• Warnung vor Astabbrüchen: Potsdams Bäume sind im Hitzestress

Warnung vor Astabbrüchen : Potsdams Bäume sind im Hitzestress

Um die Stadtbäume zu retten, braucht die Stadt die Hilfe der Potsdamer. Sie sollen mitgießen, auch Sträucher, Beete und Blumenkübel. Unterdessen drohen in den Parks Starkastabbrüche. 

So kann man auch zum Helfen aufrufen. 
So kann man auch zum Helfen aufrufen. Foto: picture alliance/dpa

Potsdam - Sie lassen die Blätter hängen, wirken vertrocknet: Potsdams Bäume leiden massiv unter der anhaltenden Trockenheit. Die seit Jahren anhaltende extreme Witterung und die damit verbundene Dürre gefährden immer mehr die Vitalität der Bäume in der Stadt, teilte die Verwaltung am Freitag in einer Pressemitteilung mit. Im August wurde bisher mit 15 Hitzetagen, also Tagen über 30 Grad, wie berichtet ein neuer Rekord aufgestellt. Bisher gab es Vergleichbares nur im Jahr 2015. 

In Potsdamer Parks drohen Abbrüche von großen Ästen

Um den von Trockenheit gezehrten Bäumen zu helfen, ruft die Stadtverwaltung die Potsdamer dazu auf, vor allem kleinere und mittelgroße Bäume kräftig zu gießen. Die Bäume in der Stadt seien sowieso schon durch Autoabgase, verdichtete Böden, Hunde-Urin und das Streusalz im Winter stark beeinträchtigt - jetzt kommt in den vergangenen Jahren im Sommer noch die Dürre dazu. So gebeutelt seien sie anfälliger für mögliche Schädlinge oder Pilze. 

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Betroffen sind auch die Bäume in den Potsdamer Welterbeparks, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg warnt aufgrund der anhaltenden Trockenheit vor gefährlichen Astabbrüchen. Da fehlendes Wasser sich auf die Baumstatik erheblich auswirkt, könnten das Holz vom Stamm sowie Astwerk unvermittelt und ohne jegliche Vorschädigung abbrechen. 

Überlebensstrategie der Bäume: Äste abwerfen

Für die Bäume ist der Abwurf von großen Ästen eine Überlebensstrategie, dazu zählt auch, dass sie ihre Früchte abwerfen und zur Reduzierung der Verdunstungsfläche die Blätter einrollen. Die Stiftung bittet derzeit alle Besucher in den Parks in Potsdam, Berlin aber auch in Brandenburg auf den Wegen zu bleiben und warnt davor, sich nicht unter Bäumen aufzuhalten. 

Nicht nur die Linden in der Breiten Straße leiden derzeit, alles Straßengrün sollte gegossen werden. 
Nicht nur die Linden in der Breiten Straße leiden derzeit, alles Straßengrün sollte gegossen werden. Foto: dpa

Blumenbeete, Sträucher, Blumenkübel, bepflanzte Baumscheiben im öffentlichen Raum sollen die Potsdamer mitgießen, darum bittet die Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes würden "bereits mit allen verfügbaren Kräften" wässern, wie die Stadt mitteilte. Eingesetzt werden Wasserwagen, Standrohre und zahlreiche mobile Sprenger. Auch die Freiwilligen Feuerwehren Potsdams wurden um Mithilfe gebeten.

Zwar kündigt die Wettervorhersage vorerst kühlere Temperaturen und auch Regen an, die Belastungen für die Straßenbäume bleiben jedoch weiterhin hoch. Empfohlen werden 40 bis 50 Liter pro Baum, das entspricht vier bis fünf Wassereimer mit Leitungswasser pro Baum, am besten zwei Mal pro Woche. 

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