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Potsdam und das Coronavirus : Hamsterkäufe in Supermärkten

Am Freitag registrierten zahlreiche Supermärkte in Potsdam einen Ansturm. Menschen kauften vor allem Konserven, Nudeln und Reis - offenbar aus Sorge vor einem Coronaausbruch. Auch am Samstag waren einige Regale sehr leer.

Leere Regale auch noch am Samstag.
Leere Regale auch noch am Samstag.Foto: Peer Straube

Potsdam - Die Sorge vor dem Ausbruch des Coronavirus in Potsdam hat in einigen Supermärkten der Stadt am Freitag und Samstag zu größerem Ansturm und zum Teil auch zu Hamsterkäufen geführt. So waren am Freitagabend unter anderem Nudeln, Konserven, Reis und zum Teil auch Kartoffeln in manchen Supermärkten so gut wie ausverkauft. „Bei uns war heute doppelt so viel los wie normal, wir sind ziemlich ausverkauft“, sagte eine Mitarbeiterin aus dem Rewe-Markt in der Lotte-Pulewka-Straße im Zentrum-Ost den PNN auf Anfrage. Es seien nicht nur mehr Kunden gekommen, sie hätten am Freitag auch mehr eingekauft. 

Wie viele Menschen es genau waren, konnte die Mitarbeiterin vor Ladenschluss nicht genau beziffern. „Momentan haben wir aber noch alles vorrätig.“ Am Montag werde der Supermarkt wieder mit neuen Waren beliefert. „Wir sind gespannt, ob es am Samstag nochmal so einen Ansturm gibt oder ob es wieder ruhiger wird.“ In solchen Zeiten sei es schwer die richtigen Mengen zu bestellen. 

Leere Körbe, auch Kartoffeln waren in einem Supermarkt besonder gefragt. 
Leere Körbe, auch Kartoffeln waren in einem Supermarkt besonder gefragt. Foto: privat

Konserven waren besonders beliebt

Ähnliches berichtet auch Thomas Grube, Inhaber des Rewe in der Breiten Straße. Gekauft worden seien vor allem mehr Wasser, mehr Fertigprodukte, mehr Nudeln und Konserven. Das Kundenaufkommen beschreibt er, „wie vor einem kleinen Feiertag“. Von Hamsterkäufen jedoch wollte Grube am Freitag nicht sprechen. Nur einzelne beliebte Konserven wie der Linseneintopf seien ausverkauft, Konserven mit Erbsen noch vorrätig. Am Samstag würden die Regale im Rewe in der Breiten Straße wieder aufgefüllt werden, so Grube. Auch im Kaufland in der Zeppelinstraße und im Rewe im Volkspark Center in der Nedlitzer Straße soll es am Freitag einen Kundenansturm gegeben haben, wie es aus den Märkten hieß.

Nachgefüllt werden die Regale in manchen Märkten bereits morgen oder Anfang der Woche. 
Nachgefüllt werden die Regale in manchen Märkten bereits morgen oder Anfang der Woche. Foto: Andreas Klaer

Biocompany verzeichnet mäßigen Ansturm

Die Einkaufskörbe der Kunden der Biocompany in der Gutenbergstraße in der Innenstadt waren am Freitag ebenfalls etwas voller als sonst. „Es wurde schon mehr verkauft“, so der Marktleiter Lars Dinter gegenüber den PNN. Aber gehamstert wurde nicht, es habe abends keine leeren Regale gegeben. Besonders gefragt waren auch bei den Biocompany-Kunden Trockenwaren. „Uns sprachen Kunden sogar darauf an, ob wir Desinfektionsmittel verkaufen würden“, sagte Dinter.

Auch am Samstag noch lückenhafte Regale

Im Kaufland in der Waldstadt klaffen am Samstagmittag große Lücken in den Regalen mit haltbaren Lebensmitteln. Vor allem bei den Dosengerichten herrscht Ebbe in einer Weise, "wie ich das hier noch nie gesehen habe", sagt ein Kunde sichtlich beeindruckt. "Die Leute kaufen schneller, als wir nachfüllen können", sagt ein Mitarbeiter. Neben Fertiggerichten seien vor allem haltbare Lebensmittel wie Tee, Reis, Nudeln und Wasser gefragt. Er führt das auf die Sorge vor dem Coronavirus zurück. Positiv wirkt sich das auf den Umsatz aus. Ein "paar Zehntausend" mehr als sonst betrage der binnen weniger Tage, sagt der Mann.


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