• Gala in Potsdam: Das sind die Sportler des Jahres 2019 in Brandenburg

Gala in Potsdam : Das sind die Sportler des Jahres 2019 in Brandenburg

In der Babelsberger Metropolis-Halle wurden Brandenbugs Sportler des Jahres gekürt. Dabei gab es gleich mehrere Premieren und viel Grund zur Freude für Potsdam.

Emma Hinze wurde zu Brandenburgs Sportlerin des Jahres gewählt, Ronald Rauhe (2.v.r.) siegte bei den Männern. Die Manager Eugen Benzel (l.) und Toni Rieger (r.) nahmen die Team-Ehrung für die SCP-Volleyballerinnen entgegen.
Emma Hinze wurde zu Brandenburgs Sportlerin des Jahres gewählt, Ronald Rauhe (2.v.r.) siegte bei den Männern. Die Manager Eugen...Foto: Manfred Thomas

Die gemeinsamen Fotos der Sieger 2019 waren etwas ganz Besonderes. Bei der Wahl zu Brandenburgs Sportlern des Jahres hatten zuletzt oft dieselben Aktiven immer wieder die Preise abgeräumt. Doch auf der diesjährigen märkischen Sportgala am Samstagabend in der Potsdamer Metropolis-Halle kam es völlig anders, denn die drei Gewinner durften sich jeweils zum ersten Mal über den Titel freuen. Eine Gala der Premieren.

Bahnradsportlerin Emma Hinze aus Cottbus wurde Brandenburgs Sportlerin des Jahres, Potsdams Kanu-Ikone Ronald Rauhe triumphierte bei den Männern und der Frauenvolleyball-Bundesligist SC Potsdam erhielt die Auszeichnung als bestes Team 2019. Die Wahl nahmen Journalisten vor.

Ronald Rauhe hat schon viel gewonnen - nun auch den Einzeltitel bei Brandenburgs Sportlerwahl.
Ronald Rauhe hat schon viel gewonnen - nun auch den Einzeltitel bei Brandenburgs Sportlerwahl.Foto: Soeren Stache/dpa

38 Jahre alt musste Rauhe werden, einmal Gold sowie drei weitere Medaillen bei Olympia gewinnen, je 16-mal bei Europa- und Weltmeisterschaften auf Platz eins paddeln, um nun endlich auch mal zu Brandenburgs Sportler des Jahres gekürt zu werden. Nur in der Mannschaftskategorie landete er schon einmal ganz vorne – 2007 mit seinem damaligen Kajak-Zweierpartner Tim Wieskötter. Einige Male war der Mann vom KC Potsdam im OSC auch schon in der Einzelwertung nominiert, doch für den Spitzenrang reicht es nie. „Bis jetzt habe ich immer nur meine Frau auf der Tafel gesehen“, sagte er und zeigte Richtung der großen Ehrengalerie in der Halle, auf der traditionell die bisherigen Sieger verewigt sind. Ex-Kanutin Fanny Rauhe, geborene Fischer, hatte 2009 bei den Frauen gewonnen. Jetzt habe er auch seinen Platz auf der Tafel, sagte ihr Mann und lachte.

Teamplayer im Moment des persönlichen Ruhms

Rauhe, der seinen Vereinskollegen Sebastian Brendel nach zuvor fünf Titeln in Serie auf den zweiten Platz verwies, präsentierte sich jedoch im Moment des persönlichen Ruhms als Teamplayer: Diesen Einzelerfolg verdanke er den „drei bärenstarken Jungs“ in seinem Boot, dem deutschen Kajak-Vierer auf der 500-Meter-Distanz. Zu ihnen zählt Max Lemke, der seit diesem Jahr auch in Potsdam trainiert und für den KCP startet.

Routinier Rauhe arbeitet nun am letzten Akt seiner Ausnahmekarriere. Bei Olympia 2020 in Tokio möchte er möglichst den glanzvollen Schlusspunkt setzen. Als Mitglied im Deutschland-K4, der 2017, 2018 und 2019 WM-Gold holte sowie die Weltbestzeit hält, ist er zusammen mit Lemke Brandenburgs größte Goldhoffnung für Tokio. Um den Traum auch Realität werden zu lassen, drehe er an „jeglicher Stellschraube“, sagte Rauhe. Er trimmt seinen Körper noch mal „ohne Kompromisse“ auf absolute Höchstleistung. Wenige Tage vor der Sportgala waren er und seine Nationalmannschaftskollegen vom Lehrgang aus Florida zurückgekehrt. „Ich glaube, ich habe noch nie so viel trainiert wie in den vergangenen vier Wochen.“

Die erst 22 Jahre alte Radsportlerin Emma Hinze ist bereits in der Weltspitze angekommen. 
Die erst 22 Jahre alte Radsportlerin Emma Hinze ist bereits in der Weltspitze angekommen. Foto: Soeren Stache/dpa

So muss es sein in der olympischen und paralympischen Saison. Auch bei der Auszeichnung der Frauen warfen die Sommerspiele bereits ihre Schatten voraus. Titelträgerin Hinze möchte dann zum ersten Mal unter den fünf Ringen dabei sein. Die Cottbuserin wurde 2019 Vize-Europameisterin und fuhr jüngst zu ihrem ersten Weltcupsieg. Mit ihren erst 22 Jahren ist sie bereits Bahnrad-Frontfrau im deutschen Sprintteam. Eine Rolle, die sich gut anfühle, sagte Hinze. Die Ehrung im Land gebe ihr zusätzlich Schub.

Potsdamerinnen Lindemann und Schott auf dem Podium

Hinter Hinze belegten zwei Potsdamerinnen die anderen Podiumsplätze. Para-Schwimmerin Verena Schott, die dieses Jahr Gold und Silber bei der WM gewann sowie Europa- und Weltrekorde verbesserte, belegte Rang drei. 

