• „Scholle 34“ startet Open-Air-Kino: Im Westen was Neues

„Scholle 34“ startet Open-Air-Kino : Im Westen was Neues

Der Nachbarschaftsgarten "Scholle 34" wird zum Open-Air-Kino: Bis September sind dort jede Woche Filme zu sehen.

Auftakt. Als erstes steht der deutsche Film „Victoria“ auf dem Programm.
Auftakt. Als erstes steht der deutsche Film „Victoria“ auf dem Programm.Foto: dpa

Potsdam - Erstmals seit der Schließung des „Charlott“ vor 18 Jahren gibt es in Potsdam-West wieder ein Kino – zumindest vorübergehend. Im Nachbarschaftsgarten „Scholle 34“ wird ab morgen jede Woche ein Film unter freiem Himmel gezeigt, immer donnerstags bis zum 8. September. Die Schirmherrschaft für das Open-Air-Kino hat der Potsdamer Regisseur Andreas Dresen übernommen.

"Victoria", „Grand Budapest Hotel“ und Sommer vorm Balkon" im Programm

Der erste Film, der morgen auf dem Programm steht, ist das vielfach ausgezeichnete Drama „Victoria“. Der Film des deutschen Regisseurs Sebastian Schipper, der aus einer einzigen 140-minütigen Kameraeinstellung besteht, begleitet eine junge Spanierin durch eine Berliner Nacht. Eine, die mit einer Zufallsbekanntschaft beginnt und schrecklich endet. Einlass ist morgen ab 20 Uhr, um 21 Uhr gibt es eine Lesung mit Klavierbegleitung. Erst wenn es richtig dunkel wird, heißt es dann „Film ab“.

Analog zur immer früher untergehenden Sonne werden die Filme auch von Woche zu Woche etwas früher beginnen. Zu sehen sein werden unter anderem die Spielfilme „Knochenmann“ (2009), „Schwarze Katze, Weißer Kater“ (1998), „Heidi Schneider steckt fest“ (2015) „Grand Budapest Hotel“ (2013) oder „Spur der Steine“ (1966). Kurz vor Ende der großen Ferien gibt es – zusätzlich zum Donnerstagsfilm – eine Sondervorstellung am Freitag, 2. September: Um 20 Uhr wird der Kinderfilm „Ronja Räubertochter“ gezeigt. Auch ein Werk von Schirmherr Andreas Dresen steht mit „Sommer vorm Balkon“ auf dem Programm – als Abschluss am 8. September.

"Scholle 34" soll langfristig zum Nachbarschaftstreff ausgebaut werden

Dresen selbst werde aber nicht vorbeikommen, sagte Organisator Daniel Zeller. Der Regisseur stecke mitten in der Endphase seiner aktuellen Produktion. Zellers Kulturmanagement-Firma „Agent Pierrot Management“ ist es auch, die die Kinoreihe veranstaltet – und die finanziellen Risiken trägt, die ein derart wetterabhängiges Projekt mit sich bringt. Das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West, für das Zeller ebenfalls aktiv ist, ist in diesem Fall nur Kooperationspartner. Das Stadtteilnetzwerk plant, den Nachbarschaftsgarten in der Geschwister-Scholl-Straße 34 langfristig zu einem Nachbarschaftstreff auszubauen – dann soll auch das dazugehörige Haus genutzt werden.

Die Tickets für die Kinovorstellungen kosten fünf Euro, Getränke werden vor Ort verkauft. Stühle seien ausreichend vorhanden, so Zeller. Und bei Regen – die Filme werden bei jedem Wetter gezeigt – stehen diese sogar im Trockenen. Nur für die Wärme müssten die Besucher selbst sorgen. Mit Hilfe von Decken oder ihrer Begleitung.