• Skurriler Streit: Kongnaes-Tor: Ultimatum an die Step

Skurriler Streit : Kongnaes-Tor: Ultimatum an die Step

Kongsnæs-Inhabers Michael Linckersdorff droht mit dem Gang vor Gericht, sollte die Step nicht binnen einer Woche ihre Schuld eingestehen. 

Das Step-Fahrzeug unter dem Kongsnæs-Tor.
Das Step-Fahrzeug unter dem Kongsnæs-Tor.Foto: Privat

Berliner Vorstadt - Der skurrile Streit um den mutmaßlich von einem Müllfahrzeug der Stadtentsorgung (Step) umgefahrenen Torbogen der Matrosenstation Kongsnæs kommt möglicherweise vor Gericht. Zumindest hat der Anwalt des Kongsnæs-Inhabers Michael Linckersdorff nun der Step ein Ultimatum gestellt: Er fordert bis zum nächsten Sonntag „eine vollständige Schuldanerkenntnis“ der Step als Schadensverursacher, wie Linckersdorffs Projektentwickler Wolfram Seyfert den PNN auf Anfrage bestätigte. Weigere sich die Step, „wird die nächste Etappe der juristischen Auseinandersetzung eingeläutet“.

Passt das da etwa durch? 
Passt das da etwa durch? Foto: Privat

War es die Müllabfuhr oder sind die Pilze Schuld?

Der Vorfall datiert vom 8. November 2019. Im damals aufgenommenen Polizeiprotokoll heißt, der Müllwagen habe das Tor beim Herausfahren „touchiert“, daraufhin „blieb der hölzerne Torbogen auf dem Dach des Lkws liegen“. Doch die Versicherung der Step stützt sich auf ein Gutachten der Dekra. Darin heißt es wie berichtet, es könne „nicht geklärt werden, ob der Schaden durch ein Touchieren des Müllfahrzeugs mit dem Holzportal verursacht wurde“. Möglicherweise habe das im Jahr 2000 errichtet Bauwerk „Schäden durch holzzerstörende Pilze“ gehabt und sei deshalb einfach umgefallen.

Zerstört. So sah das Tor danach aus. 
Zerstört. So sah das Tor danach aus. Foto: Andreas Klaer

Diese Variante bestreitet die Linckersdorff-Seite energisch und verweist darauf, dass die Dekra erst nach dieser Einschätzung vor Ort war. Vielmehr sei einfach vergessen worden, die Klappe des Müllwagens zu schließen. Daher habe das Fahrzeug nicht mehr durch das Tor gepasst und dieses umgerissen. Zunächst forderte man 18 000 Euro für ein neues Tor. Doch diese Kostenschätzung sei nicht vollständig, sagte Seyfert: „Die Denkmalpflege fordert mit Recht eine Integration von historischen Bauelementen in das zu rekonstruierende neue Tor – dieser Prozess ist aufwendig und teuer.“

Die Step hat sich bisher zu dem Fall nicht geäußert. Auch jetzt teilte ein Sprecher des Unternehmens mit, es handele sich um ein laufendes Verfahren. Die Step gehört zu den Stadtwerken, 49 Prozent werden von der weltweit tätigen Remondis-Gruppe gehalten.
 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.