• Tödlicher Unfall auf Potsdamer Oktoberfest: Rummel-Unglück ab Ende Februar wieder vor Gericht

Tödlicher Unfall auf Potsdamer Oktoberfest : Rummel-Unglück ab Ende Februar wieder vor Gericht

Im Oktober 2020 wurde eine Stahnsdorferin wegen fahrlässiger Tötung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - dagegen hatte sie Einspruch eingelegt.

Vermutlich das Drücken eines falschen Knopfes führte im September 2019 auf dem Potsdamer Oktoberfest zu dem tödlichen Unfall. 
Vermutlich das Drücken eines falschen Knopfes führte im September 2019 auf dem Potsdamer Oktoberfest zu dem tödlichen Unfall. Foto: Kay Grimmer

Potsdam - Vom 28. Februar an muss sich eine Mitarbeiterin des Fahrgeschäfts „Playball“ wegen eines tödlichen Unglücks am 29. September 2019 auf dem Oktoberfest im Lustgarten erneut vor dem Amtsgericht verantworten. Die 49-jährige Stahnsdorferin war im Oktober 2020 wegen fahrlässiger Tötung zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, hatte aber gegen das Urteil Einspruch erhoben. Das Gericht hat für den 14. und den 21. März weitere Verhandlungstage angesetzt.

Die Schaustellerin saß an jenem Sonntag gegen 16.30 Uhr am Schaltpult. Die Staatsanwaltschaft legt ihr zur Last, das Fahrgeschäft in Gang gesetzt zu haben, ohne sich vergewissert zu haben, ob sich auf der sofort drehenden Plattform mit den zwölf Gondeln noch Personen befanden: Sie habe versehentlich einen falschen Knopf gedrückt, worauf der „Playball“ ohne den üblichen Warnton Fahrt aufnahm. Da waren auf der Plattform noch zwei Mitarbeiter damit beschäftigt, die Sicherheitsbügel der Kabinen zu überprüfen.

Andrada C. stürzte mehrere Meter in die Tiefe

Die 29 Jahre alte Rumänin Andrada C. sowie ihr Lebensgefährte und Landsmann Grigore C. konnten die Plattform nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht mehr verlassen, weil die Startgeschwindigkeit höher als sonst üblich war. Das habe die Angeklagte, so die Ankläger, „infolge Unachtsamkeit trotz wiederholter Rufe nicht bemerkt“.

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Grigore C. konnte sich in der Mitte der Plattform festhalten, musste aber mitansehen, wie seine Freundin nach etwa fünf Umdrehungen von der Plattform gegen ein Geländer und von dort zu Boden geschleudert wurde. Sie stürzte mehrere Meter tief auf den Asphalt und starb noch an der Unfallstelle an tödlichen inneren Verletzungen.

Die Anteilnahme unter den Schaustellern und in der Potsdamer Bevölkerung war groß. Am Unglücksort legten Angehörige und Anwohner Fotos der Rumänin, mehr als 40 Grablichter und Blumen ab. 

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