern-Center Potsdam treten vom 5. bis zum 7. Februar Nachwuchsathleten und bekannte Asse der Szene an. Mit dabei ist ein großes Talent vom Luftschiffhafen: Friedelinde Petershofen.

Das Stabhochsprung-Meeting geht bis zum 7. Februar.
Das Stabhochsprung-Meeting geht bis zum 7. Februar.Foto: dpa

Potsdam - Die Fallhöhe ist noch gering. „Ich falle ja nicht so lange“, sagt Friedeline Petershofen. Die 19-Jährige ist Stabhochspringerin, vor ein paar Tagen flog sie das erste Mal aus 4,11 Metern Höhe runter auf die Matte. „Aber noch habe ich bei meinen Sprüngen nicht das Gefühl, dass ich fliege“, sagt sie. Den freien Fall nehme sie gar nicht wahr. „Und ich realisiere erst unten auf der Matte, ob oben die Latte liegen geblieben ist oder nicht.“

Vor zwei Wochen war Friedeline Petershofen das erste Mal überhaupt über 4,00 Meter gesprungen – bei den Berlin-Brandenburgischen Meisterschaften. Da gewann sie mit 4,05 Metern. Die vergangenen zwei Jahre war Friedeline Petershofen über eine Höhe von 3,90 Meter nicht hinaus gekommen. Am heutigen Freitag hat die Athletin vom SC Potsdam erneut die Chance, ihre Flugzeit zu verlängern: Sie startet beim Internationalen Stabhochsprung-Meeting im Stern-Center.

Petershofen: Potsdam war die richtige Entscheidung

Sie ist in Oldenburg aufgewachsen, ist dort zur Schule gegangen und hat dort ihre Leidenschaft für den Sport entdeckt. Zuerst hat sie geturnt, „doch ich war nicht mehr klein genug dafür“, sagt die heute 1,81 Meter große Athletin. Wie viele ehemalige Turner hat sie probiert, mit einem Stab zu springen. Da war sie zwölf Jahre alt. „Man läuft an und hofft, dass man den Stab in der Hand behält“, erinnert sie sich an ihren ersten Versuch. „Und irgendwie rettet man sich über die Latte.“ Die lag anderthalb Meter hoch. „Es war mehr Stabweitsprung“, schmunzelt sie. Liebe auf den ersten Blick war es nicht, was das heute innige Verhältnis zum Stabhochsprung angeht. Nach ihrem ersten Sprung dauerte es ein paar Jahre, ehe sie sich endgültig fürs Stabhochspringen entschied. Leichtathletik indes war immer ihr Sport. „Ich habe ein bisschen Hochsprung gemacht, ein bisschen geworfen“, erzählt sie. Es sei richtig gewesen, dass sie sich nicht gleich nur aufs Stabhochspringen spezialisiert habe. „Dann wäre ich nicht so motiviert, wie ich es jetzt bin“, sagt sie. Erst mit 17 Jahren konzentrierte sie sich mehr auf den Stabhochsprung, sodass Nachwuchs-Bundestrainer Stefan Ritter auf sie aufmerksam wurde. Der Trainer am Olympiastützpunkt am Luftschiffhafen war es auch, der Friedeline Petershofen Ende vergangenen Jahres nach Potsdam holte. „Ich hatte drei, vier Optionen“, sagt sie, aber Potsdam „war definitiv die richtige Entscheidung“. Die Sportstätten am Luftschiffhafen seien verglichen mit dem, was sie aus Oldenburg kenne, ein Traum. Die Trainingsgruppe mit sechs Stabhochspringern sei eine enorme Bereicherung. „Die Stadt ist toll, an der Uni fühle ich mich wohl“, sagt die Lehramtsstudentin für Sport und Biologie.

Das neue Umfeld scheint sie zu beflügeln – für den Stabhochsprung kein unbedeutender Einfluss. „Ich bin voller Euphorie“, sagt Friedeline Petershofen. In Oldenburg hatte sie kein Problem damit, ein, zwei Wochen nicht zu trainieren. „Jetzt hatte ich mal eine freie Woche – und wollte jeden Tag trainieren“, erzählt sie. „Technisch habe ich mich in der kurzen Zeit noch gar nicht so sehr verbessert. Zumindest nicht so, dass ich es schon im Wettkampf umsetzen kann.“ Das brauche seine Zeit. Vor allem aber im athletischen Bereich habe sie zugelegt. „Klar, hier in Potsdam habe ich acht bis zehn Trainingseinheiten in der Woche, früher habe ich zweimal trainiert.“

"Ich will höher und höher"

Die Entscheidung für Potsdam war eine Entscheidung für den Sport. Er sollte nicht länger Nebensache bleiben. „Ich will herausfinden, was ich schaffen kann“, sagt Friedeline Petershofen. Zu weit in die Zukunft – oder zu hoch hinaus – schaut sie dabei nicht. „Zunächst will ich vor allem ein Gefühl dafür entwickeln, was möglich ist.“ Vom Kopf her wisse sie: „Ich will höher und höher.“ Aber sie müsse auch das Vertrauen und das Selbstbewusstsein wachsen spüren, dass sie es tatsächlich kann. „Dafür muss ich trainieren und auch Wettkampferfahrung sammeln.“ Gelegenheit dazu hat sie schon heute, wenn sie im internationalen Frauenfeld beim Stabhochsprung-Meeting startet. Sie sprüht regelrecht vor Euphorie: „Ich freue mich übertrieben darauf.“

Das 16. Stabhochsprung-Meeting findet vom 5. bis zum 7. Februar im Stern Center in Potsdam statt. An drei Tagen können die Zuschauer Wettkämpfe von Nachwuchsathleten bis hin zu Weltklassespringern hautnah erleben. Am 6. Februar ab 18.30 Uhr messen sich die Frauen, hier tritt unter anderem Martina Strutz an.

Das gesamte Programm zum 16. Internationalen Stabhochsprung-Meeting finden Sie hier.

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