• Landtagswahl 2019: Direktkandidaten im Wahlkreis 19

Serie zur Landtagswahl 2019 : Die Direktkandidaten im Wahlkreis 19

Am 1. September 2019 ist Landtagswahl in Brandenburg. Hier die Spitzenkandidaten aus dem Wahlkreis 19 - Potsdam-Mittelmark III/ Potsdam III.

Foto: PNN-Montage

Bis zur Landtagswahl am 1. September nehmen die PNN in dieser Serie die Wahlkreise in Potsdam und Potsdam-Mittelmark in den Fokus und stellen dabei jeweils die sieben Direktkandidaten von SPD, Linke, CDU, Grünen, AfD, FDP und Freien Wählern vor. Für die Reihenfolge maßgeblich ist das Ergebnis der letzten Landtagwahl. In einigen Wahlkreisen treten zudem weitere Kandidaten an, zum Teil auch Einzelbewerber. Im Wahlkreis 19 ist das der 49 Jahre alte Werderaner Maschinenbau-Ingenieur Edmund Müller (parteilos), der sich dem „Prinzip der direkten Demokratie“ verpflichtet sieht und Justizreformen anmahnt, speziell beim Familienrecht, das aus Müllers Sicht gerade Väter im Fall einer Trennung benachteilige. Bei der Landtagswahl 2014 holte er 1,2 Prozent im Wahlkreis.

Saskia Ludwig (CDU)

Saskia Ludwig wurde 1968 in Potsdam geboren. Die Diplomkauffrau hat zwei Kinder und ist verheiratet. Seit 2002 führt sie den CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark, zwei Jahre später wurde sie Landtagsabgeordnete. Von 2010 bis 2012 war sie Fraktions- und Landesvorsitzende der Brandenburger CDU, verfolgte einen harten Oppositionskurs – bis ihr Parteivorstand ihr das Misstrauen aussprach. 2017 scheiterte ihre Bundestagskandidatur.
Saskia Ludwig wurde 1968 in Potsdam geboren. Die Diplomkauffrau hat zwei Kinder und ist verheiratet. Seit 2002 führt sie den...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Das Votum der Wähler im Wahlkreis 19, das mir sehr wichtig ist. Sie sind es, die entscheiden, wer ihre Interessen direkt vertreten soll.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Die Durchsetzung des schon oft diskutierten und angedachten Untersuchungsausschusses zur Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Mein wichtigstes Ziel ist es, bei den Bürgeranliegen, die an mich herangetragen werden, zu helfen und wo möglich, auch umzusetzen.


Uwe Adler (SPD)

Uwe Adler wurde 1974 in Brandenburg an der Havel geboren und bezeichnet sich selbst als Stahlarbeiterkind. Sein Vater war im Stahl- und Walzwerk Brandenburg beschäftigt. Adler ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt mit seiner Familie in Potsdam. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet als Kriminalbeamter beim Landeskriminalamt. Seit mehr als zehn Jahren ist er Mitglied in der SPD und seit September 2016 in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung.
Uwe Adler wurde 1974 in Brandenburg an der Havel geboren und bezeichnet sich selbst als Stahlarbeiterkind. Sein Vater war im...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Für mich ist Politik Dienstleistung am Menschen. Ich will die Menschen erreichen, wo sie leben, wo Probleme unmittelbar auftreten. Deshalb mache ich seit mehreren Wochen meine Wahlkreistour. Ich stelle mich den Menschen vor und Erwartungen und Anregungen nehme ich mit auf meinen Weg. Im Landtag setze ich mich für die Bürger ein. Meine Qualifikation für das Mandat ist die Nähe zu den Menschen! Dort gehöre ich und dort gehört Politik hin.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Mein Wahlkreis umfasst Potsdam, Schwielowsee und Werder (Havel). Im Potsdamer Norden soll das Land die Stadt insbesondere bei der Entwicklung des Krampnitz-Areals und seiner Verkehrsinfrastruktur eng beraten – sinnvolle Planung und Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln! Politik braucht Visionen! Ich werde eine Straßenbahnverbindung zwischen Werder (Havel) und Potsdam prüfen lassen – kurz getaktet, kostengünstig und staufrei!

