• Serie | Krisentagebuch: Christine Anlauff (49) entdeckt Park Sanssouci neu

Serie | Krisentagebuch : Christine Anlauff (49) entdeckt Park Sanssouci neu

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Das erzählen sie im Krisentagebuch der PNN. Heute berichtet Christine Anlauff, Schriftstellerin aus der Brandenburger Vorstadt.

Christine Anlauff.
Christine Anlauff.Foto: Privat

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Wie kommen sie im neuen Alltag zurecht? Was bewegt sie – und was macht ihnen Freude? Wir führen ein Krisentagebuch und fragen nach, wie es den Menschen in unserer Stadt geht.


Wie sieht Ihr neuer Alltag aus?

Obwohl ich jetzt mehr Muße dazu hätte, arbeite ich paradoxerweise weniger an meinem aktuellen Manuskript als vor Corona. Offenbar fehlt mir das inspirierende Gegengewicht eines vielfältigen Soziallebens. Dafür entdecke ich den Park Sanssouci und die Umgebung gerade neu, malere meine Wohnung, transformiere meinen Balkon schrittweise in einen Mini-Garten und bastle Weihnachtsgeschenke.

Was fällt Ihnen in der momentanen Situation am schwersten?

Der Verzicht auf ungezwungene Geselligkeit. Natürlich treffe ich Freunde, aber wenn, dann einzeln und im zwei Meter – Abstand. Das läuft meinem Wesen komplett zuwider, auch wenn nun mal sein muss. Außerdem: Einkaufen. Ich bin ohnehin schon ein Einkaufsmuffel, aber aktuell muss ich mich wirklich zwingen. In Supermärkten und Läden wird der Ausnahmezustand besonders deutlich.

Was ärgert Sie am meisten?

Wirklich ärgern würde mich nur eine ausbleibende Reaktion der ILB auf meinen Soforthilfeantrag oder eine Ablehnung. Mir fallen, wie vielen Künstlern, gerade etliche Honorare weg.

Worüber haben Sie sich in den letzten Tagen gefreut?

Über Vieles: Eine spannende Workout-Methode, die ich auf der Treppe vom Schloss Sanssouci beobachten durfte, über den Frühling, der unbeeindruckt von Pandemien Einzug hält, über meine strammen, kleinen Zucchini-Keimlinge. Vor allem aber über das freundlich-verschwörerische Lächeln, das Fremde unterwegs mit mir tauschen und ausgedehnte Spaziergänge oder Radtouren mit einzelnen (!) Freunden.

Ihr persönlicher Tipp zum Umgang mit der Krise?

Die Vorteile sehen, den Gewinn, der sich daraus ziehen lässt. Vielleicht fallen Oster-Urlaube aus, aber he: Wir leben in einer der schönsten Städte Deutschlands!

Sie möchten selbst mitmachen oder kennen jemanden, den wir für unser Krisentagebuch in den kommenden Tagen befragen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an [email protected], wir freuen uns über Ihre Nachrichten!

Teil 1: Christian Neusser über kleine Freuden im Corona-Alltag

Teil 2: Bei Eszter Kalmár ist bisher alles entspannt

Teil 3: Jann Jakobs über nervige Ignoranten und Panikmacher

Teil 4: Jihan Alam nutzt die Zeit mit ihren Töchtern

Teil 5: Ute Parthum freut sich über Kulturangebote im Internet

Teil 6: Wolfgang Bivour ärgert sich über Hamsterkäufer

Teil 7: Uta Gerlant freut sich über Menschen mit Improvisationstalent

Teil 8: Susanne Halke (41) tut der Dank der Kunden gut

Teil 9: Julien Norman Melke (26) meistert den harten Alltag

Teil 10: Jenny Gartemann (32) hat endlich Zeit zum Planen


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