• Potsdamer Kanuten beim Skispringen: Mit Max und Moritz auf der Schanze

Potsdamer Kanuten beim Skispringen : Mit Max und Moritz auf der Schanze

Die vier Potsdamer Kanu-Olympiasieger Franziska John, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe und Jan Vandrey statteten Deutschlands nördlichster Skisprung-Anlage in Bad Freienwalde einen Besuch ab - und staunten über zwei Youngster. Hintergrund der Aktion ist das Projekt "ChampionsShip".

Hoher Besuch. Potsdams Kanu-Asse trafen sich in Bad Freienwalde mit den Nachwuchsspringern Moritz Terei und Max Unglaube. 
Hoher Besuch. Potsdams Kanu-Asse trafen sich in Bad Freienwalde mit den Nachwuchsspringern Moritz Terei und Max Unglaube. Foto: Lotto Brandenburg

Bad Freienwalde - Einen Tag nach dem Ende der diesjährigen Nordischen Ski-Weltmeisterschaft, bei der aus deutscher Sicht vor allem die Skispringer und Kombinierer geglänzt hatten, verschafften sich vier Potsdamer Kanu-Olympiasieger einen persönlichen Eindruck von diesen Sportarten. Franziska John, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe und Jan Vandrey besuchten am Montag Deutschlands nördlichsten Ski-Leistungsstützpunkt in Bad Freienwalde. Der Ort im Landkreis Märkisch-Oderland ist tatsächlich eine Wintersport-Hochburg – zwar meist ohne Schnee, aber Spezialmatten und Skier mit Rollen machen die Nordische Kombination dort gut möglich. 

Auf dem "Zitterbalken" und im Rodel-Duell

Bereits 1924 wurde erstmalig in Bad Freienwalde ein Skispringen durchgeführt. Mit der Zeit entstanden vier Schanzen. Auf der größten liegt der Weitenrekord bei 72 Metern. Und auf diese Schanze stiegen Potsdams Kanu-Asse, setzten sich auf den sogenannten „Zitterbalken“, von dem sich die Springer abstoßen, um Tempo für den Weg Richtung Tal zu bekommen. Auch ohne hinabzusausen, blieb das Zittern nicht aus. „Dafür“, sagte Vandrey, „muss man echt Mut haben.“

Duell. Die Youngster machten Rodel-Wettfahrten gegen die Olympiasieger.
Duell. Die Youngster machten Rodel-Wettfahrten gegen die Olympiasieger.Foto: Lotto Brandenburg

Den haben der zwölfjährige Max Unglaube und der ein Jahr jüngere Moritz Terei. Beide Athleten des WSV 1923 Bad Freienwalde – der Verein ist Träger eines offiziellen Landesstützpunkts und erhält dadurch Förderung vom Land – zeigten ihr großes Können. Beide schafften es unlängst beim Schülercup des Deutschen Ski-Verbands ganz weit nach vorne. Unglaube gewann sogar die Sprungwertung seiner Altersklasse und holte als erster Brandenburger einen nationalen Titel in dieser Disziplin. „Respekt“, meinte Brendel ehrfürchtig beim Anblick der fliegenden Youngster. In Duellen mit Max und Moritz rodelten die Paddel-Gäste dann auch noch den Auslauf der Schanze hinab, an der auch schon Namensgeber Helmut Recknagel sowie andere Skisprung-Legenden wie Adam Malysz und Martin Schmitt vorbeigeschaut hatten.

"Verantwortung übernehmen, Respekt vermitteln"

Dass nunmehr das Kanu-Quartett da war, ist Teil eines Förderprojekts. Franziska John, Sebastian Brendel, Ronald Rauhe und Jan Vandrey sind die Protagonisten der Aktion „ChampionsShip“. Ein passendes Wortspiel – das Schiff der Champions. Seit gut eineinhalb Jahren unterstützt Lotto Brandenburg die vier Spitzenathleten nach Abstimmung mit dem Landessportbund Brandenburg finanziell auf ihrem Weg Richtung Olympia 2020 in Tokio. Diesem Sponsoring wurde ein besonderes Konzept verpasst, denn die Athleten betreiben Öffentlichkeitsarbeit zu sportlichen und gesellschaftlichen Themen. Sie stellen sich besonderen Herausforderungen, werden dabei von einer Kamera begleitet – und am Ende zeugt ein über die sozialen Medien verbreitetes Video von den Abenteuern. Das „ChampionsShip“ sei „für uns eine tolle Möglichkeit, soziale Verantwortung zu übernehmen, Respekt zu vermitteln und hier und da eigene Grenzen auszuprobieren“, sagte Rauhe. Franziska John schätzt es, dadurch über den Tellerrand zu schauen und neue Erfahrungen zu teilen.

Mehr zum Thema

Drei Episoden des Projekts sind schon gelaufen. Die mehrfachen Weltmeister machten bei den Rollstuhlbasketballern des RSV Eintracht 1949 aus Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf mit, probierten sich bei der Feuerwehr aus (ein Heimspiel für Brandmeister Vandrey) und paddelten mit amüsanten Handicaps gegen den Nachwuchs ihres eigenen Vereins. Nun kann gespannt auf den Film von der Schanze gewartet werden.