• Stau in Potsdam: Berufspendler kritisieren Verkehrsplanung der Stadt

Stau in Potsdam : Berufspendler kritisieren Verkehrsplanung der Stadt

Auch am Freitagmorgen staut es sich auf Potsdams Straßen. Pendler müssen viel Geduld mitbringen - und manche ärgern sich über eine aus ihrer Sicht verfehlte Verkehrsplanung der Stadt.  

Stau auch am Freitagmorgen auf der Zeppelinstraße
Stau auch am Freitagmorgen auf der ZeppelinstraßeFoto: privat

Potsdam - Der Potsdamer Verkehr ist für viele Pendler erneut zur großen Geduldsprobe geworden. Grund ist die Vollsperrung der Breiten Straße zwischen Zeppelinstraße und Schopenhauerstraße Richtung Lange Brücke. Noch heute wird dort die Fahrbahn neu asphaltiert, morgen soll die Straße wieder frei sein. Doch bis dahin müssen sich Autofahrer auf der Zeppelinstraße, Schopenhauerstraße und Hegelallee sowie im weiteren Umfeld auf längere Fahrtzeiten einstellen. Es besteht Staugefahr. 

Zu den Stoßzeiten ist die Verkehslage drastisch - das wurde am Donnerstag besonders im Berufsverkehr deutlich. Die Passierdauer auf der Zeppelinstraße stadteinwärts betrug gut eine Stunde, es staute sich auch auf der Hegelallee und der Schopenhauerstraße. Dort standen die Fahrzeuge dicht an dicht. Die Jägerallee stadteinwärts war ebenfalls dicht.

Stau auf der Hegelallee
Stau auf der HegelalleeFoto: Hajo von Cölln

Zudem sollen mehrere Ampelanlagen ausgefallen sein, wie Pendler im sozialen Netzwerk Facebook berichten. Betroffen war am Donnerstag unter anderem die Ampelanlage auf der Zeppelinstraße kurz vor der Sellostraße.

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Allein für die Strecke vom Reiterweg bis zur Hegelallee rechnete der Google-Routenplaner am Donnerstagabend mit knapp einer Viertelstunde - für 850 Meter. Vom Luftschiffhafen bis zur vier Kilometer entfernten Hegelallee veranschlagte der Routenplaner knapp eine halbe Stunde.

Im Stau steckten am Donnerstag aber auch viele Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel fest: Auf mehreren Bus- und Tramlinien kam es zu Verspätungen von bis zu 90 Minuten. 

Fünf Minuten von der Hegelallee bis zum Jägertor

Aufgrund der Sperrung können Fahrzeuge stadteinwärts derzeit nicht in die Breite Straße einbiegen, sondern werden über den Luisenplatz herum auf die Hegelallee geleitet. Dort treffen sie auf Fahrzeuge, die von der Schopenhauerstraße auf die Hegelallee einbiegen. Die Folge sind lange Staus auf den Zufahrten und der Hegelallee und Kurfürstenstraße. 

Bauarbeiten auf der Breiten Straße
Bauarbeiten auf der Breiten StraßeFoto: Sabine Schicketanz

Im sozialen Netzwerk Facebook gab es neben den Beschwerden über die aktuelle Verkehrsplanung der Stadt auch Diskussionen zwischen Auto- und Radfahrern. "Gerne würde ich dem Stau entgehen. Meine Arbeit beginnt, mit oder ohne Stau, um 7 Uhr in einem Betreuten Wohnen für Senioren", schreibt ein Leser des Potsdam HEUTE-Newsletters, der für seine Arbeit auf das Auto angewiesen ist, weil er unter anderem auch in anderen Häusern des Trägers zum Einsatz kommt. Genauso wie verschiedene Pflegedienste, die mehrmals täglich in den Heimen ein- und ausgehen, schreibt der Potsdam HEUTE-Leser.

"Potsdam hat nun einmal mit seiner Insellage ein Problem und wer aus dem Westen der Stadt Richtung Osten fahren muss, kommt an der Breiten Straße nicht vorbei", schreibt ein weiterer Newsletter-Leser. Seine Idee: Man hätte für diese drei Tage die Querung am Luisenplatz per Ampelanlage freigeben und somit einen Teil des Verkehrs auf die Dortustraße lenken können.

Er regt zudem an, den Bahnhof Pirschheide wieder zu beleben, um mit einem guten Park-and-Ride-Konzept eine hoffnungsvolle Alternative für zukünftige Pendler zu bieten. Damit würde sich zum Beispiel die Reisezeit mit dem R22 von Pirschheide nach Ludwigsfelde auf 14 Minuten verkürzen. Aktuell, so schreibt der Leser, dauert es durch den Umweg über Golm 42 Minuten - kein Wunder, dass der öffentliche Nahverkehr für manche nicht ausreichend attraktiv sei. 

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