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Den Wahlkreis für mich als Direktkandidat gewinnen! Die Themen der Menschen in unserem Zuhause gehören angesprochen und angepackt. Ich werde eine starke Stimme im Landtag sein und verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen. Ein ‚Weiter so‘ darf es für unsere Region, unser Zuhause nicht geben. Meine politische Philosophie: Die Ärmel hochkrempeln, mit dem Gesicht zu den Menschen. Das bin ich! Rausgehen! Zuhören! Da sein!


Tina Lange (Linke)

Tina Lange ist 31 Jahre alt und wurde in Neubrandenburg geboren. Sie ist mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Norbert Müller verheiratet, zusammen mit zwei Söhnen leben sie in Fahrland. Die Musik-, Physik- und Umweltbildungslehrerin ist seit 2014 Vize-Kreischefin der Potsdamer Linken und zog nach der Kommunalwahl im Mai auch in die Stadtverordnetenversammlung ein. Hier ist sie Vize-Fraktionschefin der Linken.
Tina Lange ist 31 Jahre alt und wurde in Neubrandenburg geboren. Sie ist mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Norbert Müller...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Auf mich ist Verlass. Meine Maxime ist: „Nicht nur meckern, sondern anpacken.“ Als junge Mutter zweier Kinder kümmere ich mich um die Menschen um mich herum, bin aufmerksam für ihre Sorgen und Träume. Mit meiner Energie und guter Vernetzung verändere ich gern gemeinsam Dinge – mit dem Ziel, die Welt gerechter, friedlicher, nachhaltiger und sozialer zu machen. Kommunal gelingt das schon ganz gut, doch auf Landesebene lässt sich noch viel mehr gestalten.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?
Mir ist eine umweltfreundliche, leistungsfähige Verkehrsgestaltung mit einem gut vernetzten ÖPNV, sicheren Radwegen und vor allem dem kostenlosen Schülerticket wichtig. Deshalb wäre kostenloser Schülerverkehr auch mein 1. Ziel auf dem Weg zum kostenlosen ÖPNV. Ebenso wichtig ist mir die personelle und finanzielle Stärkung sowie der Ausbau der Gemeinschaftsschule, damit alle Kinder gute Entwicklungschancen und individuelle Förderung bekommen.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Mir liegt am Herzen, dass Menschen überall gut und nachhaltig im Einklang mit der Natur leben können und auch ohne Auto mobil sind. Ich möchte deshalb kein grenzenloses Wachstum und engagiere mich für die Stärkung von Bus, Bahn und Radwegen. Mein Ziel sind möglichst kurze Wege, ob zur Schule, zur Kita, zum Einkaufen, zum Verein oder zur Schwimmhalle. Mit meiner Hartnäckigkeit habe ich auch schon einiges erreicht – etwa Kita- und Schulplätze erweitert.


Marlon Deter (AfD)

Marlon Deter ist 46 Jahre alt, ist gebürtiger Werderaner und hat eine neun Jahre alte Tochter. Er arbeitet als Bankangestellter in Brandenburg an der Havel. Seit der Kommunalwahl im Mai ist er Abgeordneter in der Stadtverordnetenversammlung Werder (Havel) und im Kreistag von Potsdam-Mittelmark, zudem ist er stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD in Werder (Havel). Von 1994 bis 2014 war Deter SPD-Mitglied.
Marlon Deter ist 46 Jahre alt, ist gebürtiger Werderaner und hat eine neun Jahre alte Tochter. Er arbeitet als Bankangestellter in...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Ich vertrete als AfD-Politiker Positionen, die von anderen Parteien aufgegeben wurden. Die Menschen fühlen sich von den Altparteien nicht mehr vertreten und erwarten, dass ihre Probleme gelöst werden. Ich stehe dafür ein, das Gesetze eingehalten werden, das Eigentum der Bürger geschützt und die Familie als Grundpfeiler unserer Gesellschaft gefördert wird. Ich fordere eine freie Meinungs- und Streitkultur und bringe frischen Wind in den Landtag.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?
Als erstes steht die Bildung einer handlungsfähigen Regierung an. Brandenburg braucht stabile demokratische Verhältnisse. Wir haben ein sehr gutes Wahlprogramm mit konkreten Lösungen und Verbesserungen für die Brandenburger. Die Themen werden dann im Koalitionsvertrag stehen und werden abgearbeitet. Sicherheit und Infrastruktur stehen bei mir auf Nummer eins. Brandenburg braucht endlich eine ideologiefreie Dynamik. Es liegt viel Arbeit vor uns. 

