• „Serien sehr interessant“ Studiosprecher Eike Wolf über fertige Produktionen und neue Partner in Babelsberg

Potsdam : „Serien sehr interessant“ Studiosprecher Eike Wolf über fertige Produktionen und neue Partner in Babelsberg

Foto: Sebastian Gabsch

Eike Wolf, nach dem Geschäftsbericht und der Hauptversammlung der Studio Babelsberg AG für 2017 wurde bekannt, dass es nur einen leichten Gewinn in Höhe von 1,3 Millionen Euro nach Steuern gab und auch der Umsatz des Studios gesunken ist. Wie steht es um Babelsberg?

Ein Geschäftsjahr ist immer dann für das Studio gut, wenn wir wie 2016 in den schwarzen Zahlen sind. Wenn man sich allerdings die vergangenen Jahre anschaut, erkennt man, in welch zyklischem Geschäft wir uns befinden. Wir sind abhängig von Filmprojekten, die über das Jahr zu uns kommen. Da können Jahre und Projekte dabei sein, die eben nicht so lukrativ sind. Deswegen setzen wir natürlich alle Anstrengung in die Akquise von neuen Filmprojekten. Darüber hinaus haben wir stets betont, wie abhängig der Filmstandort Deutschland von den Bedingungen der Filmförderung ist.

Der Deutsche Filmförderfonds soll im kommenden Jahr von bislang 50 Millionen Euro im Jahr auf 125 Millionen Euro aufgestockt werden. Damit wurde einer der wichtigsten Wünsche von Studio Babelsberg erfüllt. Sie müssten überglücklich sein?

Wir sind zunächst sehr froh, dass die Fördermittel erhöht wurden und es auch in Aussicht gestellt wurde, dass es für internationale Produktionen entsprechend bessere Bedingungen geben wird.

Die höhere Förderung greift aber erst 2018. Was bedeutet das für das Filmgeschäft der Studios in diesem Jahr? Bislang ist lediglich eine Großproduktion angekündigt …

Wir sind durchgehend in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Bestätigung von großen internationalen Produktionen. Zurzeit wird die zweite Staffel der High-End-Serie „Berlin Station“ bei uns gedreht. Außerdem hatten wir diverse kleinere deutsche Film-Koproduktionen wie „Steig.Nicht.Aus“ von Christian Alvart („Tschiller: Off duty“). Der hat sowohl unser Flugzeug-Set als auch den Wassertank für große Stuntszenen genutzt. Regisseur Lars Kraume drehte im Frühjahr den Film „Das schweigende Klassenzimmer“ unter anderem in der „Neuen Berliner Straße“. Abgeschlossen ist auch die US-Spionageserie „Counterpart“, die teils im Studio, hauptsächlich aber an Original-Drehorten in Berlin und Brandenburg entstanden ist.

Werden hochbudgetierte Serien wie „Berlin Station“ oder die X-Filme-Produktion „Babylon Berlin“, die im September auf Sky startet, wichtiger für das Filmstudio?

Definitiv ist der Serienbereich in dem Preissegment sehr interessant für uns. Wir sind ständig in Gesprächen, gerade mit US-Sendern und den Serien-Produzenten aus dem Streamingbereich wie Netflix, Amazon oder HBO. Wir freuen uns, dass die erste Netflix-Zusammenarbeit für den Science-Fiction-Film „Mute“ auch die „Neue Berliner Straße“ als Set genutzt hat, wobei wir die Straße ins Berlin der Zukunft umdekoriert haben.

Das klingt, als bleibt der US-amerikanische Film- und Serienmarkt wichtig für Babelsberg, andererseits wurden Kooperationen mit China vereinbart. Wird Asien wichtiger für das Potsdamer Filmmekka?

Bei den Auftragsproduktionen, die für uns entscheidend sind, bleibt weiterhin Amerika wichtig. Dort werden die höher budgetierten Filmproduktionen beauftragt. Nichtsdestotrotz wird Asien, besonders China zukünftig ein Wachstumsmarkt in der Filmindustrie sein. Da strecken wir natürlich auch unsere Fühler aus und sind offen für Partnerschaften.

Gibt es konkrete Pläne, erste Filmprojekte?

Nein, so weit sind wir noch nicht in der Zusammenarbeit. Ziel ist es aber auch, dass neben dem Know-how-Transfer auch chinesisch-europäische Koproduktionen umgesetzt werden.

Die Fragen stellte Kay Grimmer

Eike Wolf ist Unternehmenssprecher der Studio Babelsberg AG. Das Filmstudio bietet mit der „Neuen

Berliner Straße“ das größte zusammenhängende Außendrehgelände Europas.

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