• Unesco-Filmstadt Potsdam: Mit Festivals zu mehr Sichtbarkeit

Unesco-Filmstadt Potsdam : Mit Festivals zu mehr Sichtbarkeit

Corona bremste Potsdams Aktivitäten als einzige deutsche Unesco-Filmstadt. Das soll sich ändern. Ein Anfang wurde bereits gemacht.

Auch für den Agententhriller "Bridge of Spies" (2015) fanden in Potsdam Dreharbeiten statt. 
Auch für den Agententhriller "Bridge of Spies" (2015) fanden in Potsdam Dreharbeiten statt. Foto: DPA

Potsdam - Nach den Einschränkungen durch die Coronapandemie will sich Potsdam mit verschiedenen Aktionen deutlich stärker als bisher als einzige deutsche Unesco-Filmstadt präsentieren. Das machten Verantwortliche aus Rathaus und Potsdamer Filminstitutionen bei einem Online-Treffen am Dienstagabend deutlich. „Unsere Sichtbarkeit wächst“, sagte Lisa Nawrocki, Geschäftsführerin des Projektbüros mit Sitz in der Film-Universität Konrad Wolf in Babelsberg. Die Runde war sich einig darüber, dass das für Potsdam eine Chance sei – gerade mit Blick auf den Tourismus. Diese Sichtbarkeit des Thema Films habe gerade durch Corona gelitten.

Vor allem seien nun wieder Präsenzveranstaltungen möglich, gaben sich die Teilnehmer einmütig – und nannten Planungen für zum Beispiel das zweite Drewitzer Filmfestival im September, das Jüdische Filmfestival oder die Ökofilmtour, bei der am Freitag ab 18.30 Uhr in der Reithalle des Hans Otto Theaters mehrere Filmpreise verliehen werden. Für solche Anlässe wolle man auch einen Trailer produzieren, um offensiv für das Unesco-Film-Stadtlabel zu werben. Potsdam ist bekanntermaßen seit dem Herbst 2019 Teil des Unesco Creative Cities-Netzwerks, in dem fast 300 Städte organisiert sind, neuerdings zum Beispiel Cannes in Frankreich.

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Veranstalter des Umwelt-Film-Festivals soll im Sommer vorgestellt werden

In diesem Zusammenhang stellte Potsdams Wirtschaftsförderer Stefan Frerichs den Stand der Planungen für das Umwelt-Film-Festival mit überregionaler Ausstrahlung vor, das nächstes Jahr stattfinden soll. Dieses dreitätige Festival solle voraussichtlich im Juni sein, mit der Schinkelhalle in der Schiffbauergasse als zentralem Ort. Man rechne mit rund einer Million Euro Kosten pro Festival, zwei Drittel davon müssten aus Sponsorengeldern beglichen werden. Im Juni werde man nach einer Art Konzessionsvergabe auch den Veranstalter präsentieren können. Im Februar hatte die Stadtverwaltung wie berichtet eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, um so ein Filmfestival für ein umweltbewusstes Publikum etablieren zu können.

Ein weiteres Kernprojekt im Rahmen des Unesco-Titels ist das sogenannte Boulevard des Films auf der Brandenburger Straße – womit das Potsdamer Thema Filme in das Zentrum der Stadt geholt werde, wie es Rathausmarketingchefin Sigrid Sommer sagte. Dort sollen auf speziellen Steinplatten, verankert auf der Flaniermeile, 50 in Potsdam produzierte Filmen vorgestellt werden – unter anderem „Der Pianist“, „V wie Vendetta“ oder auch „Bridge of Spies“.

Rathausmarketingchefin Sigrid Sommer.
Rathausmarketingchefin Sigrid Sommer.Foto: Andreas Klaer

Allerdings hatte die dafür notwendige Sanierung der Brandenburger Straße schon mehrfach verschoben werden müssen. Derzeit läuft für den ersten Bauabschnitt erneut ein Vergabeverfahren, das im Juni möglichst abgeschlossen werden soll – frühere Angebote hatten sich aus Sicht der Verwaltung als nicht annehmbar erwiesen. Doch sollte es diesmal klappen, wird mit Baubeginn im Juli gerechnet. 

Open-Air-Kino am Neuen Markt

Das Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg bespielt in diesem Jahr erstmals den Kutschstallhof am Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte mit Open-Air-Filmaufführungen. Das ließ die Festivalorganisation mitteilen. Das Festival, das vom 14. bis 19. Juni zum 28. Mal stattfindet, wird eröffnet im Hans Otto Theater mit dem Film „Eine Frau“ von der Filmemacherin Jeanine Meerapfel, der während des Festivals mit einer Hommage geehrt wird. Neben Spielstätten in Berlin-Neukölln, Spandau und der City West gehören auch das Filmmuseum in Potsdam und das Babelsberger Thalia-Kino zu den Austragungsstätten des Festivals. Die Filmauswahl verantwortet das Programmkollektiv um den Programmdirektor Bernd Buder (Filmfestival Cottbus). Infos zum gesamten Programm und Tickets unter www.jfbb.info.

Zunächst soll es um den Aufbruch der bestehenden Straßenoberfläche und den Leitungsbau bis Frühjahr 2023 gehen. Am Bauzaun sollen dann bereits die ausgewählten Filme gezeigt werden. Und: „Der Einbau der Pflasterdecke erfolgt dann im Anschluss.“ Die dafür bestellten Steine stünden zur Verschiffung bereit, bekanntermaßen wird aus China geliefert.

Und noch eine Nachricht für mehr Sichtbarkeit des Themas Films im Stadtgebiet konnte man am Dienstag verkünden: Über Geschichte und Gegenwart der Medienstadt Babelsberg informieren jetzt vier neue Kiez-Stadtpläne, zum Beispiel am Hasso-Plattner-Campus in der Rudolf-Breitscheid-Straße oder am Bahnhof Griebnitzsee. Damit wolle man Geschichte und Perspektive der Filmstadt Potsdam stärker als bisher in der Öffentlichkeit kommunizieren, hieß es.

Im Internet: www.citiesoffilm.org/potsdam

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