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

In den letzten Jahren hat die Politik in Stadt, Kreis und Land einiges verschlafen. Die Probleme um Kitas, Schulen, Wohnen, Verkehr sind lange bekannt. Mein Wahlkreis wächst und ist beliebt bei Familien mit Kindern. Wir sind ein fantastisches Ziel für Touristen. Projekte dauern zu lange oder es wurden Steuergelder verschwendet. Ich möchte unsere Region zu einer Vorzeigeregion für Familien und Tourismus und somit Städte und Gemeinden entwickeln.


Robert Funke (Grüne)

Robert Funke, Jahrgang 2000, ist seit zweieinhalb Jahren bei den Grünen. 2018 machte er sein Abitur am Potsdamer Humboldt-Gymnasium, im folgenden Jahr arbeitete er nach eigenen Angaben auf einem Bio-Bauernhof in der Lausitz und in der Landesgeschäftsstelle der Grünen. Ferner ist der Potsdamer Sprecher der Grünen Jugend Brandenburg und will im Herbst ein Landwirtschaftsstudium beginnen.
Robert Funke, Jahrgang 2000, ist seit zweieinhalb Jahren bei den Grünen. 2018 machte er sein Abitur am Potsdamer...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Mit Mut, frischen Ideen für die Zukunft und einem Schuss Hartnäckigkeit möchte ich die Stimme der jungen Generation sein. Wir und unsere Kinder werden die Folgen des Klimawandels und des Artensterbens am heftigsten zu spüren bekommen – wenn wir nicht schnellstmöglich aus der Braunkohle aussteigen und unsere Landwirtschaft nachhaltig umgestalten. Zudem stehe ich für Weltoffenheit und unterscheide mich damit gleich von zwei Mitbewerbern.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?
Zunächst muss endlich sicher sein, dass Proschim in der Lausitz nicht für die Braunkohle abgebaggert wird. Wir brauchen einen Fahrplan für einen Kohleausstieg bis 2030. Außerdem dringend nötig: effektive Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel, eine Lehramtsausbildung in Cottbus und die Einführung eines dualen Lehramtsstudiums. Und schließlich muss die Mobilitätswende eingeläutet werden – unter anderem mit einem 15-Minuten-Takt für den RE1.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Mein Ziel ist es, den Nah- und Radverkehr in schnellen und großen Schritten zu stärken. Der Radschnellweg zwischen Potsdam und Werder soll durch das Land finanziert werden. Wir brauchen einen Radweg von Fahrland nach Marquardt. Um die Artenvielfalt zu bewahren, möchte ich erreichen, dass der Obstanbau in der Region ohne Pestizide arbeitet. Bauern, die auf Bioqualität umstellen wollen, sollen daher besser unterstützt werden.