Para-Schwimmerin Verena Schott wurde dieses Jahr Weltmeisterin und knackte Weltrekorde.
Para-Schwimmerin Verena Schott wurde dieses Jahr Weltmeisterin und knackte Weltrekorde.Foto: Manfred Thomas

Triathletin Laura Lindemann wurde wie 2017 Zweite. „Ich tue alles im Training dafür, dass ich nächstes Jahr mal Erste bei der Wahl werde“, erklärte sie in einer Videobotschaft aus dem derzeitigen Skilager in Italien. 

Laura Lindemann möchte nächstes Jahr in Tokio "große Dinge reißen". 
Laura Lindemann möchte nächstes Jahr in Tokio "große Dinge reißen". Foto: Monika Skolimowska/dpa

Ihr Trainer Ron Schmidt bekräftigte mit Blick auf Tokio: „Wir haben uns vorgenommen, ganz große Dinge zu reißen.“ Dieses Jahr wurde die 23-Jährige zusammen mit ihrer Potsdamer Kollegin Nina Eim Staffel-Vizeweltmeisterin und erkämpfte sich schon ihren Olympia-Startplatz im Einzel.

Ein sehr großes Versprechen für die Zukunft und eine Tanzmaus

Auch bei weiteren Auszeichnungen des Abends war Potsdam vertreten. Mario Schendel wurde als Brandenburgs Nachwuchstrainer des Jahres prämiert – und sein Schützling Erik Abramov ist 2019 der beste Nachwuchsathlet des Landes. 

Erik Abramov (r.) und sein Trainer Mario Schendel bilden ein erfolgreiches Judo-Gespann.
Erik Abramov (r.) und sein Trainer Mario Schendel bilden ein erfolgreiches Judo-Gespann.Foto: Manfred Thomas

Judo-Schwergewicht Abramov gewann Silber bei der U21-EM und -WM. Für eine Olympiateilnahme des 20-Jährigen bereits in Tokio müsse „schon eine Menge zusammenkommen“, sagte Schendel. „Aber er ist ein sehr großes Versprechen für 2024.“

Erik Abramov (r.) und sein Trainer Mario Schendel bilden ein erfolgreiches Judo-Gespann.
Erik Abramov (r.) und sein Trainer Mario Schendel bilden ein erfolgreiches Judo-Gespann.Foto: Manfred Thomas

Ein sehr großer Erfolgsgarant für Brandenburg war über Jahrezehnte Kevin Kuske. Ein Jahr nach seinem Karriereende wurde der erfolgreichste Bobsportler der Olympiageschichte am Samstag offiziell aus dem Spitzensport verabschiedet. Gala-Moderator Thomas Herrmanns bekam den 126-Kilo-Koloss sogar zu einer gemeinsamen Tanzübung auf der Bühne überredet. Wie alle im Saal war Ronald Rauhe bestens amüsiert. Er veröffentlichte prompt ein Video von der Einlage – versehen mit dem Schlagwort „Tanzmaus“. Auch dieser Moment produzierte am Samstag in Babelsberg ganz besondere Bilder.

+++ Überblick zu allen Preisträgern +++

Sportlerin des Jahres

1. Emma Hinze (RSC Cottbus/Radsport)
2. Laura Lindemann (Triathlon Potsdam/Triathlon)
3. Verena Schott (Brandenburgischer PRSV/Para-Schwimmen).

Sportler des Jahres

1. Ronald Rauhe (KC Potsdam im OSC/Kanu-Rennsport)
2. Sebastian Brendel (KC Potsdam im OSC/Kanu-Rennsport)
3. Roger Kluge (RK Endspurt Cottbus/Radsport).

Team des Jahres

1. SC Potsdam (Volleyball)
2. OSC Potsdam (Wasserball)
3. SV 90 Fehrbellin (Bohlekegeln)

Nachwuchssportler des Jahres

weiblich: Charleen Kosche (Brandenburgischer PRSV/Para-Leichtathletik)
männlich: Erik Abramov (UJKC Potsdam/Judo)

Trainer des Jahres

Nachwuchs: Mario Schendel (UJKC Potsdam/Judo)
Erwachsenenklasse: Ralf Paulo (Cottbus/Parasport

Ehrenamtspreis Sportsympathiegewinner 2019

Sibylle Kumm-Kottke (RK Werder (Havel)/Rudern), Günther Lüdecke (WSV 1923 Bad Freienwalde/Skispringen), Holger Ribbentrop (VSV Gransee, SV Lindow-Gransee, TC 92 Gransee/Volleyball und Tennis).

Im Rahmen der Sportgala wurden auch weitere Aktive in das Förderprojekt „Team Tokio – Land Brandenburg“ aufgenommen. Nach der ersten Berufungsrunde im Juni kamen zu den bisher 60 Athleten nun nochmal zwölf hinzu – sieben davon aus Potsdam, sodass damit 39 Sportler aus der Landeshauptstadt die Förderung erhalten.

Kristin Pudenz, Annika Marie Fuchs und Max Lemke wurden ins Brandenburger "Team Tokio" nachnominiert.
Kristin Pudenz, Annika Marie Fuchs und Max Lemke wurden ins Brandenburger "Team Tokio" nachnominiert.Foto: Manfred Thomas

Die am Samstag nachnominierten Potsdamer sind: Daniela Schultze, Anna Härtl, Melanie Göldner (alle Rudern), Kristin Pudenz, Annika Marie Fuchs (beide Leichtathletik), Nina Eim (Triathlon), Max Lemke (Kanu-Rennsport).