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Warnstreik beim Verkehrsbetrieb : Am Dienstag stehen in Potsdam Busse und Bahnen still

 Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen - auch in Potsdam. Die S-Bahn ist vom Arbeitsausstand nicht betroffen.

Am Dienstag wird der Nahverkehr in Potsdam bestreikt
Am Dienstag wird der Nahverkehr in Potsdam bestreiktFoto: Ottmar Winter

Potsdam - Zehntausende Fahrgäste, die täglich in Potsdam mit dem Bus oder der Straßenbahn fahren, müssen sich am Dienstag (29.9.) nach Alternativen umsehen. Denn die Gewerkschaft Verdi hat auch für die Landeshauptstadt zu einem Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. "Auch Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe und bei 12 brandenburgischen Nahverkehrsunternehmen werden in den Ausstand treten", teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Beim Potsdamer Verkehrsbetrieb sei die Arbeitskampfaktion für 24 Stunden geplant - ab 29. September, 3 Uhr. In der Region ebenfalls betroffen sind die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mbH (VTF) und Regiobus in Potsdam Mittelmark.

Die S-Bahn ist von dem Streik nicht betroffen. Das teilte das Unternehmen via Twitter am Montag mit. Wegen des Streiks plant die Bahn, ihr Zugangebot zu verstärken.

Nichts fährt mehr

Fahrgäste müssten sich darauf einstellen, dass in den genannten Zeiträumen weder die Busse, noch die Bahnen der bestreikten Unternehmen fahren, teilte Verdi mit. „Uns ist klar, dass der Streik für die Fahrgäste viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird, aber auf die unverständliche Blockadehaltung der Arbeitgeber können wir nur mit einem Streik reagieren. Wir geben die Streiktermine deshalb so frühzeitig und umfassend bekannt, damit sich betroffene Fahrgäste nach Möglichkeit Fahralternativen suchen können“, sagt Jeremy Arndt, Fachbereichsleiter Verkehr im Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg.

Mit dem Streik soll Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden, die sich Verdi gegenüber gegen die Aufnahme von Tarifverhandlungen ausgesprochen hätten. Verdi fordert in dem Tarifkonflikt für bundesweit 87.000 Beschäftigte einheitliche Regelungen in Bereichen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Darüber hinaus soll die Ungleichbehandlung in den Bundesländern beendet und zentrale Regelungen wie 30 Urlaubstage oder Sonderzahlungen künftig bundesweit vereinheitlicht werden. Mit einer Forderung für Auszubildende sollen Anreize zum Einstieg in den Beruf und zur Nachwuchsförderung geschaffen werden. Seit März fordert die Gewerkschaft hierzu die Verhandlung eines bundesweiten Rahmentarifvertrages. Am Wochenende hatte sich die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gegen die Aufnahme von Verhandlungen ausgesprochen.

Verdi sieht die Aktion als gerechtfertigt

„Ein guter Nahverkehr ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Verkehrswende. Dazu wird auch entsprechendes Personal gebraucht, welches nur mit guten Arbeitsbedingungen in ausreichender Zahl zu finden ist. Der anstehende Warnstreik ist ein gemeinsames und entschlossenes Signal, dass wir es ernst meinen“, sagte Arndt. Neben den bundesweiten Forderungen finden zeitgleich auch regionale Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg statt. In Brandenburg geht es dabei um die Arbeitsbedingungen von 3500 Beschäftigten. Verdi fordert hier die möglichst schnelle Angleichung der Entgelttabelle auf BVG-Niveau. 

Arbeitgeber kritisieren Entscheidung

Die Arbeitgeber kritisierten den Streikaufruf der Gewerkschaft als „Anschlag auf die Allgemeinheit“. Es sei „nicht hinnehmbar, dass parallel zu den Arbeitskämpfen in Kitaeinrichtungen und Krankenhäusern die Bürgerinnen und Bürger nun auch im Nahverkehr unter den Warnstreiks der Gewerkschaft leiden müssen“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Niklas Benrath. "Es ist unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit – denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben – das gesamte Land nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen."

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