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Wohnblock in der Potsdamer Mitte : Ein halbes Jahr mehr für den Staudenhof

Ab Mitte 2023 soll der Staudenhof abgerissen werden. Die Übergangsfrist für die Bewohner ist verlängert worden.

Für den Wohnblock am Staudenhof läuft die Zeit ab.
Für den Wohnblock am Staudenhof läuft die Zeit ab.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Der Abriss des Potsdamer Wohnblocks Staudenhof soll erst Mitte 2023 beginnen. Damit haben die Bewohner dort, besonders Flüchtlinge aus der Ukraine und Afghanistan, noch eine Übergangsfrist bis Ende Juni 2023, also über den kommenden Winter hinaus. Diesen präzisierten Zeitplan stellten Vertreter der kommunalen Bauholding Pro Potsdam am Donnerstag im Hauptausschuss vor. Mit dieser sogenannten Ziehzeit sei ein gewisser Puffer vorhanden, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

Dutzende Flüchtlinge im Staudenhof

Wie berichtet soll der DDR-Plattenbau bis Ende 2028 durch einen Neubau ersetzt werden – als Beitrag zur Wiedergewinnung der Potsdamer Mitte. Die Bauarbeiten dafür würden nach notwendigen Vorplanungen Mitte 2026 beginnen, das sei auch so mit der restlichen Baustellenlogistik auf dem Alten Markt abgestimmt. Sigrun Rabbe vom kommunalen Sanierungsträger sagte, 95 Wohneinheiten vor Ort seien aktuell von ukrainischen und afghanischen Flüchtlingen befristet bewohnt. 

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Seit Februar würden Mieter zum Wegzug aus dem maroden Bau beraten, was bereits in 70 Fällen passiert sei. Mit 27 Mietparteien habe man auch schon eine Umzugslösung vereinbart, etwa an den Roten Kasernen im Bornstedter Feld. „Wir kommen sukzessive zu Lösungen“, sagte Rabbe. Insgesamt gebe es in dem Gebäude mit seinen 182 Wohnungen noch 35 unbefristete Mietverhältnisse – wie berichtet hatte die Pro Potsdam hier zuletzt bereits Kündigungen ausgesprochen.

Rechtsberatung für Anwohner

Dagegen hat die Fraktion Die Andere bereits den Klageweg empfohlen – und bot am Donnerstagnachmittag dazu eine Beratung mit dem Mietrechtsanwalt Konstantin Streich im Rechenzentrum an. Dorthin kamen laut Fraktionskreisen mehr als ein Dutzend Anwohner. Die von der Pro Potsdam genannte Begründung, es sei wirtschaftlich nicht zumutbar, den Staudenhof zu sanieren, hatte Die Andere bereits vehement kritisiert. Streich sagte den PNN am Freitag, Anwohner müssten in Widerspruch gehen, wenn sie die rechtliche Auseinandersetzung wollten. Allerdings riet er, den Widerspruch nicht zu früh zu formulieren - sondern erst zum Ende der möglichen Fristen.

Pro-Potsdam-Vertreterin Rabbe hingegen warb im Ausschuss für die Pläne: Mit dem durch Fördermittel ermöglichten Neubau werde nicht nur die Wohnqualität verbessert, es werde auch insgesamt mehr sozial geförderter Wohnraum geschaffen. Durch zum Beispiel Geschäfte oder Gastronomie im Erdgeschoss des neuen Baus solle auch das Areal an sich belebt werden. 

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