• Waldstadt: Kitakind unbemerkt ausgerissen

Waldstadt : Kitakind unbemerkt ausgerissen

Passanten fanden das vierjährige Kind und brachten es nach Hause. Die Kita hatte dessen Fehlen noch nicht bemerkt. Der Träger will die Kinder in Zukunft besser sensibilisieren.

Die Erzieher hatten das Verschwinden des Kindes noch nicht bemerkt. (Symbolbild)
Die Erzieher hatten das Verschwinden des Kindes noch nicht bemerkt. (Symbolbild)Foto: Monika Skolimowska/dpa

Potsdam - Von den Erziehern unbemerkt ist am Dienstagvormittag ein vierjähriges Kind aus einer Kita in der Waldstadt ausgerissen. Passanten fanden das Kind nach Angaben der Mutter auf der Straße Am Moosfenn und brachten es nach Hause. Als die Mutter sich daraufhin an die Einrichtung wendete, hatten die Erzieher das Verschwinden des Kindes noch nicht bemerkt. Die Mutter selbst machte den Fall auf dem sozialen Netzwerk Facebook öffentlich. Das Kind sei über den Zaun geklettert, sagte sie den PNN, die Erzieher hätten aber nicht mitbekommen, als das Kind die Einrichtung verlassen habe. Anzeige hat die Mutter nicht erstattet. 

Hintergrund war wohl ein Streit unter Kindern

Der Träger der Kita, die Arbeiterwohlfahrt (Awo), bestätigte den Vorfall auf PNN-Anfrage. Bereits am gestrigen Mittwoch habe es eine gemeinsame Aussprache mit der Mutter und Mitarbeitern der Kita gegeben. Hintergrund sei wohl ein Streit unter Kindern gewesen. Laut Awo sei an dem Tag die Zahnärztin in der Kita gewesen, weshalb kein Regelbetrieb geherrscht hätte. Trotzdem stellte der Träger klar, dass so etwas nicht passieren dürfe. Für die Erzieher selbst sei das auch eine schlimme Situation. Um solche Vorkommnisse in Zukunft zu verhindern, solle vor allem die Kommunikation mit Kindern verbessert werden, hieß es von der Awo. Diese sollen besser sensibilisiert und ermutigt werden, sich in so einem Fall sofort bei Erziehern zu melden, das sei kein Petzen. Auch weitere Maßnahmen würden untersucht. 

Jugendamt sucht nach den Ursachen

Wie Stadtsprecher Jan Brunzlow den PNN erklärte, muss die Einrichtung oder der Träger einen solchen Fall dem Jugendamt melden. Das sei auch ordnungsgemäß am Mittwoch erfolgt. Nun erfolge ein Gespräch zur Ursacheneinschätzung, die Einrichtung wird angehört. Zudem prüft das Jugendamt, ob in der Einrichtung die nötigen Standards eingehalten werden oder Verbesserungen nötig sind. „Die Eltern haben ein Recht darauf, dass ihre Kinder sicher betreut werden und wir haben ein großes Interesse daran, dass so etwas nicht wieder geschieht“, betonte Brunzlow. 
Erst Anfang Oktober hatte die Polizei zwei Kitakinder alleine an der Nuthestraße aufgegriffen, die sich bei einem Ausflug unbemerkt von der Gruppe entfernt hatten. 

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!