• Streik im Nahverkehr Potsdam: Verkehrsbetrieb rüstet sich für den Ausstand

Streik im Nahverkehr Potsdam : Verkehrsbetrieb rüstet sich für den Ausstand

In fünf Landkreisen in Brandenburg streiken Bus- und Tramfahrer. Potsdam bleibt noch verschont, doch der Verkehrsbetrieb bereitet sich auf einen Streik vor.

Im Februar standen die Busse in Potsdam schon still. Am Donnerstag könnte wieder gestreikt werden.
Im Februar standen die Busse in Potsdam schon still. Am Donnerstag könnte wieder gestreikt werden.Foto: dpa

Potsdam - Angesichts des drohenden unbefristeten Streiks der Bus- und Straßenbahnfahrer in Potsdam hat der Verkehrsbetrieb (ViP) einen Notfahrplan erarbeitet. Damit solle zumindest ein Grundangebot im öffentlichen Nahverkehr aufrecht erhalten werden, heißt es auf der Vip-Internetseite.

Demnach sollen Straßenbahnen wie im Spätverkehr alle 20 Minuten fahren – und zwar nur noch auf der Linie 91 zwischen Pirschheide und Rehbrücke, auf der Linie 92 zwischen Kirschallee und Kirchsteigfeld sowie auf der Linie 99 zwischen Babelsberg und Platz der Einheit. Zwischen Glienicker Brücke und Platz der Einheit sollen Trams alle 40 Minuten fahren. Die Linien 94, 96 und 98 können nicht bedient werden. Die Busse sollen ähnlich selten wie im Nachtverkehr unterwegs sein – nach Bornim etwa nur alle 60 Minuten. Die Fähre nach Hermannswerder und andere Buslinien würden ausgesetzt. „Bitte berücksichtigen Sie, dass es dennoch zu Verspätungen oder Ausfällen kommen kann“, so der ViP. Ersatzansprüche von Kunden seien ausgeschlossen.

Streik vermutlich ab Donnerstag

Sollte nicht noch eine Einigung in letzter Minute gelingen, wird Potsdam nach PNN-Informationen vermutlich am Donnerstag in den landesweiten Streik einbezogen. Bisher sind die Fronten im Tarifkonflikt verhärtet. In einer Erklärung lehnten es die Arbeitgeber am Dienstag erneut ab, über einen von Verdi unter anderem geforderten Sonderbonus für Gewerkschafter zu verhandeln. Nur wenn Verdi darauf verzichte, werde man ein besseres Angebot vorlegen. Voraussetzung für die Fortsetzung der Tarifverhandlungen sei zugleich, auf weitere Streiks zu verzichten, so die Arbeitgeber – die mit Ex-Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) bereits auch einen möglichen Schlichter vorgeschlagen haben.

Zwei Stunden nach der Erklärung der Arbeitgeber kündigte wiederum Verdi an, den Streik auszuweiten. Ab dem heutigen Mittwoch werden die Busse in Oder-Spree und weitere Betriebe in den unbefristeten Nahverkehrsstreik einbezogen – damit wären nunmehr fünf Landkreise und die Stadt Frankfurt (Oder) betroffen. Schritt für Schritt will die Gewerkschaft weitere Nahverkehrsbetriebe bestreiken – demnach muss auch das Potsdamer Umland ab Donnerstag mit Streikaktionen rechnen. Betroffen wäre hier die Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft, die auch die Busse für das laufende Baumblütenfest in Werder stellt.

Verspätet wurde am Dienstagnachmittag der eigentlich bereits für den Morgen angekündigte Streik in Frankfurt (Oder) aufgenommen. Der Arbeitgeber dort habe zuvor Fahrzeuge aus dem Depot an geheime Orte in der Stadt gebracht, um den Verkehr mit Streikbrechern zu gewährleisten, hieß es von Verdi. Ab 16 Uhr sei der Nahverkehr dann aber – nach entsprechenden Gegenmaßnahmen – zum Erliegen gekommen, hieß es von Verdi. (mit dpa

 

Update 29. April, 16 Uhr: Ab Donnerstag wird gestreikt

Der unbefristete Arbeitskampf der Bus- und Straßenbahnfahrer im Land Brandenburg erreicht die Region Potsdam. Lesen Sie hier den gesamten Beitrag >>

 

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