• Serie zur Landtagswahl 2019: Das sind die Kandidaten im Wahlkreis 21

Serie zur Landtagswahl 2019 : Das sind die Kandidaten im Wahlkreis 21

Bis zur Landtagswahl nehmen die PNN die Wahlkreise in Potsdam und Potsdam-Mittelmark in den Fokus und stellen dabei jeweils die sieben Direktkandidaten von SPD, Linken, CDU, Grünen, AfD, FDP und Freien Wählern vor.

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Bis zur Landtagswahl am 1. September nehmen die PNN in dieser Serie die Wahlkreise in Potsdam und Potsdam-Mittelmark in den Fokus und stellen dabei jeweils die sieben Direktkandidaten von SPD, Linken, CDU, Grünen, AfD, FDP und Freien Wählern vorstellen. Für die Reihenfolge maßgeblich ist das Ergebnis der letzten Landtagwahl. In einigen Wahlkreisen treten zudem weitere Kandidaten an, zum Teil auch Einzelbewerber. Im Wahlkreis 21 ist das Luisa Preschel für die Satirepartei Die Partei. Die kaufmännische Angestellte, Jahrgang 1988, will unter anderem weitere „Partymigration nach Berlin verhindern“ und meint: „Potsdam hätte mehr Party verdient“. Auf ihrem Profil im sozialen Netzwerk Instagram erklärt die Kandidatin weiter: „Potsdam braucht mehr Liebe, Politik braucht mehr Liebe.“ 

Klara Geywitz, SPD.
Klara Geywitz, SPD.Foto: Promo

Klara Geywitz (SPD) wurde 1976 in Potsdam geboren. 1995 machte sie Abitur an der Jahn-Sportschule, 2002 Diplom in Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. In die SPD trat sie schon als Schülerin ein. Von 1998 bis 2013 war sie Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Potsdam, 2013 bis 2017 Generalsekretärin der SPD Brandenburg. Aktuell ist sie unter anderem Vorsitzende des Landtagsinnenausschusses. Sie hat drei Kinder.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Ich kenne Potsdam seit meiner Kindheit, habe die Veränderung der Stadt miterlebt und durfte daran mitwirken – als Stadtverordnete und als dreimal direkt gewählte Landtagsabgeordnete. Die Interessen der Potsdamer im Landtag zu vertreten ist gar nicht so einfach, denn jede Region will die Aufmerksamkeit der Landespolitik, da braucht es auch Durchsetzungskraft. Am Ende entscheiden die Wähler, wer für den Landtag qualifiziert ist. 

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Die Potsdamer Verkehrsprojekte schnell angehen: Den Wiederaufbau der Potsdamer Stammbahn, die Direktverbindung nach Spandau, den Ausbau des Bahnhofes Pirschheide mit Park & Ride, die Unterführung für Radfahrer und Fußgänger am Bahnhof Medienstadt und der Anschluss des Potsdamer Hauptbahnhofes an das Fernverkehrsnetz. Das sind keine kurzfristigen Vorhaben, deshalb müssen sie als Erstes in Gang gesetzt werden.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Potsdam muss bezahlbar bleiben. Das zeigt sich am deutlichsten beim Wohnen. Das Land stellt wieder mehr Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau bereit. Das hilft den Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt besonders schwer haben: Alleinerziehende, Studierende, ältere Menschen. Mein Ziel ist es, dass möglichst viele Potsdamer von den Programmen profitieren und der Wohnungsmarkt insgesamt entspannt und damit günstiger wird.

