• Potsdamerin Ilse Nowak wird 106: Frühere Lehrerin sucht gerne Fehler in Zeitungen

Potsdamerin Ilse Nowak wird 106 : Frühere Lehrerin sucht gerne Fehler in Zeitungen

Foto: Andreas Klaer

Auf dem Tisch in ihrem Zimmer stapeln sich die Zeitungen. „Ich komme gar nicht mehr so schnell wie früher mit der Fehlersuche hinterher“, sagt Ilse Nowak. Das ist auch nicht schlimm, denn schließlich ist die frühere Lehrerin am Sonntag stolze 106 Jahre alt geworden. Sie feierte ihren Ehrentag im Emmaus-Haus in der Eisenhartstraße und berichtete von ihrem Hobby, Rechtschreibfehler in Zeitungsartikeln aufzuspüren. In bunter Bluse und dezentem Lippenstift sitzt die aufgeweckte Dame an ihrem Geburtstag am Esstisch im Andachtsraum des Wohnhauses. Ein großer Blumenstrauß steht vor ihr auf dem Tisch, dahinter verschwindet die 106-Jährige fast. Die Blumen hatte ihr eine Vertreterin der Stadt im Namen von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) überreicht. Jedes Jahr seit ihrem 100. gratuliert Jakobs ihr zum Ehrentag. Die Geburtstagskarten hat sie alle aufbewahrt. „Die haben so eine schöne alte Schrift“, sagt sie und zeichnet mit zittrigen Fingern die Zeilen auf der Karte nach.

Nowak kam 1913 nach Potsdam, weil ihr Vater als Soldat hierherversetzt wurde. An der Potsdamer Handels- und Gewerbeschule lernte sie ihren Beruf als Lehrerin und unterrichtete in Schulen in Potsdam und Belzig. Dort lernte sie auch ihren ersten Mann kennen, der im Zweiten Weltkrieg starb. 1945 brachte sie ihren ersten Sohn zur Welt.

Diesmal bekam sie von Jakobs ein Buch geschenkt: „100 Jahre Potsdam“. Beim Durchblättern entdeckt sie die alte Garnisonkirche wieder. Ganz in deren Nähe, in der Breiten Straße, wohnte sie als Kind. Natürlich durften zum Geburtstag auch nicht die Verwandten fehlen. So kamen ihre drei Kinder mit den sieben Enkeln und Urenkeln vorbei. „Der Kleinste ist gerade eingeschult worden“, erzählt Nowak. Zu ihrem jüngsten Urenkel trennt sie nun ein ganzes Jahrhundert. akb

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