• Weniger Autos in Potsdams Innenstadt: Rund 500 Parkplätze sollen wegfallen

Weniger Autos in Potsdams Innenstadt : Rund 500 Parkplätze sollen wegfallen

Potsdams Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) kündigt nach Bürgerwerkstatt an, die Innenstadt stärker vom Autoverkehr zu entlasten. Ab 2023 könnte es soweit sein.

Noch prägen parkende Autos das Bild in der Mittelstraße. Das soll anders werden. 
Noch prägen parkende Autos das Bild in der Mittelstraße. Das soll anders werden. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In der Innenstadt könnten in den nächsten Jahren rund 500 Parkplätze für Besucher wegfallen. Laut Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) ist dieser Vorschlag ein Ergebnis der zweiten Bürgerwerkstatt „Innenstadt-Straßenräume neu denken“, die am Freitagabend im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte stattgefunden hat. Anwohner sollen aber weiter in der Nähe ihrer Wohnungen parken können. Bisher gibt es im Zentrum zwischen Brandenburger Tor und Bergmann-Klinikum mehr als 1300 Parkplätze plus mehr als 300 private Stellplätze in Höfen. 

Charlottenstraße mit Fahrradstreifen

Nach dem Treffen sagte Rubelt auf PNN-Anfrage, unter den knapp 50 Teilnehmern habe es viel Zustimmung zu der grundsätzlichen Haltung gegeben, den Autoverkehr im Zentrum zu reduzieren - zugunsten von Radfahrern, Fußgängern und anderen Nutzungen. So wolle die Stadt die Dortustraße in eine Fußgängerzone umwandeln: zwischen der Hegelallee und der Brandenburger Straße.

Stellplätze sollen in der Linden- und in der Mittelstraße reduziert werden, auch um mehr Platz zum Flanieren zu schaffen. Radfahrstreifen in beiden Richtungen sind in der Charlottenstraße zwischen der Schopenhauer- und Friedrich-Ebert-Straße geplant.

Für mehr Sicherheit will die Stadt auch an der Gutenbergstraße im Bereich Bassinplatz „relativ kurzfristig“ Parkplätze reduzieren, sagte Rubelt. Alle Ergebnisse des Werkstattverfahrens werde die Verwaltung im September öffentlich vorstellen. Dann wolle er sich dafür ein Votum der Stadtverordneten abholen, um ab nächstem Jahr die Umsetzung beginnen zu können, so Rubelt. 

Positive Reaktionen von Linken und Grünen

Erste Reaktionen gab es bereits via Twitter. So erklärte der Linken-Stadtverordnete Sascha Krämer: „Wir sind auf auf einem guten Weg zu einer autoarmen und lebendige Innenstadt.“ Und Grünen-Fraktionschef Gert Zöller schrieb: „Weniger Angebote für das Blech, mehr für die Menschen.“ 

Später erklärte auch die Grüne-Fraktion in einer Mitteilung: „Die Befreiung der Mittelstraße von Autos ist längst überfällig, aber auch weitere Fußgängerzonen, wegfallende Parkplätze und mehr Raum und Angebote für Menschen stellen einen enormen Gewinn für die Aufenthaltsqualität dar.“ Die Verwaltung habe hier „ein sehr gutes Ergebnis vorgelegt, das mit geringem Aufwand schnell eine maximale Wirkung entfalten kann“. Weniger Autos in der Potsdamer Innenstadt ist eines der zentralen Ziele der rot-grün-roten Rathauskooperation im Stadtparlament. So hatte man 2020 bereits ein Konzept zur Verringerung des ruhenden Verkehrs und zur Steigerung der Nutzungsqualität im öffentlichen Straßenraum beschlossen  – was mit dem Werkstattverfahren nun in die Umsetzung gegangen ist.

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