• Verkehr in Potsdam: Die dritte Großbaustelle wird eröffnet

Verkehr in Potsdam : Die dritte Großbaustelle wird eröffnet

Im November beginnt die Sanierung der Behlertstraße - eine zusätzliche Belastung für die Potsdamer Innenstadt. Und es gibt Veränderungen am Leipziger Dreieck.

Tausende Autos sind täglich auf der Behlertstraße unterwegs. Ab Herbst müssen sie durch die Innenstadt fahren.
Tausende Autos sind täglich auf der Behlertstraße unterwegs. Ab Herbst müssen sie durch die Innenstadt fahren.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Es ist zwar schon lange bekannt, aber die meisten Autofahrer dürften es schon wieder vergessen haben: Im November wird nach dem Leipziger Dreieck und den Brücken der Nuthestraße eine dritte Großbaustelle an einer neuralgischen Verkehrsader eröffnet. Die viel befahrene Behlertstraße wird zwischen Berliner und Kurfürstenstraße komplett saniert und aus diesem Grund eineinhalb Jahre lang voll gesperrt. Das bestätigte ein Stadtsprecher am Dienstag den PNN, zuerst hatte die Märkische Allgemeine darüber berichtet.

Die Arbeiten sollen bis zum März 2022 dauern und in zwei Abschnitten erfolgen, um wenigstens Anwohnern und Rettungsfahrzeugen die Zufahrt zu ermöglichen. Grund für die lange Bauzeit unter Vollsperrung sind laut Rathaus die „beengten Platzverhältnisse“ in der Behlertstraße, zu erwartende archäologische Funde, weil Bodendenkmäler tangiert werden, hauptsächlich aber die zahlreichen Leitungen im Boden, die von den Stadtwerken wegen des hohen Grundwasserspiegels dort sehr aufwendig erneuert werden müssen. 

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Der Zustand der Trink-, Schmutz- und Regenwasserleitungen sei so desolat, dass er „keinen weiteren Aufschub der Maßnahme“ zulasse, sagte der Stadtsprecher zur Begründung, warum die Arbeiten nicht erst nach der Fertigstellung der anderen Großbaustellen durchgeführt werden.

Zusätzliche Belastung für die Innenstadt

Vor allem die Innenstadt wird im Bauzeitraum unter der zusätzlichen Verkehrsbelastung leiden. Denn die Autokolonnen in Richtung Norden werden im Bauzeitraum über die Berliner Straße, Am Kanal, Yorck- und Dortustraße über die Breite Straße zur Schopenhauerstraße geleitet. Zwar wolle man die Ampelschaltungen für diesen Verkehr optimieren, so der Stadtsprecher. 

Dennoch macht man sich im Rathaus keine Illusionen: „Die aktuelle Verkehrsmenge der Behlertstraße kann über diese Umleitung aber trotz dieser Maßnahmen nicht vollständig abgewickelt werden.“ Empfohlen werde daher eine „weiträumige Umfahrung oder die Nutzung alternativer Verkehrsmittel“. Verbesserungen soll es nach Bauende für die Radfahrer geben: Weil die Fahrbahn verbreitert wird, kann auch der aktuell sehr schmale Radstreifen großzügiger angelegt werden.

Wie viel das Ganze kostet ist noch unklar. Die Stadt gibt ihren Eigenanteil mit 800 000 Euro an, die Stadtwerke wollten auf Anfrage keine Summe nennen, sondern erst das Ergebnis der Ausschreibung abwarten.

Frust bei Autofahrern

Unterdessen haben Veränderungen an der Großbaustelle am Leipziger Dreieck am Montag für Frust bei Autofahrern und lange Staus gesorgt. Ursache seien diverse Veränderungen an den Lichtsignalanlagen, der Fahrbahnmarkierung und der Verkehrssicherungstechnik gewesen, wie die Stadtverwaltung auf PNN-Anfrage mitteilte. Zum Teil mussten Polizisten den Verkehr regeln, weil Ampeln neu getaktet werden mussten, erst am Nachmittag funktionierte alles wieder, und der Verkehr normalisierte sich. 

Zwar hatte die Stadt die Abschaltung der Ampeln bereits am Freitag angekündigt und vor Staus gewarnt, offenbar wurden aber trotzdem viele Autofahrer von der Situation überrascht oder konnten nicht auf eine andere Route ausweichen. Die Änderungen seien Teil einer neuen Zwischenbauphase, hieß es nun.

Konkret heißt das, dass auf der Heinrich-Mann-Allee stadteinwärts ein weiterer Fahrstreifen gesperrt ist. Das wird voraussichtlich bis Ende des Monats so bleiben. Bis dahin sollen die Fahrbahn und die neuen Gleisanlagen in dem Bereich auf eine Höhe gebracht werden. In der nächsten Bauphase gibt es dann weitere Einschränkungen: Dann beginnt der Umbau der Leipziger Straße, die dabei komplett gesperrt werden soll. Wie genau der Verkehr dann geführt wird, werde gerade abgestimmt, heißt es auf der Webseite mobil-potsdam.de, auf der alle städtischen Straßenbaustellen aufgeführt sind.

Die nördliche Fahrbahn der Friedrich-Engels-Straße bleibt gesperrt, der Verkehr fährt auf der südlichen Fahrbahn. Es stehen zwei Fahrspuren in der Friedrich-Engels-Straße zur Verfügung. Die Zufahrt zum Parkhaus ist nur aus Babelsberg möglich.

Potsdams kompliziertester Verkehrsknoten

Das Leipziger Dreieck wird wie berichtet in mehreren Bauphasen komplett umgestaltet. Begonnen wurde im Juni 2019 mit dem Umbau der Gleisführung in der Friedrich-Engels-Straße. 2021 und 2022 ist der Umbau der Straße Am Brauhausberg geplant. Nach Beendigung der Arbeiten der Hochstraßenbrückensanierung auf der Nuthestraße beginnt voraussichtlich 2024 der letzte Bauabschnitt – der Umbau der Heinrich-Mann-Allee im Kreuzungsbereich.

Das Leipziger Dreieck ist Potsdams wichtigster Verkehrsknoten – und sein kompliziertester. 50 000 Autos passieren ihn täglich. Dazu kommen 36 000 Nutzer von Bussen und Straßenbahnen, die die Kreuzung täglich überqueren sowie 9000 Radfahrer. Um die Kreuzung leistungsfähiger zu machen, wird die Tramwendeschleife verlegt. Insgesamt soll der Umbau 24 Millionen Euro kosten.

Aufatmen können Potsdams Autofahrer aber auch dann nicht. Noch während der Endphase der Arbeiten am Leipziger Dreieck soll 2023 die Sanierung des Horstwegs auf kompletter Länge beginnen. Die Bauzeit beträgt laut Rathaus drei Jahre. 

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