• Unterstützung für Potsdamer Pläne: Zustimmung für autoarme Innenstadt

Unterstützung für Potsdamer Pläne : Zustimmung für autoarme Innenstadt

Für die Pläne für eine deutlich autoärmere Innenstadt zeichnet sich viel Unterstützung ab. Unter anderem zwei Innenstadt-Vereine äußern sich durchaus positiv.

Noch prägen parkende Autos das Bild in der Mittelstraße. Das soll anders werden. 
Noch prägen parkende Autos das Bild in der Mittelstraße. Das soll anders werden. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die geplante deutliche Reduzierung von Parkplätzen für auswärtige Besucher in der Innenstadt hat weitere Befürworter. Der Chef der Händlervereinigung AG Innenstadt, Götz Friederich, begrüßte am Dienstag den erreichten Konsens darüber, dass mehr für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt getan und diese schöner und erlebbarer gestaltet werden soll. Wichtig sei ihm aber, dass Anwohner weiter einen Parkplatz finden können und wirtschaftlich bedingter Lieferverkehr möglich bleibe. 

Das sei nach Stand der Planungen allerdings auch sichergestellt, sagte Friederich auf PNN-Anfrage. Untersucht werden müsse, ob in der Innenstadt ein Parkhaus oder eine Tiefgarage extra nötig sei, so Friederich, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats und nach seinem Ausscheiden bei der CDU parteiloser Stadtverordneter ist.

Götz Friederich, Chef der AG Innenstadt und parteiloser Stadtverordneter
Götz Friederich, Chef der AG Innenstadt und parteiloser StadtverordneterFoto: Ottmar Winter PNN

Anlass der Anfrage sind die aktuellen Ergebnisse einer Bürgerwerkstatt, in der nun die von der rot-grün-roten Rathauskooperation und der Bauverwaltung angestoßenen Pläne für eine autoarme Innenstadt konkretisiert worden sind. So sollen gerade für Gäste von außerhalb 500 von mehr als 1300 Parkplätzen wegfallen – zugunsten von mehr Fußgängerzonen, zum Beispiel in der Mittel- und Dortustraße. Auch mehr Radstreifen sind geplant, etwa am Bassinplatz oder beidseitig in der Charlottenstraße.

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Lob auch vom Bürgerverein "Freies Tor"

Von Zustimmung war auch beim Bürgerverein „Freies Tor“ die Rede, der sich seit 15 Jahren um das Umfeld der Brandenburger Straße bemüht. Genannt wurde in einer Mitteilung des Vereins vor allem der Plan, die Aufenthaltsqualität des Platzes am Jägertor zu verbessern. 

Man habe schon 2010 gefordert, „am Jägertor eine Art Piazzetta einzurichten, als kleine Schwester des piazzaähnlichen Bereiches vor dem Nauener Tor“, erklärte Vereinschefin Ellen Chwolik-Lanfermann. Damals sei der damit verbundene Wegfall einiger Parkplätze aber nicht vermittelbar gewesen. „Wir freuen uns, dass die Entwicklung jetzt endlich in die richtige Richtung geht.“ Zugleich sprach sie sich für mehr Fahrradstellplätze gerade am Brandenburger Tor aus – und für einen Vorrang von Straßen- und Gehwegssanierungen für mehr Barrierefreiheit vor einem Festhalten an historischem Straßenpflaster.

Etwas distanzierter äußerte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Finken zu den Plänen. „Anwohner, Gewerbetreibende und die Mitbürger aus dem ländlichen Raum dürfen nicht die Leidtragenden sein.“ Autos zu verbannen, mache noch lange keine lebendige Innenstadt. Wenn aber ein zukunftsweisendes Konzept greife, könne das gerne auch weniger Autos beinhalten, so Finken.

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