• Virtuelles Interview: VR-Film über Überlebenden des Holocaust

Virtuelles Interview : VR-Film über Überlebenden des Holocaust

Im Babelsberger Volucap-Studio ist ein Zeitzeugeninterview mit Ernst Grube gedreht worden, der im KZ Theresienstadt gefangen war. Finanziell wurde das Projekt vom Brandenburger Wirtschaftsministerium unterstützt. 

Jörg Steinbach (SPD).
Jörg Steinbach (SPD).Foto: Soeren Stache/dpa

Potsdam - Er ist einer der letzten jüdischen Überlebenden des Holocaust: Ernst Grube. In Babelsberg wurde nun die Geschichte des Münchners verewigt, die UFA hat im volumetrischen Studio den Kurzfilm „Ernst Grube – Das Vermächtnis“ aufgezeichnet. In dem Zeitzeugeninterview, das im August im „Volucap“ gefilmt wurde, berichtet Grube von seinen Erfahrungen im nationalsozialistischen Deutschland und seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager Theresienstadt. Das Videomaterial soll bis Ende dieses Jahres bearbeitet sein und der mittels Virtual Reality produzierte „begehbare Film“ ab 2020 Schulen, Gedenkstätten und weiteren Einrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium unterstützt die Produktion des Kurzfilms mit Lottomitteln in Höhe von bis zu 40.000 Euro. „Mit der Thematisierung des Holocaust mittels neuer medialer Darstellungsformen leistet dieses VR-Projekt einen wichtigen Beitrag zur deutschen und europäischen Erinnerungskultur“, erklärte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Der Kurzfilm diene der Aufklärung, Geschichts- und Wissensvermittlung. Die VR-Technologie ermögliche eine weitaus eindrücklichere Form der medialen Vermittlung, als es mit klassischem Film möglich wäre. „Dieser Film bewahrt nicht nur geschichtliches Wissen, er spricht auch gezielt jüngere Generationen mit ihren medialen Sehgewohnheiten an - junge Leute sind mit Virtual Reality ja bereits bestens vertraut“, so Steinbach.

Im Volucap-Studio ist mit Hilfe von 16 Kamerapaaren ein naturgetreues dreidimensionales Abbild des Zeitzeugenberichts entstanden, das direkt in eine virtuelle Welt integriert werden kann. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der UFA und dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI), das die technische Seite verantwortet. wik