Isabelle Vandre, Linke.
Isabelle Vandre, Linke.Foto: Promo

Isabelle Vandre ist 30 Jahre alt, wurde in Eberswalde (Barnim) geboren und war seit ihrer Schulzeit in Oranienburg politisch aktiv. Zum Beginn ihres Studiums der Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin trat sie 2010 in den Jugendverband der Linken ein. In der Linke-Fraktion im Landtag ist sie seit 2014 Sprecherin für Hochschul-, Wissenschafts- und Forschungspolitik und arbeitete im NSU-Untersuchungsausschuss mit. Seit 2012 lebt sie in Potsdam.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Hoffentlich die Wahl der Potsdamer am 1. September! Ich bewerbe mich um das Direktmandat, weil ich die zivilgesellschaftlichen Akteure der Stadt, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite, weiter stärken möchte. Ich habe stets Haltung bewiesen: In der Verteidigung von Freiheits- und Bürgerrechten und gegenüber alten und neuen Nazis. Das werde ich auch weiterhin zuverlässig tun – innerhalb und außerhalb des Parlaments.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Es gibt eine Vielzahl drängender Probleme. Zuallererst müssen wir unsere Hausaufgaben im Bereich der Klimapolitik machen. Als Linke stehen wir für einen Braunkohleausstieg bis 2030 und wollen unter anderem in der Mobilität umsteuern. Weiteren Handlungsbedarf sehe ich an den Hochschulen, in der Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen, und in den Kitas. Wir wollen die Kitabeiträge komplett abschaffen und an der Verbesserung der Qualität arbeiten.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Wir müssen die massiven Probleme auf dem Wohnungsmarkt lösen und die Mietenexplosion stoppen. Hierzu braucht es einen Verkaufsstopp öffentlicher Flächen, die Unterstützung gemeinschaftlichen Wohnens, dauerhafte Mietpreisbindungen, mehr studentischen Wohnraum und die Errichtung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft. Wichtig ist mir dabei die Sicherung demokratischer und kultureller Teilhabe in den Kiezen der Stadt. 

Clemens Viehrig, CDU.
Clemens Viehrig, CDU.Foto: Promo

Clemens Viehrig ist 1978 in Potsdam geboren. Mit 20 ging er zur Bundeswehr und wurde unter anderem im Kosovo und in Afghanistan eingesetzt. Parallel studierte er erst Pädagogik und dann Betriebswirtschaftslehre. Seit 2012 ist er als Referent in verschiedenen Ministerien tätig, aktuell im Bundesverkehrsministerium in Berlin. Im Potsdamer Stadtparlament ist er seit der Kommunalwahl Chef der CDU-Fraktion. Er hat einen Sohn.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Nach knapp zehn Jahren ehrenamtlichen Engagements für die Belange der Potsdamer mit einem klaren Fokus auf Sachthemen und einem soliden beruflichen Werdegang werde ich mich mit aller Kraft für die Interessen aller Bürger einsetzen. Die Synergien aus kommunal- und landespolitischer Arbeit bieten zudem viele Vorteile für unsere Heimatstadt. Potsdam kann mehr. Brandenburg kann mehr. Deshalb mit Erststimme Clemens Viehrig wählen!

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Meine drei Schwerpunkte: Mieten, Bildung und Mobilität. Bezahlbare Miet- und Nebenkosten für alle Potsdamer durch das aktive Ausnutzen aller Fördermöglichkeiten des Landes. Gleiche und moderne Bildungschancen für alle in einer zeitgemäßen Bildungsumgebung mit ausreichend Lehrpersonal. Eine gleichberechtigte, ökologisch verantwortliche und an den Bedürfnissen aller Bürger orientierte Mobilität, welche die Vorteile aller Verkehrsträger berücksichtigt. 

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Es ist uns gelungen, dass Potsdams Schüler und Auszubildende von der Digitalisierung profitiert haben. Zudem hat Potsdam endlich wieder einen ICE-Halt und orientiert sich am Landesnahverkehrsplan. Unsere 30-60-90-Verbindungen haben den Pendlerwahnsinn mit übervollen Zügen und verstopften Straßen beendet. Potsdam hat alle Wohnraumförderungen des Landes ausgenutzt und die unkontrollierten Mietsteigerungen sind eingedämmt.