Kay Martin (FDP)

Kay Martin ist 1995 in Potsdam geboren und lebt im Bornstedter Feld. Nach dem Abitur war er ein Jahr lang in England und studierte von 2014 bis 2019 Englisch und Politische Bildung auf Lehramt an der Universität Potsdam. Seit August arbeitet er als Vertretungslehrer in Nauen, seit 2017 ist er bei der FDP. Er engagiert sich bei den Jungen Liberalen sowie im Potsdamer Kreisvorstand der FDP.
Kay Martin ist 1995 in Potsdam geboren und lebt im Bornstedter Feld. Nach dem Abitur war er ein Jahr lang in England und studierte...Foto: promo

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Als Junglehrer habe ich viele Eindrücke vom brandenburgischen Schulsystem gewinnen können. Um jeden Lehrer wird gekämpft, Unterricht kann immer seltener sichergestellt werden und digital ist oft nur die Pause. Das Land lässt die Schulen oft im Stich. Die Bildungspolitik ist eine zentrale Schwachstelle in Brandenburg, an der ich mit meinen Einblicken arbeiten möchte. Dabei hilft es auch, wenn junge Menschen einen frischen Wind ins Parlament bringen.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?
Ein zukunftsfähiges Brandenburg gibt es nur mit Digitalisierung. Diese muss endlich konsequent umgesetzt werden. Wir brauchen unter anderem Züge mit WLAN, Behördengänge, die auch vom heimischen PC durchführbar sind oder Schulen, die nicht nur digital ausgestattet sind, sondern wo digitaler Unterricht auch stattfindet. Ein Digitalkonzept für alle Bereiche der Gesellschaft ist daher nötig. Private Unternehmen müssen bei der Umsetzung einbezogen werden.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Der Wahlkreis 19 steht unter Druck. Wohnraum wird knapp, Mieten steigen. Die Infrastruktur kann mit dem Wachstum kaum mithalten. Mir ist wichtig, dass in der nächsten Legislatur für eine zukunftsfähige Infrastruktur sowohl auf der Schiene als auch der Straße gesorgt wird. Wachstum und Infrastruktur dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen ineinandergreifen. Die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen muss verbessert werden.


Roland Büchner (Freie Wähler)

Roland Büchner ist 1960 in Potsdam geboren. Er lebt in der Gemeinde Schwielowsee und hat eine erwachsene Tochter. Der Berufsfeuerwehrmann war von 1998 bis 2003 ehrenamtlicher Bürgermeister von Ferch, seit der Gründung der Gemeinde Schwielowsee ist er in Ferch Ortsvorsteher. 16 Jahre lang war er Vorsitzender der Gemeindevertretung Schwielowsee.
Roland Büchner ist 1960 in Potsdam geboren. Er lebt in der Gemeinde Schwielowsee und hat eine erwachsene Tochter. Der...Foto: privat

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?
Ich bin seit 1998 in der Kommunalpolitik in verschiedenen Funktionen auf Kreis- und Gemeindeebene tätig. Ich erhebe nicht den Anspruch, der Landespolitiker zu werden, der alle Probleme lösen kann. Mit den Freien Wählern besteht aber eine Alternative zu den etablierten Parteien, die durchaus wählbar ist. Wir kennen die Probleme vor Ort durch unsere tägliche kommunalpolitische Arbeit. Wir sind ein Zusammenschluss von Interessengruppen. 

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?
Jeden Monat versinken Millionen in einen nicht betriebsfähigen Flughafen. Meine erste Priorität wäre eine kostenlose Kita statt BER-Milliarden. Die Stärkung der Dörfer und Gemeinden im ländlichen Raum steht mit an oberster Stelle. Einer von Euch, einer für Euch, das muss das Motto sein. Ehrenamt stärken, mehr Mitspracherecht und die Förderung von Vereinen, Feuerwehr und Hilfsorganisationen.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?
Mein Wahlkreis umfasst den Potsdamer Norden, Werder (Havel) und Schwielowsee. Bei allen drei Kommunen ist die verkehrliche Infrastruktur ausbaufähig. Ein Schwerpunkt wäre die Verbesserung des ÖPNV. Für Werder wäre dies zum Beispiel der Tunnel am Bahnhof, für Schwielowsee eine bessere Anbindung zu den Bahnhöfen mit Erhalt des RB 23 und im Potsdamer Norden ein Verkehrskonzept, das diesen entlastet, wenn in Krampnitz neu gebaut wird.