• So wählt Potsdam: Was zum Endspurt und am Wahlsonntag wichtig ist

So wählt Potsdam : Was zum Endspurt und am Wahlsonntag wichtig ist

Wie viele Menschen in der Stadt dürfen wählen? Wo finden die Partys der Parteien statt? Und was gibt es für den Urnengang zu beachten? Ein Überblick vor der Wahl.

Am Sonntag haben die Potsdamerinnen und Potsdamer die Wahl. Hier im Bild das Briefwahlbüro Stadthaus Potsdam.
Am Sonntag haben die Potsdamerinnen und Potsdamer die Wahl. Hier im Bild das Briefwahlbüro Stadthaus Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Mehr als 136.500 Potsdamer dürfen am Sonntag (26.9.) die Zusammensetzung des neuen Bundestags mitentscheiden. Mit ihrer Zweitstimme können sie sich auch für einen Potsdamer Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) oder eine Potsdamer Bundeskanzlerin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) einsetzen. Die PNN geben einen Überblick, was zur Wahl wichtig ist.

Wie viele junge Potsdamer können wählen?

Von den 136.500 Wahlberechtigten sind 18.743 Potsdamer zwischen 18 und 30 Jahren alt. Zum Vergleich: Über 60 Jahre alt sind 46.064 Potsdamer Wähler. 

Ist am Samstag (25.9.) noch Wahlkampf?

Natürlich. Gerade auf den Marktplätzen der Stadt werden diverse Wahlstände der Parteien und Kandidaten zu sehen sein. Von den Kandidaten ist Olaf Scholz am Samstag ab 12.30 Uhr bei einem Bürgergespräch auf dem Markt am Schlaatz und ab 15 Uhr auf dem Bouman-Platz im Bornstedter Feld. Prominente Hilfe erhalten die Linken: Ab 17 Uhr kommt deren Spitzenkandidatin Janine Wissler auf den Steubenplatz vor den Landtag. 

Gleich mehrere Wahlstände für den Samstagvormittag hat auch CDU-Kandidatin Saskia Ludwig angekündigt, etwa auf dem Weber- und Bassinplatz. Die Grünen wiederum haben einen 72-Stunden-Wahlkampfendspurt begonnen – mit selbst gestalteten Werbelastenrädern sowie Verteilaktionen vor Bäckerläden am Sonntag. Eine Fahrradstaffel ist auch für die FDP unterwegs – die Liberalen und ihre Kandidatin Linda Teuteberg setzen auf nächtliche Präsenz am Otto-Braun-Platz am Landtag, der Stand dort ist Samstag ab 21 Uhr besetzt. 

Was ist am Wahlabend spannend?

Die Frage ist, wer im Wahlkreis 61 das Direktmandat holt. Politisch geht es für Baerbock darum, für das erste grüne Direktmandat bei einer Bundestagswahl in Ostdeutschland zu sorgen. Dagegen will Olaf Scholz, den Prognose-Portale im Potsdamer Wahlkreis zuletzt vorne gesehen haben, das schon 2017 gewonnene SPD-Mandat verteidigen. Neben dem Duell Scholz und Baerbock ist vor allem das Zweitstimmenergebnis in Potsdam von Interesse.

Im Vorfeld der Wahl hatte sich die Potsdamer CDU enorm zerstritten präsentiert. Die Frage ist nun: Hat das Folgen? Reicht es für die Union wie bei der Kommunalwahl 2019 nur noch für Platz vier hinter den Linken? Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Union in Potsdam noch 21,6 Prozent der Zweitstimmen geholt. Danach kam vor vier Jahren bei den Zweitstimmen in Potsdam die Linke mit 21,2 Prozent – und dann erst die SPD mit 18,3 Prozent. Vierter war damals die AfD mit 12,8 Prozent. Den gesamten Wahlkreis 61 hatte damals die CDU mit 24,8 Prozent gewonnen – jedoch gehört nun die Unionshochburg Werder/Havel nicht mehr dazu.

Wie viele Direktkandidaten treten an?

