• Rückblick auf 2021: Weniger Hochzeiten, mehr Todesfälle

Rückblick auf 2021 : Weniger Hochzeiten, mehr Todesfälle

64 Vermählungen wurden 2021 in Potsdam abgesagt – auch wegen der Pandemie. Dafür gab es wieder etwas mehr Babys als im Vorjahr. Die beliebtesten Vornamen: Emilia und Finn.

Nach Corona-Notbremse. Eines der ersten Paare, das nach dem Lockdown auf dem Belvedere auf dem Pfingstberg getraut wurde. 
Nach Corona-Notbremse. Eines der ersten Paare, das nach dem Lockdown auf dem Belvedere auf dem Pfingstberg getraut wurde. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In Potsdam wurden 2021 weniger Ehen geschlossen, mehr Kinder geboren und es sind mehr Menschen gestorben als im Jahr zuvor. Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2020 kamen im vergangenen Jahr wieder mehr Babys in Potsdam zur Welt. 2703 Geburten wurden registriert, etwa 230 mehr als im Vorjahr. Doch damit bleibt das Geburtenniveau noch immer unter dem Vor-Corona-Level: In den beiden Jahren vor Beginn der Pandemie wurden jeweils mehr als 2900 Geburten gezählt. Das teilte die Verwaltung nun auf PNN-Anfrage mit.

Finn und Emil, Emilia und Charlotte: Die beliebtesten Vornamen

Bei den Vornamen hat Finn 2021 Emil abgelöst: Auf der Rangliste von Potsdams beliebtesten Jungennamen rutscht Emil auf Platz zwei, gefolgt von Theo, Anton und Noah. Bei den Mädchen bleibt Emilia wie bereits im Vorjahr der am häufigsten vergebene Vorname für in Potsdam geborene Babys. Auf Platz zwei folgt Charlotte – auch im Vorjahr schon an dieser Position. Johanna ist neu eingestiegen auf den dritten Platz, gefolgt von Anna sowie Leni. Emma und Ella wurden aus den Top fünf verdrängt.

Doch nicht alle Eltern wählen stark verbreitete Namen. Zu den außergewöhnlichen Vornamen, die 2021 geborene Potsdamer Mädchen tragen, zählen nordische Namen wie Fjell und Rekja, der baskische Name Enara oder der arabische Name Huda. Ebenfalls vergeben wurden an neugeborene Mädchen die Namen Rudine, Skylar und Wolke. Unter den Jungen mit seltenen Namen finden sich Vornamen aus dem englischsprachigen Raum wie Alastair, Emery oder Jax. Kaum Verwechslungsgefahr dürfte auch bei Ulysse, Lumen, Othis, Amenadiel und Bauke bestehen, die ebenfalls im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickt haben. Das Standesamt hat erneut keinen Namenswunsch abgelehnt. 

Weniger Hochzeiten, mehr als ein Drittel der Paare von außerhalb

Bei den Hochzeiten hingegen setzte sich ein Trend fort: In Potsdam heiraten weniger Paare. Ob das der Corona-Effekt ist oder andere Gründe dahinterstecken, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Fakt ist: 2021 gaben sich im Potsdam 865 Paare das Ja-Wort. Das waren noch einmal rund 100 weniger als im Jahr zuvor und sogar mehr als 200 weniger als 2019. Im vergangenen Jahr wurden in Potsdam 29 gleichgeschlechtliche Paare getraut.

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Mehr als ein Drittel der Paare, die in Potsdam geheiratet haben, haben ihren Wohnsitz nicht in der Landeshauptstadt. Neben Paaren aus dem Umland und aus Brandenburg waren darunter auch Personen mit Wohnsitz in Hamburg, Leipzig und München. Aber auch Paare aus dem Ausland, unter anderem den Niederlanden, Portugal und der Schweiz haben sich in Potsdam trauen lassen. 

Einige Hochzeiten verschoben, 64 abgesagt

Für einige Paare hatte die Corona-Pandemie massive Folgen für die Hochzeit. So mussten manche Feiern an ungewöhnlichen Orten abgeblasen werden. „Durch die im Frühjahr 2021 noch zeitweise landesweit angeordnete Schließung von Museen, Botanischen Gärten und Planetarien konnten wenige Eheschließungen im Urania-Planetarium und in der Biosphäre nicht stattfinden beziehungsweise mussten innerhalb des Jahres verschoben werden“, teilte Stadtsprecherin Juliane Güldner mit. Zudem fanden demnach im Krongut Bornstedt und im Schloss Kartzow weniger Hochzeiten statt. Grund dafür waren die zeitweiligen Gastronomie- und Beherbergungsverbote oder die Auflagen für Feierlichkeiten. 

Insgesamt, so Güldner, seien 64 Hochzeiten abgesagt worden worden. Darunter waren auch coronabedingte Absagen – etwa weil die Partner, deren Kinder oder Gäste in Quarantäne mussten. Einige dieser Termine wurden bereits später im Jahr nachgeholt, andere auf 2022 verschoben. 

Rathaus, Alte Neuendorfer Kirche, Belvedere: die beliebtesten Orte

Mehr als zwei Drittel der Trauungen fanden im Standesamt im Potsdamer Rathaus statt. Doch auch andere Orte waren für Hochzeiten beliebt: 91 Paare vermählten sich in der Alten Neuendorfer Kirche in Babelsberg, 81 im Belvedere auf dem Pfingstberg. Im Krongut Bornstedt gingen 37 Paare den Bund ein, 17 im Schloss Kartzow. Im Planetarium heirateten sechs Paare, in den Neuen Kammern fünf, im Schloss Lindstedt zwei und in der Biosphäre ebenfalls zwei Paare. 

Zweitbeliebtester Ort für Hochzeiten war die Alte Neuendorfer Kirche in Babelsberg.
Zweitbeliebtester Ort für Hochzeiten war die Alte Neuendorfer Kirche in Babelsberg.Foto: Christoph Freytag

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Wer in diesem Jahr heiraten möchte, kann bereits jetzt einen Termin reservieren. Die offizielle Anmeldung kann frühestens sechs Monate vor der Eheschließung erfolgen. Die Standesamtsgebühren und Mietkosten für Orte außerhalb des Rathauses haben sich nicht verändert. 

442 Ehen wurden 2021 aufgelöst. Darunter werden sowohl gerichtliche Scheidungen als auch Ehen gezählt, bei denen ein Partner gestorben ist. Während die Zahl der Todesfälle in Potsdam in den Vorjahren nahezu stabil blieb, ist sie 2021 angestiegen. Hier scheinen sich auch die Auswirkungen der Pandemie zu zeigen. 2644 Sterbefälle wurden registriert, das waren fast 200 mehr als im Vorjahr. Darunter waren 1700 Potsdamer. (mit mar)

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