• Verkehr in Potsdam: Die Andere will eine autofreie Innenstadt

Verkehr in Potsdam : Die Andere will eine autofreie Innenstadt

Die Fraktion Die Andere wollte wissen, welche Schritte für eine autofreie Innenstadt in Potsdam nötig sind. Die Bauverwaltung hat darauf nun eine Antwort.

1400 Parkplätze würden in Potsdams Innenstadt wegfallen, wenn sie zur autofreien Zone erklärt würde.
1400 Parkplätze würden in Potsdams Innenstadt wegfallen, wenn sie zur autofreien Zone erklärt würde.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Es handelt sich derzeit nur um ein Gedankenexperiment: Für eine autofreie Innenstadt zwischen Hegelallee, Schopenhauer- und Charlottenstraße sowie Hebbelstraße würden 1400 Parkplätze wegfallen. Das hat die Bauverwaltung jetzt auf Anfrage der alternativen Fraktion Die Andere ausgerechnet – die mit dem Thema auch im Oberbürgermeisterwahlkampf geliebäugelt hat.

1400 Parkplätze fielen weg

Doch aus Sicht der Bauverwaltung wäre eine Umsetzung sehr schwierig. Denn eine Verlagerung der 1400 Stellplätze in das innenstadtnahe Umfeld werde kaum möglich sein, schon wegen der Anwohner. „Solche Maßnahmen führen im Regelfall zu großen Widerständen bei den Betroffenen, insbesondere den Einzelhändlern“, so die Bauverwaltung.

Auch Berufspendler- und Besucherverkehr müssten bei einer autofreien Innenstadt zu einem Großteil auf andere Verkehrsmittel oder entferntere Parkmöglichkeiten am Rande der Stadt ausweichen – die Zahl solcher Park-and-Ride-Plätze soll mittelfristig von 550 auf 875 steigen. Im Umland sind 800 solcher Stellplätze geplant.

Es wäre noch Platz für ein Parkhaus

Auch in den innenstadtnahen Parkhäusern – etwa am Luisenplatz, in der Hebbelstraße oder an der Wilhelmgalerie – stünden insgesamt nur knapp 1100 Parkplätze zur Verfügung, die Auslastung betrage schon jetzt zwischen 60 und 90 Prozent an durchschnittlichen Werktagen. Daher könne man die wegfallenden Stellplätze einer autofreien Innenstadt kaum in die Tiefgaragagen verlagern.

Allerdings: Zumindest wäre noch Platz für ein weiteres Parkhaus. So sei im Verkehrskonzept der Stadt ein Parkhaus im Bereich der Berliner Straße vorgesehen, das aber planerisch nicht weiter untersetzt ist, so die Bauverwaltung.

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