• Serie | Krisentagebuch: Ariane Füchtner (53) setzt auf Hüpfen und Yoga

Serie | Krisentagebuch : Ariane Füchtner (53) setzt auf Hüpfen und Yoga

Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Das erzählen sie im Krisentagebuch der PNN. Heute berichtet Ariane Füchtner, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Kommunikationstrainerin aus der Innenstadt.

Ariane Füchtner.
Ariane Füchtner.Foto: Privat

Potsdam - Wie erleben Potsdamerinnen und Potsdamer die Coronakrise? Wie kommen sie im neuen Alltag zurecht? Was bewegt sie – und was macht ihnen Freude? Wir führen ein Krisentagebuch und fragen nach, wie es den Menschen in unserer Stadt geht.

Wie sieht Ihr neuer Alltag aus?

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie darf ich eigentlich noch arbeiten, habe jedoch vor drei Wochen auf Online-Beratungen umgestellt und behandele nur noch Notfälle in der Praxis. Da alle Businesstrainings und Gruppenformate abgesagt wurden, erprobe ich derzeit verschiedene Onlineformate, um meinen Klienten und Kunden meinen körperorientierten Ansatz zum Bewältigung von Krisen und Veränderungen und zur Förderung von Resilienz auch virtuell optimal zur vermitteln.

Was fällt Ihnen in der momentanen Situation am schwersten?

Ich vermisse das körperliche Miteinander – sei es eine gute Freundin zu umarmen, die Begegnung mit Klienten in der Praxis, die Energie einer tanzenden Meute oder die einer Yogastunde in der Gruppe zu erfahren. Wir sind menschliche Herdentiere – wir brauchen die körperliche Nähe untereinander, um unsere Nervensysteme gegenseitig zu beruhigen.

Was ärgert Sie am meisten?

Wenn Menschen sich aufspielen und meinen, die richtige Antwort auf die Krise zu haben. Und wie verbreitet Verschwörungstheorien leider auch unter Freunden und Kollegen sind.

Worüber haben Sie sich in den letzten Tagen gefreut?

Es gibt ganz viel, worüber ich mich freue: die Erfolgserlebnisse meiner Klienten, die nicht in Panik verfallen, sondern handlungsfähig und in Kontakt mit sich bleiben. Die gegenseitige Unterstützung und Solidarität unter Kollegen, wie wir blitzschnell neue Netzwerke und Hilfsangebote zur Krisenbewältigung auf die Beine stellen.

Ihr persönlicher Tipp zum Umgang mit der Krise?

Auch wenn es paradox erscheint – die Krise als Chance zu sehen. Und für den Ausstieg aus dem Stress-Zyklus – raus aus dem Kopf, rein in den Körper: Sport, Tanzen, Yoga, Hüpfen, Summen, Lachen.

Sie möchten selbst mitmachen oder kennen jemanden, den wir für unser Krisentagebuch in den kommenden Tagen befragen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an [email protected], wir freuen uns über Ihre Nachrichten!

Alle Teile unserer Serie zum Nachlesen

Teil 1: Christian Neusser über kleine Freuden im Corona-Alltag

Teil 2: Bei Eszter Kalmár ist bisher alles entspannt

Teil 3: Jann Jakobs über nervige Ignoranten und Panikmacher

Teil 4: Jihan Alam nutzt die Zeit mit ihren Töchtern

Teil 5: Ute Parthum freut sich über Kulturangebote im Internet

Teil 6: Wolfgang Bivour ärgert sich über Hamsterkäufer

Teil 7: Uta Gerlant freut sich über Menschen mit Improvisationstalent

Teil 8: Susanne Halke (41) tut der Dank der Kunden gut

Teil 9: Julien Norman Melke (26) meistert den harten Alltag

Teil 10: Jenny Gartemann (32) hat endlich Zeit zum Planen

Teil 11: Christine Anlauff (49) entdeckt Park Sanssouci neu


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