Marie Schäffer, Grüne.
Marie Schäffer, Grüne.Foto: Rainer Christian Kurzeder

Marie Schäffer wurde 1990 in Niedersachsen geboren und ist in Bremen aufgewachsen. Ab 2010 studierte sie Informatik am Hasso-Plattner-Institut und arbeitet heute bei der Brandenburger Landesbeauftragten für den Datenschutz. Bei den Grünen gründete sie 2012 die Landesarbeitsgemeinschaft Medien und Netzpolitik mit. Seit der Kommunalwahl ist sie Stadtverordnete im Potsdamer Stadtparlament. Sie hat keine Kinder.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Ich arbeite seit Jahren auf Landes- und Bundesebene an grünen Konzepten zu Rechtsstaat, Demokratie und Digitalisierung mit. Als Informatikerin und Datenschützerin bringe ich eine wichtige Perspektive zu
Zukunftsthemen mit. Als Stadtverordnete kann ich wichtige Potsdamer Themen effektiv im Landtag einbringen. Gleichzeitig stehe ich ein für Erneuerung: für einen offeneren Politikstil und die Bewahrung der Lebensgrundlagen für kommende Generationen.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Der Klimaschutz duldet inzwischen keinen Aufschub mehr. Wir Bündnisgrüne wollen nach Dürresommer und Wassermangel für Brandenburg den Klimanotstand per Beschluss anerkennen, einen schnelleren Braunkohleausstieg auf den Weg bringen und die öffentlichen Verkehrsmittel deutlich stärken. Ich persönlich will mich zudem besonders für ein echtes Transparenzgesetz, bessere Bürgerbeteiligung und einen starken, freiheitlichen Rechtsstaat einsetzen.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Zwei Themen sind besonders relevant für die Lebensqualität im wachsenden Potsdam: Wir brauchen eine Verkehrswende mit besserem Umlandverkehr (etwa Wiederaufbau der Stammbahn), Förderung für Radschnellwege und ein gutes Tram- und Busnetz. Zur Bewältigung der Wohnungsnot muss der soziale Wohnungsbau deutlich gestärkt und mit Unterstützung für Genossenschaften und ähnliche Projekte Wohnraum dauerhaft der Spekulation entzogen werden.

Helmar Wobeto, AfD.
Helmar Wobeto, AfD.Foto: Promo

Helmar Wobeto wurde 1962 in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er in Halle/Saale Volkswirtschaft. 1990 fing er in der Wirtschaftsprüfung beim Landesrechnungshof Brandenburg an, wo er mehrere Jahre in verschiedenen Positionen tätig war. Seit Mai 2016 ist er Parteimitglied bei der AfD, die mittlerweile auch sein Arbeitgeber ist: Er ist bei der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag angestellt.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Ich habe viele Jahre in der Wirtschaftsprüfung die Unternehmen und beim Landesrechnungshof Brandenburg die Verwaltung geprüft. Diese Erfahrungen möchte ich in die Landtagsarbeit einbringen und dafür Sorge tragen, dass unsere Steuergelder wirtschaftlich und sparsam eingesetzt werden.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Wir wollen die Kommunen stärken und für sie den kommunalen Finanzausgleich reformieren. Zudem eine Kommunalkammer – ähnlich dem Bundesrat – einrichten, die die Interessen der Landkreise und kreisfreien Städte durch ein Mitspracherecht bei der Gesetzgebung vertritt. Wir wollen öffentliche Sicherheit auch in der Fläche und mehr Polizisten. Sie sind gut zu bezahlen und auszustatten. Das Land muss Schulden tilgen und den Haushalt konsolidieren. 

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Potsdam. Zu lösen sind Infrastruktur-, Verkehrs- und Wohnungsprobleme. Das dauert Jahre. Der ländliche Raum ist zu entwickeln, der den Zuzugdruck nach Potsdam stoppt, was Rot-Rot nicht gelang. Das Problem wird durch den kinderreichen Familiennachzug noch verschärft. Potsdam braucht moderne Verkehrsleitsysteme, die Havelspange als Umgehungsstraße und keine Ausgrenzung der Autofahrer. 