So viele wie noch nie, nämlich 17 Kandidierende. Daraus ergibt sich der längste Wahlzettel zu einer Bundestagswahl in Potsdam – mit fast 60 Zentimetern. 

Ab wann stehen die Ergebnisse fest?

Im Rathaus rechnet Kreiswahlleiter Michael Schrewe damit, dass erste Nachrichten aus einzelnen Wahllokalen zum Ausgang des Urnengangs gegen 19 Uhr im Rathaus eintreffen. Dort werden sie gesammelt, registriert und im Internet live auf www.potsdam.de veröffentlicht. Gegen 22 Uhr könnte das Endergebnis feststehen, so Schrewe. Tendenziell würden dabei die Ergebnisse der Briefwahl etwas später einlaufen als die aus den Wahllokalen.

Das liegt auch daran, dass so viele Umschläge geöffnet und Zettel ausgefaltet werden müssen. Gezählt werden diese Stimmen in der Voltaire-Gesamtschule. Dort setzt das Rathaus 410 Wahlhelfer ein. Insgesamt kommen 1500 Helfer zum Einsatz. Sie erhalten dafür ein sogenanntes Erfrischungsgeld von jeweils zwischen 25 und 50 Euro. 

Wie viele Briefwähler gibt es?

Mit Stand Freitag sind 49.000 Briefwahlunterlagen beantragt worden. Wie viele davon zurückgesendet sind, hat man im Rathaus nicht gezählt. Die Wahlscheine lagern nun in extra Urnen, bevor sie am Sonntag ausgezählt werden. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 gab es rund 31.000 Briefwähler. 

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Was gibt es bei der Urnenwahl zu beachten?

Wegen der Corona-Regeln gelten diesmal Besonderheiten. Unter anderem gilt in den Wahllokalen eine Maskenpflicht. Auch werden laut Rathaus Sicherheitsmitarbeiter zur Einhaltung der Regeln eingesetzt. Wichtig auch: Die Wähler sollen ihren eigenen Kugelschreiber mitbringen. 

Ist das Medieninteresse groß?

Ja. Unter anderem für die Stimmabgabe von Scholz und Baerbock – er in der Dortu-Grundschule in der Innenstadt, sie in der Evangelischen Grundschule in der Nauener Vorstadt – bestehe ein hohes Medieninteresse, hieß es aus dem Rathaus auf Anfrage. Um dies mit den Corona-Regeln in Einklang zu bringen, haben zu den Wahllokalen nur bestimmte Fotografen Zutritt, die dann ihre Bilder auch anderen Medien zur Verfügung stellen. 

Wo feiern die Parteien?

Die SPD hat die Genusswerkstatt am Filmmuseum gemietet – dort wird unter anderem Ministerpräsident Dietmar Woidke erwartet. Kanzlerkandidat Olaf Scholz wird hingegen am Abend in Berlin gebraucht: In Potsdam wird er laut den Sozialdemokraten am Wahlabend nicht anwesend sein, oder wenn, dann erst sehr spät. Dagegen sicher am späteren Wahlabend in Potsdam erwartet wird Annalena Baerbock – bei der Party der Grünen in der Schinkelhalle am Kulturstandort Schiffbauergasse. Bei beiden Feiern gilt die 2G-Coronaregel, es können also nur Geimpfte und Genesene kommen.  Als nicht öffentlich ist hingegen die Wahlparty der CDU angesetzt – und zwar im Kutschstall am Neuen Markt.

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Die Wahlparty der FDP findet im Fliegenden Holländer in der Benkertstraße statt. Aufgrund der begrenzten Anzahl der Plätze ist eine Anmeldung per E-Mail an [email protected] erforderlich. Dort gilt die 3G-Regel – wie auch bei den Linken, die sich im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion treffen. Alle Partys beginnen ab 17.30 Uhr, die ersten Hochrechnungen werden ab 18 Uhr erwartet. Die AfD wollte nicht öffentlich bekanntgeben, wo sie feiert. 

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