• Potsdamer Vorzeigeprojekt: Sanierungen in Drewitz gehen voran

Potsdamer Vorzeigeprojekt : Sanierungen in Drewitz gehen voran

Mehr Kurse, Workshops und Gewerbe: In der Gartenstadt Drewitz ist das Programm für dieses Jahr vorgestellt worden. Dazu gehört auch die Gesundheitsförderung von Kindern. Insgesamt kosten die Sanierungen 170 Millionen Euro.

Drewitz ist nicht mehr so trist wie noch vor zehn Jahren. 
Drewitz ist nicht mehr so trist wie noch vor zehn Jahren. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - In der Gartenstadt Drewitz geht es voran: Neu sind neben der umfangreichen Sanierung auch ganz andere Projekte, die sich speziell an die Bedürfnisse der Bürger richten. Beim „Jahresauftakt 2020“ zogen die beteiligten Akteure im Drewitzer Begegnungszentrum Oskar Resumee und erklärten, in welchen Schritten die Gartenstadt in diesem Jahr weiterentwickelt werden soll. Seit Beginn des Pilotvorhabens der Städtebauförderung Soziale Stadt 2009 wurden zahlreiche Gebäude und Wohnungen saniert sowie große Grünflächen geschaffen.

Vorsorge für Kinder soll besser werden

Im Begegnungszentrum Oskar wurde ein aus drei Modulen bestehendes Programm entwickelt: Ab diesem Jahr werden zu den Themen Bewegungsförderung, gesunde Ernährung und Stressbewältigung neue Kurse und Workshops angeboten, wie Oskar-Mitarbeiterin Katja Zehm berichtete. Geplant sei außerdem ein Drewitzer Gesundheitskompass, um die entsprechende Versorgungsstruktur in dem Quartier besser aufzuzeigen. Denn: „Auffällig viele Familien nehmen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder nicht wahr“, erklärte Zehm.

Ein weiteres Ziel ist außerdem, die Entwicklung von Gewerbe in dem Quartier voranzutreiben. „Um in der Stadt ein Stück weit anders präsent zu werden“, sagte Thomas Hartmann vom Unternehmerverband Brandenburg-Berlin. So soll es viermal jährlich eine Gewerbeversammlung geben, außerdem sei geplant, einen Gewerbeverein zu gründen.

Derzeit wird in der Gaußstraße saniert

Kern des Gartenstadtprojekts bleibt 2020 aber die energetische Sanierung zahlreicher Gebäude. Bis 2025 soll Drewitz Potsdams erster klimaneutraler Stadtteil werden. Mehr als 800 Wohnungen wurden laut Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) in den vergangenen Jahren bereits saniert. Das seien bisher etwa 28 Prozent des Bestandes. Insgesamt 3027 Wohnungen gibt es in dem Quartier. Mit 1650 gehören mehr als die Hälfte davon der kommunalen Immobilienholding Pro Potsdam.

Im vergangenen Jahr wurden die Sanierungsarbeiten im letzten Abschnitt der „Rolle“, einem langgestreckten Wohnblock entlang der Konrad-Wolf-Allee, abgeschlossen. Fertiggestellt worden sei außerdem der erste Bauabschnitt des Wohnblocks in der Gaußstraße 51-58, sagte Heike Brümmer von der Mieterberatung Drewitz. Dabei handelt es sich um die Gebäudeseite zur Straße hin. Ab dem 20. Januar werde die hintere Seite des Gebäudes saniert. Viele Mieter würden derzeit daher in eine der vorderen Wohnungen umziehen, so Brümmer.

"Café im Park"öffnet im Sommer

Abgeschlossen wurden laut Angaben der Stadt auch die Sanierungsarbeiten in den Wohngebäuden im Guido-Seeber-Weg 2-8, der erste und zweite Bauabschnitt im Guido-Seeber-Weg 1-15 sowie der Eduard-von-Winterstein-Straße 7-13. In diesem Jahr stehen noch der dritte und vierte Bauabschnitt in der Erich-Pommer-Straße 2-6 an. Die Sanierungsarbeiten in der Hans-Albers-Straße 8-12 sollen dieses Jahr fertiggestellt werden. Auf rund 170 Millionen Euro werden sich die Investitionen voraussichtlich belaufen. Fertig sind nun auch die Außenanlagen: Ende des Monats wird noch das vom DRK betriebene „Café im Park“ offiziell eröffnet, das sich auf dem Grünstreifen in der Konrad-Wolf-Allee befindet. 

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