Andreas Menzel, Freie Wähler.
Andreas Menzel, Freie Wähler.Foto: Privat

Andreas Menzel wurde 1958 in Berlin geboren und besuchte in Spandau die Schule. Anschließend studierte er an der Technischen Universität Berlin Konstruktiven Ingenieurbau. Seit 1982 arbeitet er als Bausachverständiger, seit 1999 selbstständig. Um die Jahrtausendwende gründete er eine Ortsgruppe von Grüne/B90, seit 2009 setzt er sich für ein freies Ufer am Groß Glienicker See ein. 2017 verließ er die Grünen im Streit. Er hat drei Kinder. 

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Gesunder Menschenverstand, gepaart mit Engagement fürs Gemeinwohl! Sachverstand, schnelle Einarbeitungsgabe, den Dingen auf den Grund gehen, andere Meinungen hören. Zudem 15 Jahre Arbeit in Kreiseltern-, Landeseltern- und Bundeselternrat. Meine kommunalpolitischen Erfolge sind: Neue Turnhalle, Kleinspielfeld und Sonnen- sowie Schallschutz an der Pestalozza-Grundschule, Beendigung illegaler Straßenabwassereinleitungen in den Groß Glienicker See.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Ich fordere durchgehende Expressbusse, von der Peripherie zum Potsdamer Stadtzentrum und zum Hauptbahnhof ohne Umsteigen. Ferner bin ich für Rufbusse in den Ortsteilen, gerade in verkehrsschwachen Zeiten. Das muss landesweit finanziert werden.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Ufer von Flüssen und Seen müssen für jeden zugänglich gemacht werden, ebenso Wälder, Flure und Küsten – auch wenn sie Privateigentum sind. Doppelsteckungen von Lehrkräften, vor allem in Inklusionsklassen. Zudem mehr Geld für den Öffentlichen Nahverkehr, für Ruf- und Expressbusse als echte Attraktivitätssteigerung gegenüber Autos. Ich bin für ein Verwendungsverbot von Einnahmen städtischer GmbHs für zweckfremde Anliegen wie Quersubventionen.

Axel Graf Bülow, FDP.
Axel Graf Bülow, FDP.Foto: Patrick Pleul/dpa

Axel Graf Bülow wurde 1952 in Evessen (Niedersachsen) geboren. Nach dem Abitur studierte er Jura, danach arbeitete er in mehreren Mittelstandsverbänden im Verkehrs- und Energiebereich. Bis 2018 war er mehrere Jahrzehnte Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen. In die FDP trat er 1998 ein, seit 2012 war er für die Partei in Potsdam aktiv. Seit 2014 ist er Brandenburger FDP-Landesvorsitzender. Er hat einen Sohn.

Was qualifiziert Sie für ein Mandat im brandenburgischen Landtag?

Ich interessiere mich seit Studientagen für Politik. Mein Beruf verschaffte mir 35 Jahre Einblicke in politische Abläufe und die parlamentarische Arbeit. Meine praktischen Erfahrungen aus dem Berufsleben und die tiefe Kenntnis der Auswirkungen gesetzgeberischen Handelns werden mich sehr sorgsam in der parlamentarischen Arbeit sein lassen. Ausgeprägte Kenntnisse habe ich im Bereich Energie-, Mittelstands- und Infrastrukturpolitik.

Was wollen Sie im Landtag als Erstes erreichen?

Mein Arbeitsschwerpunkt wird die Energie- und Infrastrukturpolitik sein. Mein wichtigstes Anliegen ist die Schaffung eines leistungsfähigen Schienenpersonenverkehrs und der flächendeckende Breitbandausbau in Brandenburg, um so schnell wie möglich überall im Land gleichwertige Voraussetzungen für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie und damit attraktive Lebensbedingungen zu schaffen.

Was ist Ihr wichtigstes Ziel für Ihren Wahlkreis?

Wir wollen eine umfängliche Aufgabenkritik vornehmen und danach die Finanzen der Kommunen auf solide Grundlagen stellen, insbesondere durch eine ausreichende Ausfinanzierung der vom Land und vom Bund übertragenen Aufgaben. Nach dem Prinzip: Wer bestellt, muss auch bezahlen. Zweites brennendes Thema ist die Verkehrsinfrastruktur der Landeshauptstadt und ihres Umlands, die ebenfalls nur in enger Kooperation mit dem Land verbessert werden kann.