• Potsdam: Leichter Rückgang bei der Gewerbesteuer

Potsdam : Leichter Rückgang bei der Gewerbesteuer

Potsdams Einnahmen bleiben auf hohem Niveau, stammen aber weitgehend aus kleinen Unternehmen.

2017 hatte Potsdam 99 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer eingenommen.
2017 hatte Potsdam 99 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer eingenommen.Foto: Tobias Hase/dpa

Potsdam - Nach dem Rekordjahr 2017 sind Potsdams Einnahmen aus der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Nach Abzug der Umlage, die die Kommune an das Land abführen muss, blieben unterm Strich gut 96,7 Millionen Euro. Das teilte das Rathaus auf eine Anfrage des CDU-Stadtverordneten Clemens Viehrig mit.

Im Jahr 2017 hatte die Kämmerei fast 99 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer eingenommen, ein Plus von fast 30 Millionen Euro gegenüber 2016. Insgesamt sind nach Angaben der Verwaltung knapp 14.000 Unternehmen bei der Industrie- und Handels- sowie der Handwerkskammer registriert, die in Potsdam Gewerbesteuer zahlen müssen. 

Der Großteil sind kleine Betriebe

Mehr als 90 Prozent davon seien allerdings „Klein- und Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten“. Lediglich 20 Firmen zahlten laut der Antwort eine Gewerbesteuer in einer Größenordnung jenseits von 500 000 Euro.

Eine Anhebung des Gewerbesteuersatzes plant die Stadt derzeit nicht. Der Hebesatz mit aktuell 455 vom Hundert sei moderat im Vergleich zu anderen größeren Städten in Ostdeutschland, hieß es. In Magdeburg, Dresden und Schwerin betrage er 450 vom Hundert, in Leipzig 460 vom Hundert und in Erfurt 470 vom Hundert, erläutert die Stadt. In den alten Bundesländern seien die Hebesätze oft deutlich höher, in München etwa liege er bei 490 vom Hundert, beim Spitzenreiter Mülheim an der Ruhr würden 550 vom Hundert kassiert.

Gewerbesteuer wurde in Potsdam 2015 angehoben

In Potsdam sei die Gewerbesteuer zuletzt 2015 angehoben worden – als Teil des Refinanzierungskonzeptes für das Investitionspaket für den Schulneubau. Die Anhebung trat aber erst Anfang 2017 in Kraft.

Keine Auskunft erteilte das Rathaus auf Viehrigs Frage, ob und wie die Stadt versucht hat, die Abwanderung der Zentrale des Energielieferanten Erdgas Mark Brandenburg (EMB) nach Michendorf zu verhindern. Mit Verweis auf das Steuergeheimnis könnten zu Einzelfällen keine Angaben gemacht werden, hieß es. Die EMB will wie berichtet Anfang 2020 ihren Firmensitz von Babelsberg nach Michendorf verlagern. Das Unternehmen hat rund 130.000 Kunden.