• Stromleitung in Marquardt verteidigt: Stadt Potsdam will nicht von „Mehrkosten“ sprechen

Stromleitung in Marquardt verteidigt : Stadt Potsdam will nicht von „Mehrkosten“ sprechen

Marquardt – Die Stadt Potsdam verteidigt die höheren Kosten durch die Verlegung der 110-Kilovolt-Freileitung um Marquardt herum. Zwar müsse zusätzliches Geld an den Netzbetreiber Edis gezahlt werden. Dabei handele es sich aber nicht um Mehrkosten – so lautet jedenfalls die Argumentation der Stadtverwaltung. Hintergrund ist eine Vorlage für den Hauptausschuss in der kommenden Woche. Demnach soll Potsdam nicht wie 2014 zwischen Stadt und Netzbetreiber Edis vereinbart 178 000 Euro inklusive Mehrwertsteuer zahlen, sondern insgesamt etwa 600 000 Euro. Mit dem Geld soll der Verlegung finanziert werden, damit die Masten der 110-Kilovolt-Freileitung künftig nicht mehr in der Ortslage stehen. Nach Angaben der Stadtverwaltung seien das aber keine Mehrkosten, sondern „eine Anpassung des Ansatzes im Haushaltsplan aufgrund der inzwischen bekannten Umverlegungskosten“.

Edis hatte ursprünglich beabsichtigt, die Leitung auf der alten Trasse zu sanieren. Nach Anwohnerprotesten hatte das Unternehmen einer Verlegung um den Ort herum zugestimmt, falls die zusätzlichen Kosten übernommen würden. Es gab Forderungen nach einer städtebaulichen Vereinbarung zwischen Potsdam und dem Netzbetreiber nach Vorbild von Wildau, wo ebenfalls eine Hochspannungsleitung verlegt wurde.

Dem stimmte die Stadt 2014 zu. Insgesamt waren für die Mehrkosten bereits Rücklagen von fast 300 000 Euro gebildet worden. Der Betrag soll nun verdoppelt werden. Für die Kostenübernahme durch die Stadt hatte sich seinerzeit eine breite Mehrheit der Stadtverordneten eingesetzt. Darauf verweist nun auch die Verwaltung. Die geschätzte Höhe der Mittel sei erläutert worden, hieß es. Die genauen Kosten hätten aber erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens festgestellt werden können. mar

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