• "Schmerzlicher Verlust": Sportjournalist Günter Simon ist tot

"Schmerzlicher Verlust" : Sportjournalist Günter Simon ist tot

Trauer in Neu Fahrland und beim SV Babelsberg 03: Günter Simon ist tot. Er starb bereits kurz vor Weihnachten.

Günter Simon beim FDGB-Endspiel zwischen Lok Leipzig und Hansa Rostock (4:1) am 13. Juni 1987 im Stadion der Weltjugend in Berlin.
Günter Simon beim FDGB-Endspiel zwischen Lok Leipzig und Hansa Rostock (4:1) am 13. Juni 1987 im Stadion der Weltjugend in Berlin.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Potsdams Sportwelt trauert um Günter Simon. Der langjährige Redakteur der legendären DDR-Fußballzeitung Die Neue Fußballwoche ("Fuwo") und frühere Spieler des SVB-Vorläufers Rotation Babelsberg starb am 21. Dezember 2019 im Alter von 88 Jahren nach einer langen Krebserkrankung, wie es in einem Nachruf auf der Homepage des SV Babelsberg 03 heißt.

Auch in Neu Fahrland, wo Simon lebte, ist die Bestürzung groß. „Das ist ein sehr schmerzlicher Verlust“, sagte Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) am Montag den PNN. Simon habe sich sehr für den Ortsteil eingesetzt, vor allem für den Sport und den Jugendsport. Der Fußballplatz an der Birnenplantage gehe maßgeblich auch auf seine Initiative zurück. Die Anlage ist der einzige realisierte Baustein einer vom früheren Hertha-BSC-Profi René Tretschok geplanten Fußballschule in Neu Fahrland. Das Mitte der 2000er-Jahre geplante Vorhaben zerschlug sich jedoch, unter anderem, weil Fördermittel nicht bewilligt wurden. In Neu Fahrland war Simon bis 2002 als Gemeindevertreter aktiv, vier Jahre lang hatte er dort das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters inne. Über den von ihm gegründeten Fahrländer Landboten informierte er außerdem über das Gemeindegeschehen im Ortsteil. Sie habe ihn als humorvollen, streitbaren, aber immer konstruktiven Menschen in Erinnerung, sagte Klockow.

Studium und DDR-Oberliga

Günter Simon wurde am 26. März 1931 in Neupetershain in der Niederlausitz geboren. Nach einer Ausbildung zum Rechtsanwaltsgehilfen holte er an der Arbeiter- und Bauern-Fakultät in Potsdam sein Abitur nach. Nach ersten Engagements bei kleineren Klubs holte ihn der damalige Trainer Ludwig Wieder zu Rotation Babelsberg. Für den Verein absolvierte Simon zwischen 1951 und 1958 insgesamt 67 Meisterschaftsspiele in der Oberliga, der höchsten Spielklasse der DDR. Parallel studierte er Germanistik an der Berliner Humboldt-Universität und arbeitete zunächst als Lektor in der Dramaturgie der Babelsberger Defa-Studios.

Am bekanntesten aber dürfte Simon als Redakteur der DDR-Fußballwoche, kurz Fuwo, gewesen sein. 30 Jahre lang, von 1961 bis 1991, arbeitete er für die beliebte Zeitung, die letzten beiden Jahre sogar als Chefredakteur. Zudem schrieb er im Laufe seiner Karriere mehr als 20 Fußball-Bücher.

Günter Simon starb am 21. Dezember 2019.
Günter Simon starb am 21. Dezember 2019.Foto: SV Babelsberg 03

Anerkannter und angenehmer Kollege

Nach der Einstellung der ostdeutschen Fuwo wechselte Simon als freier Mitarbeiter zur (West-)„Berliner Fußballwoche“, wo er bis Mitte 2019 eine wöchentliche Kolumne schrieb. Deren Redakteur Rainer Fritsche würdigte ihn am Montag gegenüber den PNN: „Für mich war Günter Simon der profilierteste Kenner schlechthin der Fußballszene nicht nur des Ostens, sondern weltweit. Er war überall anerkannt und ein sehr angenehmer Kollege.“ Fritsche und Simon haben gut 15 Jahren zusammengearbeitet.

Der SV Babelsberg 03 sprach den Angehörigen – Simons Frau und seinen beiden Söhnen – sein Beileid aus. „Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren!“

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.