• Rechenzentrum Potsdam: Kritik an Plänen für Rechenzentrum

Rechenzentrum Potsdam : Kritik an Plänen für Rechenzentrum

Sowohl das linksalternative Bündnis „Stadtmitte für alle“, als auch die rechtspopulistische AfD haben in Mitteilungen die Pläne der Stadt für einen Fortbestand des Rechenzentrums bis Ende 2023 sowie den danach geplanten Ersatzbau gegeißelt – allerdings aus unterschiedlichen Motiven.

Innenstadt - Kritik von links und rechts am erzielten Kompromiss für das Kreativhaus Rechenzentrum: Sowohl das linksalternative Bündnis „Stadtmitte für alle“, als auch die rechtspopulistische AfD haben nun in Mitteilungen die Pläne der Stadt für einen Fortbestand des Baus in der Breiten Straße bis Ende 2023 sowie den danach geplanten Ersatzbau gegeißelt – allerdings aus unterschiedlichen Motiven.

Das Mitte-Bündnis teilte mit, mit den Plänen der Stadt würden die Interessen der Kultur- und Kreativwirtschaft „nicht ausreichend berücksichtigt“ und der Abriss des DDR-Baus festgeschrieben. Unter anderem sei die in dem Ersatzbau geplante Fläche von nur 10 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche für die Kultur- und Kreativwirtschaft „nur ganz geringfügig größer“ als die heutige reale Nettonutzfläche von 7000 Quadratmetern. Auch sei „völlig unklar“, inwiefern etwa auch Musiker im neuen Quartier Berücksichtigung finden könnten. Bemängelt wird auch, dass in die Lenkungsgruppe für das neue Kreativzentrum die Stiftung Garnisonkirche als Nachbar und Grundstückseigner des Rechenzentrums sitzen kann: „Was haben Vertreter dieser Stiftung zur Entwicklung eines Kreativquartiers beizutragen?“ Die Stadtverordneten fordere man daher auf, den Plänen nicht zuzustimmen.

200 000 Euro Mehrkosten

Wie berichtet hatte die Stadtverwaltung vergangenen Freitag erklärt, dass die Stiftung Garnisonkirche nun doch dem Plan zugestimmt habe, dass das Kunst- und Kreativhaus in der Breiten Straße bis Ende 2023 geöffnet bleiben kann. Ein Ersatzhaus soll ab 2022 gebaut werden, irgendwo auf dem Areal Plantage/Alte Feuerwache. Das Gebäude selbst soll ein privater Investor oder ein Mäzen errichten. Beim Verkauf der nötigen Fläche will man auf eine Ausschreibung zum Höchstgebot verzichten – daher sei mit „einer geringeren Einnahme“ im kommunalen Treuhandvermögen zur Potsdamer Mitte zu rechnen. Auch eine 60 000 Euro teure Machbarkeitsstudie will die Stadt für das Projekt in Auftrag geben. Zugleich hatte die Stadt weitere 200 000 Euro Mehrkosten für den kommunalen Haushalt eingeräumt, die wegen Brandschutzmaßnahmen und durch das räumlich enge Nebeneinander von Kreativhaus und Turm-Baustelle entstehen. Die Gesamtsumme dafür liegt nun bei 660 000.

Vor diesem Hintergrund sprach der AfD-Oberbürgermeisterkandidat Dennis Hohloch von einem „Fass ohne Boden“ und „hohen Kosten für eine verschwindend kleine Gruppe von Künstlern und sogenannten Kreativen“. Damit werde bewusst der Bau der Garnisonkirche ein weiteres Mal erschwert und der Steuerzahler geschröpft. Auch dem Ersatzbau auf einem „Filetstück des Stadtgebietes“ stehe die AfD äußerst kritisch gegenüber.